Alisha Lehmann bringt die Schweizerinnen auf Kurs

Im WM-Playoff-Hinspiel in Belgien kommt das Nationalteam zu einem 2:2. Die Auswärtstreffer könnten Gold wert sein.

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Die Schweizerinnen zeigten sich vom Bruch, zu dem es im vorletzten Qualifikationsspiel der Gruppenphase in Schottland nach zuvor lauter Siegen gekommen ist, nur bedingt erholt. Das 2:2 bei den im Fifa-Ranking fünf Positionen schlechter klassierten Belgierinnen dank einer Leistungssteigerung nach der Pause und dem goldenen Händchen von Martina Voss-Tecklenburg ist kein glänzendes, aber ein wertvolles Resultat. Die Chancen auf den Einzug ins entscheidende Playoff-Spiel gegen den Sieger des Duells zwischen den Niederlanden und Dänemark stehen gut.

Bis zum Rückspiel am kommenden Dienstag in Biel (19.00 Uhr) ist dennoch Voss-Tecklenburgs mentales Geschick gefragt. Wie zuletzt bei den vergebenen Matchbällen auf der Zielgeraden der Gruppenphase war die Chancenverwertung auch in Belgien zunächst ungenügend. Während die Schweizerinnen ein paar gute Möglichkeiten ausliessen, jubelten die Gastgeberinnen vor über 6000 Zuschauern bereits nach fünf Minuten über das 1:0.

Auf den Ausgleich durch einen entscheidend abgelenkten Schuss der nach der Pause eingewechselten Alisha Lehmann reagierten die schnörkellos und mit schnellem Umschaltspiel nach vorne spielenden Belgierinnen innert vier Minuten mit einem wunderschönen Weitschuss aus 23 Metern zum 2:1. Erst in der 87. Minute brachten sich die Schweizerinnen in eine günstige Position. Lehmanns Schuss schlug unter der Latte ein.

«Das Ergebnis entspricht dem Spiel. Wir wurden für unsere Fehler bestraft, bewiesen aber Moral», befand Voss-Tecklenburg. Auf dem 2:2 lasse sich aufbauen, aber nicht ausruhen, so die Trainerin. Auch Lia Wälti, die im Abwehrzentrum spielte, hob die Mentalität der eigenen Mannschaft hervor. Obwohl im Rückspiel ein 0:0 reichen würde, wünscht sich Wälti zur Beruhigung der Nerven ein Heimtor: «Ich will nicht bis zuletzt zittern müssen.»

Die Blockade gelöst

Massgeblich für den anfangs etwas verkrampften Schweizer Auftritt dürfte der Fehlstart gewesen sein. Tessa Wullaert, vor der Voss-Tecklenburg und Lia Wälti im Vorfeld gewarnt hatten, verschaffte sich mit einer Einzelaktion auf der rechten Seite Platz. Die daraus entstehende Konfusion im Strafraum nutzte Janice Cayman. Wullaerts Sturmpartnerin versenkte einen Abpraller zur Führung.

Der Schweizer Matchplan, aus einer gesicherten Defensive heraus zu operieren, wurde damit früh auf die Probe gestellt, ebenso wie die Psyche der Spielerinnen. Das rasche 0:1 schien die mentale Blockade in den Köpfen zu akzentuieren. Dass ein von einer Belgierin entscheidend abgelenkter Ball zum zwischenzeitlichen Ausgleich verhalf, war bezeichnend. Dass wenig später der Gegentreffer zum 1:2 folgte, ebenfalls.

Wiederum stellte sich die SFV-Auswahl im Abschluss einige Male ungeschickt an. Chancen wären wie beim 1:2 in Schottland und beim 0:0 gegen Polen auch in den ersten 45 Minuten vorhanden gewesen. Einmal platzierte Luana Bühler einen Kopfball unbedrängt ungenügend (6.), später scheiterte Ramona Bachmann aus etwas spitzem Winkel vor Belgiens Goalie Nicky Evrard (16.) und verzog Florijana Ismaili aus guter Position (44.). Weil sich der Gegner geschickt anstellte und ebenfalls zu guten Chancen und in der Nachspielzeit fast noch zum 3:2 kam, geht das Remis in Ordnung.

Niederlande auf Kurs

Im zweiten Halbfinal liegen die Vorteile nach dem halben Pensum bei den Niederlanden. Die in der Qualifikation im letzten Spiel gegen Norwegen gestrauchelten Europameisterinnen schufen sich im Heimspiel gegen Dänemark, den Finalgegner an der Heim-EM 2017, ein 2:0-Polster.

sda

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