YB regional gegen Juve international

Am Mittwoch bestreiten die U-19-Junioren von YB ihre letzte Partie der Youth League, der kleinen Champions League. Gegner Juventus Turin hat bereits kostspielige Ausländer im Team.

Pablo Moreno, Juves 16-jähriges Juwel aus Spanien, war im Hinspiel gegen YB – hier gegen Fabiano Pereira – klar der auffälligste Akteur.

Pablo Moreno, Juves 16-jähriges Juwel aus Spanien, war im Hinspiel gegen YB – hier gegen Fabiano Pereira – klar der auffälligste Akteur.

(Bild: Getty Images)

Peter Berger@PeterBerger67

Wie in der Champions League sind auch in der Youth League die Unterschiede zwischen YB und den Topclubs riesig. Dies zeigt allein ein Blick auf die Kaderliste. Fast die Hälfte des U-19-Teams von Juventus sind Ausländer. Im Sommer holten die Turiner von Barcelona Pablo Moreno.

Offiziell betrug die Ablösesumme 700'000 Euro. Kolportiert wird indes, dass der Deal Juve insgesamt mehrere Millionen gekostet hat. Fakt ist: Der wirblige 16-Jährige stellte im Hinspiel die Young Boys vor grosse Probleme.

Transfermarkt für Talente

Der Spanier war selbstredend nicht der einzige Juve-Zuzug diese Saison. «Die grossen Mannschaften holen die besten Junioren in Europa», weiss Joël Ma­gnin, der als U-21-Trainer von YB auch das für diesen Wettbewerb gebildete U-19-Team betreut. Das ist auch beim anderen Gruppengegner Manchester United so. Die Engländer verpflichteten zuletzt Akteure von bekannten Clubs wie Ajax Amsterdam, Feyernoord, Paris St-Germain aber auch mehrere Talente von Teams aus Tschechien und Polen.

Anders YB: Bei den Bernern kommen die Zuzüge aus Freiburg, Langenthal oder Neuenburg. Für Talentmanager Erich Hänzi macht diese regionale Transferpolitik bei den Jungen Sinn. «Wir haben gegenüber den Spielern auch eine soziale Verantwortung. Wir wollen sie ausbilden und begleiten, ohne sie total aus ihrem Umfeld zu reissen.

Wenn ein 16-Jähriger von Barcelona zu Juventus wechselt, hat das nichts mehr mit Ausbildung zu tun. Dann geht es einfach um den Markt», sagt Hänzi. Dass YB auf das internationale Transferkarussell der 15-, 16-Jährigen aufspringt, erachtet der frühere Captain als utopisch.

Auch YB-Junioren begehrt

Der umgekehrte Weg ist dagegen bereits Realität. Mit Ruben del Campo (Atletico Madrid) oder Yannick Toure (Newcastle) haben zuletzt zwei YB-Junioren im Alter von 17 Jahren ins Ausland gewechselt. Adrian Bajrami ging diesen Herbst sogar als 16-Jähriger zu Benfica Lissabon.

«Unser Ziel bleibt, dass die Junioren zuerst für uns in der Super League spielen», betont Hänzi. Aber sowohl er wie auch Magnin halten fest, dass bei Einzelnen auch der frühe Wechsel ins Ausland erfolgreich sein kann.

Bei den mit internationalen Talenten gespickten Equipen in der Youth League hat Magnin vor allem die individuelle Klasse der Spieler beeindruckt. «Als Team sind sie nicht unbedingt besser als wir, aber sie verfügen über die besseren Einzelspieler und natürlich über das deutlich grössere und ausgeglichenere Kader.»

Deshalb ist der Coach überzeugt, dass seine Spieler von den Begegnungen profitieren. «In diesen Partien gegen Gleichaltrige sehen sie, was ihnen noch fehlt. Da geht alles schneller und präziser als in einem Erstligaspiel. In einer einzigen Partie der Youth League profitieren unsere Spieler so viel wie in fünf, sechs Meisterschaftsspielen.»

Magnin hofft deshalb, dass sich das YB-Fanion­team auch nächstes Jahr wieder für die Königsklasse qualifiziert, dann könnte seine Equipe wieder in der «Baby Champions League» mittun. Das möchte auch Hänzi: «Denn dieser Wettbewerb ist unbestritten eine gute Sache.»

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