Yakins Hoffnung heisst Mourinho

Chelsea ist vor dem Kräftemessen mit dem FC Basel abgelenkt, FCB-Trainer Murat Yakin macht sich derweil Sorgen um seinen Torjäger Marco Streller.

«Mit Kampf, Herzblut und Leidenschaft»: Murat Yakin vor dem Knüller an der Stamford Bridge gegen Chelsea. (Video: Sebastian Rieder)
Alexander Kühn@alexkuehnzh
Sebastian Rieder@RiederSebastian

Auf der Chelsea-Pressekonferenz am Vortag des Spiels gegen den FC Basel waren die Reihen gerammelt voll mit Reportern und Kameraleuten. Sie waren aber mitnichten gekommen, um etwas über das Duell mit dem Schweizer Meister zu erfahren, sondern interessierten sich nur für die Personalie José Mourinho. Der Trainer von Real Madrid steht offenbar vor der Rückkehr zu Chelsea, der aktuelle Chefcoach Rafael Benitez ist nur noch das, was man in der US-Politik «lame duck» nennt, ein Machthaber, dessen Abschied schon beschlossene Sache ist.

Als FCB-Trainer Murat Yakin zwei Stunden später vor deutlich gelichteten Reihen Rede und Antwort stand, war eine Frage verständlicherweise die, ob Chelsea in Gedanken mehr bei Mourinho und dem Meisterschaftsendspurt um einen Platz in der Champions League sei als beim vermeintlich kleinen FC Basel. «Es kann sein, dass dies unsere Chance sein wird, ich denke aber nicht, dass diese Spekulationen die Chelsea-Spieler zu sehr in ihrer Konzentration stören werden», antwortete Yakin – ganz geschliffener Medienprofi.

Tickets für nur 30 Pfund

Dass die Partie gegen den FC Basel für Chelsea und seine Fans nicht der ganz grosse Knaller ist, zeigt auch die Tatsache, dass am Vorabend des aus Schweizer Sicht historischen Halbfinalrückspiels der Europa League für gerade einmal 30 Pfund noch Tickets zu haben waren. Ein Angebot, das unter anderem zwei junge Russen genutzt hatten, die in einem Pub am Earl's Court Aufkleber ihres Lieblingsvereins Spartak Moskau verteilten. «Wir sind keine Chelsea-Fans, aber so billig bekommt man an der Stamford Bridge sonst kein Spiel zu sehen», erklärten sie. Der FCB als Randnotiz beim Sightseeing.

Streller im Training bester Laune

Die Basler sind dagegen trotz der 1:2-Niederlage im Hinspiel elektrisiert von der Aussicht, als erste Schweizer Mannschaft das Endspiel eines europäischen Vereinswettbewerbs zu erreichen. «Es ist nicht alltäglich, in einem solchen Stadion zu spielen, und das geniessen wir natürlich umso mehr», sagte Valentin Stocker stellvertretend für seine Kollegen. Mit welcher Aufstellung der FCB gegen den Champions-League-Sieger 2012 antreten wird, ist noch offen. Hinter Marco Streller steht noch immer ein Fragezeichen. Der Stürmer trainierte am Mittwochabend jedoch mit und machte einen vergnügten Eindruck. Jeder Spieler sei ersetzbar, vielleicht werde es die eine oder andere Überraschung geben, merkte Yakin an.

Chelsea-Coach Benitez hofft, dass sich seine Equipe trotz der bevorstehenden Grossaufgaben in der Premier League nicht wie schon Tottenham vom Schweizer Meister auf dem falschen Fuss erwischen lässt. «Ich mache mir Sorgen, dass meine Spieler denken könnten, sie stünden schon im Final. Dies ist nicht der Fall», sagte der Spanier. «Wir spielen gegen eine sehr gute Mannschaft, die auswärts einige Tore erzielt hat. Deshalb muss jeder realisieren, dass es schwierig sein wird.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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