Saisonende für Marco Schneuwly

Bei den Young Boys ist die Freude nach dem 2:0-Sieg gegen den FC Basel erheblich getrübt. Stürmer Marco Schneuwly fällt mit einem Kreuzbandriss mindestens ein halbes Jahr aus. YB dürfte in der Winterpause Ersatz verpflichten.

Schmerzhaft: Marco Schneuwly liegt am Sonntag nach dem Foul von Basels Scott Chipperfield auf dem Berner Kunstrasen.

Schmerzhaft: Marco Schneuwly liegt am Sonntag nach dem Foul von Basels Scott Chipperfield auf dem Berner Kunstrasen.

(Bild: Andreas Blatter)

Fabian Ruch

Gleichzeitig mit den ersten Schneeflocken am Montagmorgen bedeckte sich auch der nach dem 2:0-Sieg gegen Basel wolkenlose YB-Himmel. Bei einer MRI-Untersuchung wurde bei Marco Schneuwly eine Ruptur am vorderen Kreuzband festgestellt, der Stürmer fällt mit einem Kreuzbandriss sechs bis acht Monate aus. Der 24-jährige Angreifer wird in den nächsten Tagen operiert – und dürfte in dieser Saison nicht mehr spielen können. «Das ist ein harter Schlag für uns», sagt Sportchef Alain Baumann. Und Trainer Vladimir Petkovic ergänzt: «Marco Schneuwly ist ein wichtiger Spieler für uns. Sein Ausfall schmerzt sehr.»

Der bittere Rückschlag

Nach einem Foul von Scott Chipperfield, der dafür verwarnt wurde, musste Schneuwly am Sonntag in der 53.Minute angeschlagen ausgewechselt werden. «Das war ein normaler Zweikampf, wie es in jedem Spiel viele gibt», sagt Baumann. Und auch Petkovic spricht von einem «unglücklichen Zufall», dass Schneuwly beim Rencontre mit Chipperfield einen Kreuzbandriss erlitten hat. Wenige Minuten vor der Verletzung hatte Schneuwly mit seinem fünften Saisontor noch das 2:0 gegen Basel erzielt, zudem ist er mit acht Assists der beste Super-League-Vorbereiter. «Er war in starker Form», sagt Baumann. «Und hätte er in der Rückrunde so weitergespielt, wäre vielleicht sogar eine WM-Teilnahme möglich gewesen.»

Operation und monatelanges Aufbautraining statt Kampf um Meisterschaft und Cup und WM-Ticket – eine unglückliche Bewegung hat für Marco Schneuwly sehr unerfreuliche Nachrichten zur Folge. Der fleissige und laufstarke Angreifer interpretierte die Rolle im 3-4-3-System der Young Boys stets sehr teamfreundlich und war in dieser Saison ein tragendes Element des Berner Höhenflugs. Erst zu Beginn der nächsten Saison wird Schneuwly vermutlich wieder voll belastbar und einsetzbar sein. Dann dürfte der überragende Seydou Doumbia nicht mehr in Bern sein, sein Verkauf am Saisonende in eine grosse Liga ist kaum zu verhindern. «Aber im Winter wollen und werden wir keine Leistungsträger abgeben», sagt Alain Baumann. Der Sportchef hofft, dass Matar Coly in der Rückrunde seine Vorzüge ausspielen kann. «Er ist ein kräftiger Angreifer, der uns helfen wird», sagt Baumann. «Und wenn er im Januar eine gute Vorbereitung absolvieren kann, wird er auch fit sein.» Coly, erst seit Sommer bei YB, fiel vor der Saison und zu Beginn der Meisterschaft wochenlang verletzt aus und überzeugte bei seinen bisherigen Einsätzen für die Young Boys nicht restlos.

Kommt noch ein Stürmer?

Eigentlich war Coly als Konkurrent Marco Schneuwlys verpflichtet worden, weil die YB-Verantwortlichen jede Position mit einer gewissen Qualität doppelt besetzt haben wollen. Und eigentlich wollten die Berner in der Winterpause so oder so einen weiteren Angreifer holen, im Idealfall einen jungen und entwicklungsfähigen Schweizer. Nach der schweren Verletzung Schneuwlys könnte es nun aber sein, dass die Young Boys sogar einen gestandenen Angreifer suchen. «Wir schauen uns um, klar, aber wir erzwingen nichts», sagt Sportchef Baumann. Trainer Petkovic schliesslich erklärt, es sei noch zu früh, um Forderungen zu stellen: «Wir wissen erst seit Montag, dass Schneuwly lange ausfällt. Wir werden die Situation in der Winterpause in aller Ruhe analysieren.» Im letzten Ligaspiel 2009 am Sonntag zu Hause gegen Xamax sowie eine Woche später im Cupviertelfinal bei Challenge-League-Verein Lausanne dürfte Coly neben Doumbia und Alberto Regazzoni stürmen.

Berner Zeitung

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