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Alioskis Klasse, Aebischers Premiere

Der überragende Ezgjan Alioski, einst YB-Junior, trifft im Stade de Suisse erneut. Und bedrängt Guillaume Hoarau in der Torschützenliste.

Seckou Sanogo entwischt Ezgjan Alioski und Armando Sadiku.
Seckou Sanogo entwischt Ezgjan Alioski und Armando Sadiku.
Andreas Blatter
Ezgian Alioski im Laufduell mit Seckou Sanogo.
Ezgian Alioski im Laufduell mit Seckou Sanogo.
Andreas Blatter
Kevin Mbabu verstolpert einen Ball.
Kevin Mbabu verstolpert einen Ball.
Andreas Blatter
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Erst rund 45 Minuten nach Spielschluss taucht Ezgjan Alioski, den alle «Gianni» nennen, in den Katakomben des Stade de Suisse auf. Er hat auf diversen TV-Stationen Auskunft gegeben, nun erzählt er auch den Journalisten von seiner erneut «traumhaften» Rückkehr nach Bern.

«Ich habe hier zehn Jahre verbracht, viele Freunde und meine Familie waren im Stadion», sagt Alioski, «es ist für mich immer noch speziell, gegen YB zu spielen, zu siegen und ein Tor zu erzielen.»

So war es bereits Ende Juli gewesen, als die Young Boys gegen Lugano die bis zum 0:1 gegen GC vor einer Woche einzige Heimniederlage erlitten hatten. Auch damals siegte der Gast aus dem Tessin 2:1, schoss Alioski das erste Luganotor (zum 1:1), auch damals überzeugte die flinke Offensivkraft als auffälligste Figur auf dem Kunstrasen. «Es ist schön, hier zu gewinnen», sagt Alioski, der immer noch ein Herz für YB hat, obwohl er in Bern «nie eine faire Chance erhalten» habe und «schlecht behandelt» worden sei.

Rückkehr nach Bern?

Mittlerweile hat der oft überragende Alioski 15 Saisontore erzielt, der verletzte Guillaume Hoarau liegt nur noch drei Tore voraus. Der 25-jährige mazedonische Nationalspieler dürfte im Sommer zu einem grösseren Klub wechseln. Er wisse um die vielen Gerüchte, sagt Alioski, dessen Familie noch in Flamatt lebt, sein Management berate ihn gut. Eine Rückkehr zu YB wäre reizvoll wie ein Transfer ins Ausland. «Ich lasse alles auf mich zukommen.»

Es wäre für die Young Boys zwar sehr kostspielig, aber äusserst attraktiv, den einst verjagten Alioski zurückzuholen – zumal die Abgänge von Yvon Mvogo (zu Leipzig) und wohl Denis Zakaria weit über zehn Millionen Franken Ablösesumme einbringen werden. Einen «hochinteressanten» Spieler nennt Christoph Spycher den Lugano-Wirbelwind mehrmals, «der von vielen Klubs beobachtet wird».

Die beiden verabschieden sich am Sonntag freundschaftlich, und es wäre keine Überraschung, würde sich Spycher stark um die Dienste des von 2003 bis 2013 in Bern engagierten Alioski bemühen. Die überforderte YB-Abwehr wäre gewiss froh, nächste Saison nicht gegen Alioski antreten zu müssen, mehrmals wurde sie von den rasanten Alioski und Armando Sadiku übersprintet.

Talent im Wartestand

Fast mehr noch als die defensive Unordnung beschäftigt YB nach der Niederlage aber die fehlende Effizienz im Abschluss. Und immer wieder wird Guillaume Hoarau erwähnt. Trainer Adi Hütter sagt, der Torjäger fehle natürlich, das findet auch Stürmer Michael Frey («er ist der beste Spieler der Liga, wir vermissen ihn in allen Belangen»), während Spycher sagt, es bringe gar nichts, nun ständig nach Hoarau zu rufen.

«Er ist nicht da, das können wir nicht ändern.» So sieht es auch Captain Steve von Bergen, der anmerkt, YB habe genügend Chancen gehabt, die man auch ohne Hoarau hätte verwerten können.

So schoss Michel Aebischer das einzige YB-Tor. Es war seine Premiere in der Super League, doch der 20-Jährige konnte sich nicht riesig darüber freuen. «Ich werde immer an dieses Spiel denken», sagt Aebischer, «aber schöner wäre es gewesen, hätten wir gewonnen.» Er überzeugte gegen Lugano erneut mit Übersicht und Ballsicherheit, hat im stark besetzten Aufbau aber einen schweren Stand gegen Sékou Sanogo, Denis Zakaria und Leonardo Bertone.

«Ich kann viel von meinen starken Mitspielern lernen und bin froh, wurde ich mal wieder eingewechselt», sagt Aebischer anständig. Den sehr talentierten defensiven Mittelfeldspieler werden die Young Boys bestimmt nicht wie einst Alioski abgeben.

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