Schick: «Augen zu und durch»

Der österreichische Flügelspieler Thorsten Schick spricht über sein Tor in Lugano und seine schwierige Situation bei YB.

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Wenn man Partien nach so dürftigen Vorstellungen wie YB heute gewinnt, wird man Meister.
Thorsten Schick: Das haben Sie gesagt. Klar ist: Solche Spiele muss man gewinnen, wenn man etwas erreichen will. Und solche Siege sind toll für uns als Mannschaft, weil das kein einfaches Spiel war. Zudem zählen drei hässliche Punkte nicht weniger als drei wunderschön herausgespielte.

Wieso tat sich YB so schwer?
Das war ein hartes Stück Arbeit, und natürlich war unsere Leistung nicht besonders gut. Aber wir spielten am Donnerstagabend noch in Belgrad, flogen am Freitag zurück, am Wochenende ging es schon wieder nach Lugano. Am Ende zählt das Resultat.

Sie hatten vor Ihrem Tor zum 2:0 sehr viel Zeit, weil Sie bei­nahe von der Mittellinie aus aufs Lugano-Tor laufen konnten. Was überlegt man sich da?
Es kommt selten vor, dass man derart viel Zeit hat. Mir war es zuerst mal wichtig, den Laufweg mit dem Lugano-Verteidiger quasi zu kreuzen, damit er mich nicht stoppen konnte. Dann hatte ich den Ball zwar auf dem schwächeren Fuss, dem linken, aber freie Schussbahn. Und dann hiess es nur noch: Augen zu und durch (schmunzelt). Es war Ihr erstes Saisontor. Sie haben bei YB einen schweren Stand, durften erst einmal in der Liga von Beginn an spielen, in den letzten Wochen kamen Sie kaum zum Einsatz.

Wie beurteilen Sie Ihre Situation?
Wir haben viele gute Spieler, der Konkurrenzkampf ist gross. Und wenn man nur wenige Minuten zum Einsatz kommt, ist es schwierig, sich aufzudrängen. In Lugano durfte ich eine Halbzeit spielen. Aber es geht nicht um einzelne Fussballer, sondern ums Team.

Dennoch würde es interessieren, ob Sie den Trainer, Ihren Landsmann Adi Hütter, ver­stehen können, wenn er auf ­andere Flügelspieler setzt.
Wenn ich hier etwas antworte, kann ich nur verlieren.

Ihr Reservistendasein kann für Sie als 27-jährigen Spieler im besten Fussballeralter kaum befriedigend sein.
Natürlich will jeder Fussballer immer spielen, sonst würde etwas nicht stimmen. Aber ich muss akzeptieren, wenn sich der Trainer für andere entscheidet. YB ist ein Spitzenteam, und es ist ja gut für den Verein, wenn wie in Lugano Spieler eingewechselt werden, die Tore erzielen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als im Training jeden Tag zu zeigen, dass ich bereit bin. Ich lasse mich nicht hängen.

Ende Saison läuft Ihr Vertrag aus. Was haben Sie für Pläne?
Das weiss ich noch nicht. Wir haben nun bis zur Winterpause noch einige wichtige Spiele, dann gehe ich mit meiner Familie in die Ferien nach Österreich. Wir haben seit Anfang Jahr eine kleine Tochter, ich freue mich auf die Tage in der Heimat. Viel Zeit bleibt uns aber nicht, Anfang Januar geht es schon los mit der Rückrundenvorbereitung.

In Bern?
Klar, mein Vertrag läuft ja noch.

Ihre Perspektiven bei YB sind nicht rosig. Es könnte ja sein, dass Sie bereits in der Winterpause einen Wechsel anstreben.
Wieso sollte ich dieses Projekt mitten in der Saison abbrechen? Wir sind gut unterwegs, gewinnen viele Spiele, ich bin Teil dieser Mannschaft.

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