YB verliert eine Integrationsfigur

Nach 13 Jahren wird Thomas Häberli YB per Ende Saison verlassen. Der Trainer der U-21 sagt, er hege keinen Groll und würde gerne später einmal wieder nach Bern zurückkehren.

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Dominic Wuillemin

Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Young Boys und Thomas Häberli per Ende Saison nach 13 Jahren getrennte Wege gehen werden. Der Entscheid stehe vor dem Hintergrund, dass der langjährige Spieler, Nachwuchs- und Assistenzcoach die Ausbildung für die Uefa-Pro-Lizenz vorantreiben will, teilte der Verein mit. Häberli war bis zur Entlassung Martin Ruedas vor gut zwei Wochen dessen Assistent. Danach übernahm er für Joel Magnin, der nun Bernard Challandes interimistisch bis zum Saisonende als Assistent zur Seite steht, die zweite Mannschaft der Gelb-Schwarzen.

Dieser Beschluss der YB-Führung sei zwar der Stein des Anstosses für seinen Entscheid gewesen, den Klub zu verlassen, sagt Häberli. Aber er habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, eine Veränderung anzustreben. Und: «Für mich war es die logische Konsequenz, dass ich als loyaler Assistent nicht mit einem anderen Trainer weitermachen konnte», sagt der Innerschweizer. «Ich hege keinen Groll. Und es wird nichts Störendes an meinem Abgang geben.»

Züri West als «The Häberlis»

YB-Sportchef Fredy Bickel, der den Stürmer im Sommer 2000 von Basel zu YB geholt hatte, sagt, Häberli habe sich bei YB äusserst verdient gemacht. «Die Gespräche sind sehr konstruktiv verlaufen. Es ging uns beiden darum, eine Auslegeordnung zu machen, um für seine weitere Trainerkarriere die richtigen Schlüsse zu ziehen.»

Mit Häberli verliert YB zweifelsohne eine Integrationsfigur. Der 39-Jährige bestritt bis zu seinem Karriereende vor knapp 4 Jahren während neun Saisons insgesamt 267 Meisterschaftspartien für die Berner und erzielte 74 Tore. Danach war er im Verein in verschiedenen Funktionen tätig. Bei der Feier zum 110.Geburtstag der Young Boys trat die Band Züri West mit Frontsänger Kuno Lauener unter dem Pseudonym «The Häberlis» auf. «Mein Abschied Ende Mai wird sicher sehr speziell und intensiv», sagt der frühere Publikumsliebling. «YB ist ein riesiger Teil meines Lebens.»

Seine Sporen abverdienen

Wohin sein Weg führe, wollte oder konnte der Luzerner nicht sagen. «Es gibt einige Optionen. Klar ist: Ich will weiterhin als Trainer tätig sein.» Einer allfälligen Rückkehr zu YB ist die Vereinsikone nicht abgeneigt. «Das wäre sicher eine reizvolle Aufgabe, bei einem so grossen Klub einmal tätig zu sein. Aber zuerst muss ich mir diesen Job verdienen und anderswo Erfolge erzielen», sagt Thomas Häberli.

Berner Zeitung

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