Seilers Tor entschied Derby

Die YB-Frauen haben das Berner Derby gegen Thun dank einem frühen Tor von Franziska Seiler 1:0 für sich entschieden.

Die Entscheidung: Franziska Seiler ist einen Schritt schneller am Ball als die Thuner Torfrau Jennifer Oehrli.<p class='credit'>(Bild: Ulrich Kocher)</p>

Die Entscheidung: Franziska Seiler ist einen Schritt schneller am Ball als die Thuner Torfrau Jennifer Oehrli.

(Bild: Ulrich Kocher)

Young Boys, nach einem mässigen Saisonstart überraschend vier Ränge hinter dem Tabellendritten Thun platziert, wollte mit einem Sieg den Dreipunkterückstand egalisieren. Das Team von Trainer Rolf Kirchhofer startete vielversprechend und ging schon nach neun Minuten 1:0 in Führung. Franziska Seiler überlistete die sonst überzeugende Torhüterin Jennifer Oehrli.

Die Effizienz fehlte

Befreiend wirkte dieser Treffer aber nicht. Statt Torchancen herauszuspielen, versuchten es die Bernerinnen erfolglos mit hohen Bällen. Als Jehona Mehmeti, technisch, athletisch und vom Spielverständnis her eine der auffälligsten Spielerinnen auf dem Platz, vom rechten Mittelfeld in die Sturmspitze wechselte, bekam der YB-Sturm mehr Durchschlagskraft. Die Schweizer U19-Nationalspielerin vergab in der 41. Minute die Vorentscheidung. Alleine auf die Gästetorfrau ziehend, schoss sie neben das Tor. «Es ist zwar noch nicht so gelaufen, wie wir es uns vorgenommen haben. Wichtig sind aber die drei Punkte», sagte Mehmeti nach dem Derby.

Dem Thuner Angriff fehlte die Effizienz. Ein halbes Dutzend schön herausgespielte Torchancen wurden entweder eine Beute der fangsicheren Torhüterin Janine Chamot, oder die Bälle landeten neben dem Gehäuse. Vielleicht hätte die zum Hamburger SV transferierte Thuner Topskorerin Ana-Maria Crnogorcevic die Tore gegen YB geschossen, welche ihre ehemaligen Mitspielerinnen zum Teil kläglich «vergeigt» haben. Alleine die zur Stürmerin umfunktionierte Nora Häuptle wusste aus drei hervorragenden Chancen kein Kapital zu schlagen.

Die Gastgeberinnen kamen in der hektischen Schlussphase noch ins Zittern. Zum Punktegewinn kamen die Thunerinnen – sie hätten wohl noch zwei Stunden spielen können, ohne ein Tor zu erzielen-, jedoch nicht mehr. «Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. YB hat nach dem 1:0 praktisch nichts mehr gemacht. Wir waren spielerisch besser», fand Thuns Assistenztrainer Adrian Wiedmer.

Verlässt Teyssier Thun?

Der schwer enttäuschte Thuner Trainer Jean-Luc Teyssier äusserte sich gegenüber dieser Zeitung, dass er mit dem Gedanken spiele, von seinem Amt zurückzutreten. Der Entscheid fällt demnächst. Vorerst verreist der Teyssier (aus familiären Gründen) für einige Zeit nach Südfrankreich. «Beim kommenden Match gegen Basel bin ich mit Sicherheit nicht dabei. Gut möglich, dass das Derby mein Abschiedsspiel gewesen ist», sagt Teyssier.

prt/pvt/BZ

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt