YB: In Überzahl ungefährdet

Ein Platzverweis von Luganos Carlinhos nach der Pause hat YB in die Karten gespielt. Die Berner dominierten danach die Partie und gewannen sicher mit 3:0. Der Sieg gibt Mumm für den Auftakt zur Europa League vom Donnerstag.

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Von «zwei Schlüsselmomenten» sprach Adi Hütter nach dem 3:0-Erfolg über Lugano. «Der Standard zum 1:0 und der Platzverweis.» Mit Ersterem meinte der YB-Trainer den Eckball von Miralem Sulejmani, den Jean-Pierre Nsamé zum Führungstreffer verwertet hatte. Und der Platzverweis war die Gelb-Rote Karte ge­gen Luganos Carlinhos.

Nsamé trifft zum 1:0. Quelle: SRF

Der 23-jährige Brasilianer ging nur 15 Sekunden nach dem Seitenwechsel mit gestrecktem Bein in einen Zweikampf mit YB-Verteidiger Kasim Nuhu. Schiedsrichter Fedayi San hatte keine andere Möglichkeit, als den Stürmer der Tessiner ein zweites Mal zu ver­warnen.

Luganos Trainer Pier­luigi Tami kritisierte Carlinhos: «Das war eine dumme Rote Karte. Carlinhos hatte seine Emotionen nicht unter Kontrolle. Er ist jung und muss das lernen. Zusammen mit dem Gegentor kurz vor der Pause hat der Aussetzer uns alles kaputtgemacht.»

Rote Karte für Lugano: Quelle: SRF

Steigerung nach der Pause

In Überzahl agierten die Berner dann dominant. Das war ihnen vorher nicht gelungen. Lugano war aggressiver und spielbe­stimmender. Klare Chancen vermochten sich die Tessiner indes nicht zu erarbeiten.

YB hatte zwar Mühe mit den Gästen, kam aber durch einen Fallrückzieher von Nsamé und einen abge­lenkten Schuss von Sékou Sanogo zu den besseren Möglichkeiten, weshalb die Führung zur Pause zwar glücklich, aber nicht unverdient war. Mit dem Steigerungslauf nach der Pause verdienten sich die Berner die drei Punkte letztlich diskussionslos.

«Nach Luganos Platzverweis fanden wir im Angriff mehr Lücken», sagte Captain Steve von Bergen. Diese nutzte vor allem der schnelle Roger Assalé. Der Ivorer hatte zur Pause Guillaume Hoarau ersetzt. Der Franzose beklagte Schmerzen im Oberschenkel. Der Torgarant aus der vergangenen Saison kommt weiterhin nicht auf Touren. In seinem 45-Minuten-Auftritt war er glück- und wirkungslos geblieben.

Dafür vermochten eben Assalé und nach einer Stunde auch YB-Debütant Nicolas Moumi Ngamaleu zu brillieren. Nur Sekunden nach seiner Einwechslung lancierte der Kameruner nach einem Doppelpass Assalé. Dieser wurde von Luganos Dragan Mihajlovic zu Fall gebracht, was Schiedsrichter Fedayi San aber nicht als Penalty taxierte. Vier Minuten später bediente Ngamaleu Assalé erneut. Diesmal klappte es – 2:0.

Assalé schiess das 2:0: Quelle: SRF

Lob für den Debütanten

«Ngamaleu hat frischen Schwung gebracht», lobte von Bergen den Zugang von Altach. «Aber er ist erst drei Tage bei uns und steht noch am Anfang.». Trainer Hütter stimmte zu: «Ngamaleu hat eine gute Figur abgegeben.

Nsamé mit der Entscheidung zum 3:0: Quelle: SRF

Aber er hat noch viel Potenzial.» Der 23-Jährige zeigte jedoch, dass er dem Team sofort helfen kann. Und das könnte nötig sein. Denn mit sieben Spielen in 22 Tagen steht YB eine intensive Phase bevor. Bereits am Donnerstag geht es gegen Partizan Belgrad mit dem Startspiel in der Europa League weiter.

Drei Verletzte

YB hat mit dem gestrigen Sieg zweifellos Moral getankt für die europäische Kampagne. Trainer Hütter wird diese jedoch mit dezimiertem Kader in Angriff nehmen müssen. Denn neben Hoarau schieden auch Loris Benito und Leonardo Bertone aus. Zumindest Benito (Oberschenkel) und Bertone (Fussgelenk) drohen länger auszufallen. Es waren am Sonntag die einzigen Berner Wermutstropfen.

YB-Captain Steve von Bergen steht nach dem Sieg Red und Antwort.
Video: Peter Berger

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(Berner Zeitung)

Erstellt: 11.09.2017, 06:42 Uhr

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