Streithähne YB und «Blick» jubeln

Die Zeitung bedauert ihre Berichterstattung über YB-Sportchef Fredy Bickel und -Mitbesitzer Andy Rihs. Geld fliesst keines.

Vom «Blick» als «Lügner» bezeichnet: YB-Sportchef Fredy Bickel. Foto: Keystone

Vom «Blick» als «Lügner» bezeichnet: YB-Sportchef Fredy Bickel. Foto: Keystone

Es ist wie beim Boxkampf, wenn nach dem Gong in der letzten Runde beide Kämpfer jubeln: In der Auseinandersetzung zwischen dem Verlagshaus Ringier und Exponenten des Fussballclubs Young Boys haben beide Seiten heftig ausgeteilt und eingesteckt. Nun, nach journalistischem und juristischem Infight, wollen alle Sieger sein.

Der «Blick» hatte YB-Sportchef Fredy Bickel als «Lügner» tituliert und Verwaltungsrat Andy Rihs als «Wendehals». Die Betroffenen klagten wegen Persönlichkeitsverletzung. Die Sache führte indirekt zu jener Affäre, in der das Zürcher Bezirksgericht am Freitag in erster ­Instanz Spielvermittler Peter Bozzetti und Managerlegende Erich Vogel wegen versuchter Erpressung beziehungsweise Gehilfenschaft verurteilte.

Nun wird der zivilrechtliche Kampf zwischen der YB-Spitze und dem Verlagshaus beigelegt. Der Vergleich vor dem Zürcher Handelsgericht ist noch nicht rechtskräftig. Offiziell ist Stillschweigen vereinbart worden. In ihren Kreisen geben sich aber beide Seiten als Sieger. Die Eckwerte des Vertrags: Die «Blick»-Redaktion muss auf ihren Kanälen an prominenter Stelle publizieren, dass sie nicht mehr über alte Vorwürfe an Fredy Bickel berichten wird. Zudem muss sich der Verlag bei der Gegenseite entschuldigen – allerdings nicht öffentlich, sondern in privaten Schreiben. Hingegen muss er die Texte nicht löschen, in denen der «Blick» eine alte Geschichte um Bickel aufgewärmt hatte. Sie muss aber die Texte im Internet mit einem einordnenden Zusatztext versehen.

Eine öffentliche Entschuldigung und eine Übernahme der beträchtlichen ­Gerichts- und Anwaltskosten der YB-Seite konnte Ringier abwenden. Dies muss dem Verlag vorkommen wie ein Teilsieg. Bei Jetsetter Carl Hirschmann hatten sich die «Blick»-Titel nach einem Vergleich auf der Frontseite entschuldigen müssen. Anderen wie dem Ex-Botschafter Thomas Borer musste Ringier zusätzlich hohen Schadenersatz bezahlen.

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