Wieso für Gross der Saisonauftakt so brisant ist

YB-Trainer Christian Gross hat mit dem FC Basel mehr als eine Rechnung offen. Vor dem Super-League-Auftaktknüller gegen den Ex-Klub dürften beim FCB-Meistermacher die alten Wunden wieder aufreissen.

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Sebastian Rieder@RiederSebastian

Mehr Zündstoff geht nicht: Als wäre die Affiche am 16. Juli YB gegen FCB nicht schon explosiv genug, bringt das Duell Christian Gross gegen Thorsten Fink so richtig Pfeffer ins Spiel. Dass der FCB zum Start der Super League auf seinen ehemaligen Meistertrainer trifft, «gibt der Partie zusätzliche Würze», sagt FCB-Vizepräsident Bernhard Heusler in der «Basler Zeitung» schelmisch.

«Ausgerechnet der FC Basel», dürfte sich Gross gestern im stillen Kämmerlein gesagt haben. Für den 56-jährigen Höngger ist der FCB eine Art Hassliebe. Vier Meistertitel haben die Basler dem Zürcher zu verdanken – viermal gewann er den Schweizer Cup. Zehn Jahre war Gross dem FCB treu geblieben, bis er mit den Worten von Präsidentin Gigi Oeri, «er ist verbraucht», 2009 die Koffer packen musste.

Fink liess Gross schnell vergessen

Trotz einer vorzeitigen Vertragsverlängerung setzte Oeri ihren Meistermacher vor die Tür und tauschte ihn aus gegen den 13 Jahre jüngeren Thorsten Fink, der als Trainer bis dahin kaum Erfolge zu verbuchen hatte. Eine Rochade, die Gross wohl bis heute nicht verdaut hat. Trotz der geringen Erfahrung liess Fink seinen Vorgänger aber schnell vergessen. Mit dem FC Basel gewann der frühere Bayern-Star gleich in seiner ersten Saison das Double und tritt die neue Meisterschaft erneut als Titelverteidiger an.

«Wenn Gross zum Grizzly wird»

Eine Tatsache, die Gross zusätzlich anstachelt. Denn Titel gehören ab sofort in die Hauptstadt, das hat er den Berner Fans versprochen und dabei einen tierischen Vergleich gemacht. Gross will den «gemütlichen Berner Bär» aus den Köpfen seiner Spieler schaffen und sie «zu Grizzlys machen, die etwas reissen wollen».

Dass Gross schon vor seiner Premiere im Stade de Suisse die Krallen ausfährt, hat die YB-Führung um CEO Ilja Känzig mit Wohlwollen aufgenommen. Denn vermasselt YB den Auftakt gegen Basel, fletscht Grizzly Gross erst recht die Zähne und setzt zur grossen Jagd auf seinen Ex-Verein an.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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