Wie zweimal Meister in einem Jahr

YB blickt auf ein fantastisches 2018 zurück – und ist in jeder Beziehung unterwegs zu einer Saison der Rekorde.

Immer wieder Jubel: YB-Spieler am Sonntag.

Immer wieder Jubel: YB-Spieler am Sonntag.

(Bild: Keystone)

Team des Jahres in der Schweiz sind die Young Boys ja erstaunlicherweise nicht geworden – wobei man schon schüchtern die Frage stellen darf, was ein Team denn mehr leisten kann als YB 2018. Das Siegerteam, die Eishockey-Nationalauswahl, jedenfalls versagte total an den Olympischen Spielen, dem mit Abstand wichtigsten Anlass des Jahres. Die Young Boys dagegen hörten einfach nicht auf zu siegen, zu treffen und zu feiern.

4:1 bei Xamax – wie 1986

Die Young Boys haben ein derart fantastisches, Team-des-Jahres-würdiges 2018 absolviert, dass sie im Grunde genommen nach 32 Jahren Wartezeit gleich zweimal Meister wurden. Zuerst im Frühling – und danach mit einer herausragenden Vorrunde. 19 Punkte Vorsprung werden die Young Boys kaum noch verspielen, ganz egal, welche Berner Fussballer bereits im Januar in eine Topliga wechseln werden. YB und seine Fangemeinde wurden in den letzten Monaten angemessen für eine äusserst lange Leidenszeit entschädigt. Und vielleicht passt es ganz gut in diese Thematik, siegte der Titelverteidiger zum Abschluss des Jubeljahres am Sonntag 4:1 in Neuenburg gegen Xamax.

Genau wie einst im Mai 1986, als die Young Boys auf der Maladière zum letzten Mal vor 2018 die Meisterschaft hatten feiern dürfen. «Wir haben uns in dieser Saison immer weiter entwickelt», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane. «Das hat man auch in der Champions League gut gesehen, in der wir konstant stärker wurden.»

Der souveräne, stilsichere Auftritt in Neuenburg vier Tage nach dem heroischen 2:1-Sieg gegen Juventus in der Königsklasse beendete eine Vorrunde der Superlative und Rekorde für die Young Boys (57 Tore und 49 Punkte). Im gesamten 2018 übrigens siegten sie in 35 Super-League-Partien 30-mal (!) und verloren nur zweimal – 1:5 in Basel nach umfangreichen Meisterfeierlichkeiten Ende letzter Saison sowie äusserst unglücklich 2:3 gegen Luzern im Oktober. In jener Begegnung hatte YB acht Minuten vor Spielende noch 2:1 geführt, zudem fiel das FCL-Siegtor aus Abseitsposition. Und in der nächsten Runde, beim 3:3 in Zürich gegen den FCZ, vergaben die Young Boys in der Schlussphase gleich mehrere Grosschancen teilweise kläglich. So gesehen wäre sogar eine makellose Vorrunde möglich gewesen, wobei keineswegs verschwiegen werden soll, dass der Leader mehrmals auch dank späten Treffern zum Sieg fand.

Basler Rekorde wackeln

Die vermutlich unerreichbare 100-Punkte-Marke in der Liga dürfte auch diese Saison kaum fallen. Dazu müsste YB in der Rückrunde 17 von 18 Begegnungen gewinnen. Die Super-League-Bestwerte des FC Basel in Sachen Punkte (86, 2016/17), Tore (92, 2016/17), Siege (26, mehrmals) und wenigste Niederlagen (2, zweimal), um nur die wichtigsten zu nennen, aber können die Young Boys nach der Winterpause angreifen. Angesichts des Riesenvorsprungs dürfte es jedoch nicht einfach werden, die Spannung bis Ende Saison hochzuhalten.

Und an den Swiss Football League Awards am 28. Januar in Luzern werden die Berner die Abräumer in allen Kategorien sein. Fürs All-Star-Team hat sich fast jeder Stammspieler qualifiziert, nur wenige wie der frühere YB-Akteur Raphael Nuzzolo von Xamax drängen sich als Alternativen auf. Seit diesem Sonntag ist bekannt, dass Nuzzolo wie Guillaume Hoarau und Kevin Mbabu als Spieler des Jahres vorgeschlagen ist. Vermutlich auch, damit nicht alle nominierten Fussballer von YB sind.

fdr

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