Sadiks «Tor des Monats»

Thun

Der FC Thun behält vor der letzten Runde die Trümpfe im Duell um Platz 3 in der Hand. Dies, obwohl gegen Meister Basel mehr möglich gewesen wäre als «nur» ein 2:2.

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Wer in der 70.Minute die Tribüne zwecks Toilettenpause oder Nahrungsaufnahme verliess und fünf Minuten später zurückkehrte, dürfte sich beim Betrachten der Anzeigetafel kurzzeitig die Frage nach Halluzinationen gestellt haben.

1:2 stand da nun geschrieben, keine Rede mehr vom 1:0, das vorher 55 Minuten lang Bestand gehabt hatte. Shkelzen Gashi per Penalty nach Foul von Fulvio Sulmoni und Yoichiro Kakitani nach einem Missverständnis zwischen Guillaume Faivre und Thomas Reinmann hatten innert 120 Sekunden für die unerwartete Wende gesorgt.

Basler mit vielen Absenzen

Halluzinationen waren es nicht, ist doch jede FCB-Mannschaft auf nationalem Parkett für eine Wende gut. Etwas Kopfschütteln blieb aber definitiv zurück, denn es war ein 1:0 gewesen, das den Baslern schmeichelte. Paulo Sousa hatte in seinem hochwertig bestückten Kader rotiert wie zu Saisonbeginn. Mit Marek Suchy und Captain Fabian Frei standen nur zwei Stammspieler in der Anfangsformation, ein halbes Dutzend Cracks durfte zwei Wochen vor dem Cupfinal sogar einen gänzlich fussballfreien Pfingstmontag einziehen.

Sousas Ergänzungsspieler bemühten sich nicht in erwünschtem Masse um Eigenwerbung. Die Basler gestanden den hoch konzentrierten Gastgebern zu viel Platz zu. Diesen nützten die Thuner durch Berat Sadik (16.). Der Hüne konnte eine Massflanke von Nelson Ferreira ungehindert einnicken, der Basler Abwehrverbund stand nahezu geschlossen Spalier. Der in seinem Heimabschiedsspiel glänzend disponierte Sadik hatte seinen elften Saisontreffer schon nach nur 54 Spielsekunden auf dem Fuss gehabt.

Vorteile im Fernduell

Den Thunern unter den 8717 Fans war die Basler Darbietung egal, sie unterhielten sich bei Dauerregen bestens. Freude herrschte auch in der Pause, als Präsident Markus Lüthi ein Scheck über 250'000 Franken aus der «Aktion Herzblut» übergeben wurde.

Das Einzige, was zu diesem Zeitpunkt nicht stimmte, war das Resultat, Nicola Sutter (18.) traf aus bester Position nur den Pfosten, und Reinmanns Schuss (44.) wurde in höchster Not von Suchy abgewehrt. Und Basler Chancen? Fehlanzeige, mit Ausnahme eines Kopfballs von Kakitani, den Sulmoni kurz vor der Linie mirakulös parierte. Länger wollte nun Sousa aber nicht zuschauen, mit Luca Zuffi und Gashi wechselte er zwei Leistungsträger ein, kurz nachdem auch Stefan Glarner das 2:0 auf dem Fuss gehabt hatte.

Die beiden Zürcher in den Basler Reihen brachten tatsächlich mehr Dynamik. So hätte sich der Rekord- und Serienmeister fast auch als Champion der Effizienz erwiesen. Wie schon vor Wochenfrist gegen den FCZ steckten die Thuner aber nicht auf und wehrten sich gegen die erste Heimniederlage nach neun Partien. Das Schlussfurioso wurde belohnt durch ein «Tor des Monats» von Berat Sadik zum «hoch verdienten 2:2» (Zitat Urs Fischer). Nie dürfte das «Vogellisi» in den Ohren des Finnen süsser geklungen haben als nach seinem ballistischen Kunststück.

Da Zürich in Luzern 1:0 siegte, hat sich Thun den 3. Platz und das spätere Eingreifen in die Europa-League-Qualifikation noch nicht gesichert. Vor der Schlussrunde bleiben die Vorteile aber bei den Oberländern. Ihr Vorsprung vor dem Spiel beim abgestiegenen Aarau beträgt zwei Punkte, die Stadtzürcher stehen zudem im Derby gegen GC vor einer heiklen Aufgabe.

Berner Zeitung

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