YB verpflichtet Lulic und liebäugelt mit Costanzo

Nach dem Schock in der Finalissima gegen Basel plant YB die Zukunft. Die ersten Verpflichtungen sind vielversprechend.

Soll zu YB: St. Gallens Offensivspieler Moreno Costanzo.

Soll zu YB: St. Gallens Offensivspieler Moreno Costanzo. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bereits am Montagmorgen fand bei den Young Boys eine erste Strategiesitzung mit allen Entscheidungsträgern statt. Eigentlich hätte gestern Abend ja der YB-Meisterumzug durch die Stadt Bern und ein Fest auf dem Bundesplatz mit Zehntausenden begeisterten Anhängern über die Bühne gehen sollen. Stattdessen galt es beim Berner Fussballverein, die riesengrosse Enttäuschung zu verarbeiten – und in die Zukunft zu blicken. «Bei uns wird gut gearbeitet, wir sind jetzt dreimal Zweiter geworden», sagt YB-CEO Stefan Niedermaier. «Aber natürlich ist es bitter, wieder so knapp gescheitert zu sein.» Niedermaier glaubt nicht, dass nun Sponsoren und VIP-Kunden abspringen könnten, im Gegenteil, es habe bereits weitere Anfragen gegeben. «Aber klar ist, dass wir Anfang Saison kaum einen Zuschauerschnitt von über 22'000 haben werden. Doch wir wollen auch nächstes Jahr um beide Titel mitspielen und wieder eine Euphorie um YB aufbauen.»

Bisher gute Transfers

Neben Leaderfigur und Nationalspieler Christoph Spycher und dem zweikampfstarken 20-fachen Nationalspieler und Verteidiger Ammar Jemal aus Tunesien wechselt auch GC-Offensivallrounder Senad Lulic zu YB. Der schnelle, dribbelstarke und kräftige Lulic bringt ein aggressives, manchmal giftiges Element mit, und das sind ja Tugenden, welche die Young Boys in der Finalissima erneut vermissen liessen. Der 24-jährige Lulic spielte zuletzt bei GC und kennt YB-Trainer Vladimir Petkovic aus gemeinsamen Zeiten in Bellinzona. Der Bosnier unterschrieb gestern einen Dreijahresvertrag und gilt als Fussballschweizer.

Einig sind sich die Young Boys auch mit Moreno Costanzo, der zu YB möchte. Der 22-jährige St.-Gallen-Spieler kann im Sturm und offensiven Mittelfeld spielen. Und: Er wäre der Freistoss- und Eckballspezialist, den die Berner dringend benötigen. Costanzo schoss in der abgelaufenen Saison 14 Tore und ist auch von ausländischen Vereinen umworben. Dementsprechend hoch ist die Ablösesumme, YB verhandelt mit St.Gallen.

Jahresessen im Bundeshaus

Neben Seydou Doumbia (ZSKA Moskau), Gilles Yapi (Basel) und Marc Schneider (Thun) dürften zahlreiche weitere Fussballer die Young Boys verlassen. Abwehrspieler Aron Liechti wird ein Jahr an Biel ausgeliehen, und bald analysieren die YB-Techniker, welche Akteure sich ebenfalls einen neuen Klub suchen müssen. Die Zukunft von Verteidiger Issam Mardassi sowie der Angreifer Giuseppe Morello und Matar Coly dürfte nicht in Bern liegen. Der talentierte Youssouf Traoré soll Spielpraxis bei einem anderen Verein sammeln, während der von Bellinzona ausgeliehene Mauro Lustrinelli eher nicht weiterbeschäftigt wird. Neu bei YB dürfte Aufbauer Pascal Doubai, bald 18-jähriger Bruder von Thierry Doubai, spielen.

Und natürlich wollen die Berner Marco Wölfli und Emiliano Dudar halten – und eine hübsche Transfersumme in einen neuen Angreifer investieren. Zahlreiche afrikanische Stürmer sind als Nachfolger Seydou Doumbias im Gespräch. Der Ivorer wird wie alle anderen Abgänger heute Abend beim Jahresessen aller YB-Angestellten verabschiedet. Es geht im Bundeshaus über die Bühne – und damit ganz in der Nähe, wo gestern hätte gefeiert werden sollen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.05.2010, 07:17 Uhr

Bereits verpflichtet: GC-Offensivspieler Senad Lulic. (Bild: Keystone )

Ajax möglicher YB-Gegner

Bereits am 10. Juni, und damit einen Tag vor dem WM-Eröffnungsspiel (!), beginnt YB wieder mit dem Trainingsbetrieb. Mitte Juni steht ein einwöchiges Trainingslager in der Nähe Riminis an. Und schon am 17. Juli, sechs Tage nach dem WM-Final, startet die Super League. Weil YB in der Woche darauf am Uhrencup teilnimmt, haben die Berner beantragt, ihr Spiel vom 2. Ligaspieltag (24./25. Juli) zu verschieben – um sich in Ruhe auf das Drittrundenhinspiel der Champions-League-Qualifikation am 27./28. Juli vorzubereiten.

Als Zweiter wird YB deutlich schwierigere Gegner als Meister Basel erhalten (siehe unten). Scheiden die Berner in der dritten Qualifikationsrunde aus, dürfen sie an den Playoffs zur Europa League mitspielen. Verpassen sie die Champions League erst in den Playoff-Spielen, wären sie immerhin für die Europa-League-Gruppenphase qualifiziert. Vier europäische Auftritte sind garantiert. fdr

Champions-League-Qualifikation

Mögliche YB-Drittrundengegner: Zenit St.Petersburg, Ajax Amsterdam, Fenerbahçe Istanbul, Dynamo Kiew, Sporting Braga (Por)/Zweiter der rumänischen Liga. – Mögliche Playoff-Gegner: FC Sevilla, Bremen, Tottenham plus 2 Sieger aus 3.Runde.

Mögliche FCB-Drittrundengegner: BATE Borissow (WRuss), Lech Poznan (Pol), MSK Zilina (Slk), Scheriff Tiraspol (Mol), Omonia Nikosia (Zyp), AIK Stockholm, Bohemians Dublin (Irl), Ekranas Panevezys (Lit), FK Aktobe (Kas). – Mögliche Playoff-Gegner: Trondheim (No), Salzburg, Litex Lovetsch (Bul), Dinamo Zagreb, Partizan Belgrad.

Spieldaten für YB und Basel. 3.Runde: 27./28.Juli und 3./4.August. – Playoffs: 17./18. und 24./25.August. – Gruppenphase ab 14. September.

Auslosungen: 3.Runde am 16.Juli, Playoffs am 6. August (jeweils 12 Uhr).

Kommentare

Blogs

Mamablog Die nervigsten Kinderfiguren

Die Welt in Bildern

Explosive Abrüstung: An der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea werden die Bewachungsposten abgebaut. (15. November 2018)
(Bild: Jung Yeon-je/Getty Images) Mehr...