YB glänzt zum Jahresabschluss

Die Young Boys beenden ein nahezu perfektes Jahr mit einem 4:1-Kantersieg bei Aufsteiger Neuchâtel Xamax. Zürich und Lugano spielen 0:0.

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Die Young Boys mussten auf der Maladière nicht ihre beste Leistung abrufen und kamen letztlich trotz überschaubarem Aufwand ungefährdet zum 16. Sieg im 18. Meisterschaftsspiel. YB genügten vor der Pause zwei Abschlüsse durch Topskorer Guillaume Hoarau (7.) und Christian Fassnacht (28.), um das Schlusslicht zu distanzieren - auch weil sich die Neuenburger mit Fehlern das Leben selber schwer machten.

Für Hoarau, der nach 59 Minuten zum zweiten Mal traf, endete in Neuenburg das zweite Spiel innerhalb von fünf Tagen mit einer Doublette. Der 34-jährige Franzose hatte bereits am Mittwoch in der Champions League beim 2:1-Sieg gegen Juventus Turin doppelt getroffen hatte.

Im Team fehlt es an Selbstvertrauen

Xamax konnte gegen den Leader nie verbergen, dass es im Team an Selbstvertrauen, aber auch an Qualität fehlt. Besonders in der Innenverteidigung gestaltet sich die Suche nach einem Ersatz für den seit Juli und noch bis zum Saisonende verletzten Igor Djuric als Herkulesaufgabe.

Trainer Michel Decastel setzte nach der Rotsperre gegen Marcis Oss und der neuerlichen Verletzung von Arbenit Xhemajli im Zentrum auf Mustafa Sejmenovic und Maikel Santana. Letzterer leitete bei seinem Debüt für Xamax die 5. Heimniederlage der Vorrunde mit einem Fehler ein. Der 27-jährige Spanier verlor den Ball im Spielaufbau an Fassnacht, via Djibril Sow landete der Ball bei Hoarau, der den Favoriten früh auf Kurs brachte.

Zürich geht mit schwachem Heimspiel in die Winterpause

Der FC Zürich beendete die Herbstrunde der Super League, in der besonders in den Heimspielen nicht überzeugt hatte, mit einem 0:0 im Letzigrund gegen Lugano. Auch der FC Lugano, der in den vorangegangenen vier Runden dreimal verloren und einmal unentschieden gespielt hatte, stellte den FC Zürich in Zürich vor Probleme und liess sich nicht bezwingen, sodass Zürich aus den neun Heimspielen nur 14 Punkte (drei Siege, fünf Remis) herausgeholt hat.

Über die 90 Minuten hatten die Tessin mehr Spielanteile und mehr Chancen. In der ersten Halbzeit, die zum Gähnen langweilig war, dominierten sie phasenweise derart, dass sich die Zürcher vor dem eigenen Publikum aufs Kontern verlegen mussten.

Odey verpasst das sicher scheinende 1:0

Aufgrund eines Kriteriums hätten die Spieler von Trainer Ludovic Magnin den Sieg gleichwohl verdient: Sie erspielten sich in der zweiten Hälfte die beiden klar besten Chancen der Partie. Bei der ersten verpasste Stephen Odey, der einzige nominelle Zürcher Stürmer, aus kurzer Distanz das sicher scheinende 1:0, indem er den Ball über die Latte lupfte. In der Nachspielzeit landete ein Kopfball des eingewechselten Yann Kasai, den der FCZ erst Anfang Dezember aus der Nachwuchsmannschaft der Young Boys verpflichtet hatte, am Pfosten. Kasai erwischte Luganos Torhüter Noam Baumann auf dem falschen Fuss, sodass der Goalie ohne Abwehrchance gewesen wäre.

Für die Luganesi unter Trainer Fabio Celestini ist der zweite Punktgewinn nach der Serie von drei Niederlagen etwas Positives. Der über weite Strecken kaum beschäftigte Baumann sagte nach dem Match: «Ein Punkt in Zürich zu holen, das ist immer gut.»

Luzern hätte deutlich höher gewinnen können

Der erst dritte Heimsieg des FC Luzern in dieser Meisterschaft ist ein ungefährdeter. Die Innerschweizer besiegen St. Gallen 2:1, hätten jedoch deutlich höher gewinnen müssen. Der vorangegangene 3:2-Heimsieg gegen Neuchâtel Xamax konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass St. Gallen leistungsmässig wie auch resultatmässig in einer Baisse steckt. Die Ostschweizer kassierten in Luzern ihre vierte Niederlage in den letzten fünf Spielen.

Am Anfang stand das Pech. Verteidiger Alain Wiss lenkte nach fünf Minuten eine scharfe Hereingabe des zur Grundlinie durchgedrungenen Ruben Vargas ins eigene Tor ab. Dass die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler nach dem Rückstand nicht das kleinste Aufbäumen zeigt, hatte dagegen nichts mehr mit Pech zu tun. Ein Schuss aus der Distanz, der mehrere Meter über das Tor ging, war das Einzige, was von St. Gallen in der ersten Hälfte zu sehen war. Auf der andern Seite hätten die Luzerner aus ihren vielen guten Angriffen mehr herausholen müssen als nur das von Vargas nach 20 Minuten erzielte 2:0.

Glücklicher Anschlusstreffer

So unglücklich, wie das 0:1 gewesen war, so glücklich war für die Ostschweizer das aus dem Nichts kommende Anschlusstor nach einer Stunde. Nach einer Hereingabe von Verteidiger Nicolas Lüchinger kamen sich Goalie David Zibung und Verteidiger Lucas vor der Torlinie in die Quere, sodass Dereck Kutesa abstauben konnte. Der Fehler lag eindeutig bei Lucas, der seinen Goalie an einer problemlosen Abwehr hinderte. Zu diesem Zeitpunkt hätte es nach dem Spielgeschehen schon 3:0 oder 4:0 heissen müssen. Kurz nach der Pause lenkte Daniel Lopar, der anstelle des erkrankten Dejan Stojanovic das St. Galler Tor hütete, einen Schuss von Aussenverteidiger Silvan Sidler in höchster Not an den Pfosten.

Mit nur noch einem Tor Vorsprung wirkten die Luzerner ein wenig unsicher. Dennoch gewährten sie dem enttäuschenden Gegner keine reellen Chancen. Luzerns Trainer René Weiler kann seinen Spielern einzig vorwerfen, dass sie zu wenig aus den Chancen machten. Daneben darf Weiler eine sehr solide Leistung zur Kenntnis nehmen.

Telegramme:

Neuchâtel Xamax - Young Boys 1:4 (0:2)

7451 Zuschauer. - SR Hänni.

Tore: 7. Hoarau (Sow) 0:1. 28. Fassnacht (Hoarau) 0:2. 59. Hoarau (Sow) 0:3. 75. Assalé (Aebischer) 0:4. 80. Ademi (Ramizi) 1:4.

Neuchâtel Xamax: Walthert; Gomes, Sejmenovic, Santana, Kamber; Veloso (67. Ramizi), Di Nardo (67. Corbaz), Pickel (84. Tréand), Doudin; Ademi, Nuzzolo.

Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu, Camara, Benito, Garcia; Fassnacht (76. Schick), Sanogo, Sow, Moumi Ngamaleu (68. Aebischer); Hoarau (68. Nsame), Assalé.

Bemerkungen: Neuchâtel Xamax ohne Oss (gesperrt), Djuric, Karlen, Le Pogam, Mulaj, Qela, Xhemajli (alle verletzt), Cicek (beide krank). Young Boys ohne Lauper (gesperrt), Von Bergen, Lotomba, Sulejmani (alle verletzt). Verwarnung: 58. Veloso (Foul).

Zürich - Lugano 0:0

7769 Zuschauer. - SR Bieri.

Zürich: Brecher; Winter, Maxsö, Bangura, Guenouche; Domgjoni, Hekuran Kryeziu; Khelifi, Marchesano (65. Nef), Kololli (65. Kasai); Odey.

Lugano: Baumann; Covilo, Maric, Sulmoni; Mihajlovic, Piccinocchi, Brlek (60. Crnigoj), Sabbatini, Daprelà; Vecsei (69. Macek); Gerndt.

Bemerkungen: Zürich ohne Rohner, Rüegg, Pa Modou, Aliu, Ceesay, Kempter und Omeragic (alle verletzt). Lugano ohne Carlinhos, Bottani (beide gesperrt), Da Costa, Crnigoj, Janko, Yao und Manicone (alle verletzt). 92. Kopfball von Kasai an den Pfosten. Verwarnungen: 42. Sabbatini (Foul), 82. Covilo (Foul).

Luzern - St. Gallen 2:1 (2:0)

8509 Zuschauer. - SR Schärer.

Tore: 5. Wiss (Eigentor) 1:0. 19. Vargas (Demhasaj) 2:0. 60. Kutesa 2:1.

Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Cirkovic, Sidler; Vargas (60. Voca), Grether, Schulz, Schürpf (70. Gwilja); Demhasaj (79. Custodio), Eleke.

St. Gallen: Lopar; Lüchinger, Hefti (33. Campos), Wiss, Wittwer (46. Tafer); Quintilla; Sierro, Ashimeru; Bakayoko (79. Kräuchi), Barnetta, Kutesa.

Bemerkungen: Luzern ohne Schneuwly (gesperrt), Knezevic, Ugrinic, Kakabadse, Lustenberger, Ndenge und Salvi (alle verletzt). St. Gallen ohne Itten, Koch, Muheim (alle verletzt), Stojanovic (krank), Ben Khalifa, Tschernegg, Buess und Vilotic (beide nicht im Aufgebot). 48. Lopar lenkt Schuss von Sidler an den Pfosten. Verwarnungen: 22. Schürpf (Hands), 27. Grether (Foul), 48. Campos (Foul), 54. Sierro (Foul), 55. Eleke (Foul), 92. Lüchinger (Foul).

dho/sda

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