«Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen»

Perfekter Einstand von Michael Skibbe in St. Gallen: Was der neue GC-Trainer zum 2:0 sagt, wie Izet Hajrovic sein Freistosstor erlebte und wie die gegnerischen Fans Goalie Roman Bürki mit Feuerzeugen einheizten – alles im Video.

«Mein Freistoss war unhaltbar»: Izet Hajrovic, der Torschütze zum 2:0 für GC, im Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnetz. (Video: Sebastian Rieder)
Sebastian Rieder@RiederSebastian

Kurz vor Schluss wurde es für die Grasshoppers noch einmal so richtig gefährlich, als sich den St. Gallern durch ein Strafraum-Foul von Veroljub Salatic die Chance zum Ausgleich bot. «Ein harter Entscheid, aber es war Penalty», gab der GC-Captain im Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnetz zu. Dass Salatic die heikle Szene ohne schlechtes Gewissen kommentierte, hatte einen guten Grund: Dzengis Cavusevic nahm in der 83. Minute am Penaltypunkt Anlauf und drosch den Ball nur an die Latte.

GC-Goalie Roman Bürki musste nicht eingreifen, machte aber nach dem Spiel klar, welchen Einfluss er auf den Lattenschuss hatte: «Ich habe versucht den Schützen zu irritieren.» Statt 1:1 stand nach einem von Izet Hajrovic direkt verwerteten Freistoss aber 2:0 für die Gäste. «Es war ein perfekter Freistoss von mir, ich glaube der Schuss war unhaltbar», sagte Hajrovic nach dem Sieg. Die tiefstehende Sonne im Gesicht von St.Gallen-Goalie Daniel Lopar liess der Torschütze nicht als Grund gelten.

6:0 Cornerverhältnis nach 45 Minuten

Der Sieg war die Grasshoppers verdient, «vor allem aufgrund der zweiten Halbzeit», wie Michael Skibbe feststellte. Der Nachfolger von Uli Forte kam trotz seinem erfolgreichen Einstand bei GC nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen gehörig ins Schwitzen. «Als der Elfmeter an die Latte ging, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Wenn St.Gallen noch den Ausgleich geschossen hätte, hätte mich das echt traurig gemacht», sagte Skibbe während seiner ersten Super-League-Pressekonferenz.

Was Skibbe aber zufrieden stimmte, war nicht nur der Sieg, sondern die Tatsache, dass seine Mannschaft auf dem Platz ballsicherer, spritziger und in den Zuspielen genauer agierte. «Wir haben ein prima Spiel gemacht, vor allem in der zweiten Hälfte.» In der Pause hatte Skibbe den wirkungslosen Johan Vonlanthen durch den frischen Anatole Ngamukol ersetzt, was sich positiv aufs Zürcher Spiel auswirkte. Deshalb konnte Skibbe auch zu recht festhalten: «Wir haben auch verdient gewonnen.»

Die offensiv eingestellten und von Captain Salatic überragend dirigierten Grasshoppers besassen mehr Ballbesitz und Spielanteile, was schon im Cornerverhältnis von 6:0 für den Cupsieger bei Halbzeit zum Ausdruck kam.

Zu viele Fehlpässe bei St. Gallen

Der FC St. Gallen verzeichnete zu viele Missverständnisse und Fehlpässe und hatte keine Durchschlagskraft. Der in die Türkei verkaufte Spielmacher Oscar Scarione fehlte spürbar, und Alhassane Keita war (noch) nicht der torgefährliche Stürmer, obwohl er mehrmals seine Schnelligkeit andeutete.

Einen Tag vor seinem 25. Geburtstag schoss Gashi GC in Front. Der spritzige Offensivspieler, der mit Captain Salatic und Abrashi aus einem disziplinierten Ensemble herausragte, schloss eine herrliche Kombination über Amir Abrashi und den Ex-St. Galler Michael Lang zur Führung ab. Als St. Gallen den Ausgleich suchte und durch Cavusevic und Nushi Chancen zum Punktegewinn vergab, sorgte Hajrovic mit seinem herrlichen Freistosstreffer für die endgültige Entscheidung.

Saibenes Enttäuschung

St. Gallens Coach Jeff Saibene war enttäuscht, aber sportlich genug, Skibbes Feststellung zu wiederholen. «GC war in der zweiten Hälfte dominierend, das Resultat geht in Ordnung.» Vieles hätte bei seinem Team nicht gestimmt, sie seien auch nicht zwingend genug gewesen. «Und ich glaube, wir haben nun den vierten Penalty gegen GC in den letzten zwei Jahren nicht ins Tor gebracht. Da wird es schwierig, Punkte zu holen oder gar zu gewinnen.» Saibene verabschiedet sich mit den Worten: «Ich werde überall den Hebel ansetzen müssen. Wir haben einiges zu tun.» (Mitarbeit: si, fal)

St. Gallen - Grasshoppers 0:2 (0:0) AFG-Arena. - 14'668 Zuschauer. - SR Jaccottet. - Tore: 66. Gashi (Michael Lang) 0:1. 90. Hajrovic (Freistoss) 0:2. St. Gallen: Lopar; Mutsch, Besle, Stocklasa, Lenjani; Janjatovic, Nater; Vitkieviez (59. Mathys), Wüthrich (69. Karanovic), Nushi; Keita (75. Cavusevic). Grasshoppers: Bürki; Michael Lang, Vilotic, Grichting, Pavlovic; Salatic; Hajrovic (90. Feltscher), Abrashi, Gashi, Vonlanthen (46. Ngamukol); Ben Khalifa (82. Toko). Bemerkungen: St. Gallen ohne Ivic, Lehmann, Demiri (alle verletzt), Russo (noch nicht einsatzberechtigt), Schönenberger und Rodriguez (beide nicht im Aufgebot). Grasshoppers ohne Brahimi und Tarashaj (beide verletzt). 83. Cavusevic schiesst Foulpenalty an die Latte. Verwarnungen: 12. Besle, 22. Grichting (beide Foul), 32. Hajrovic (Unsportlichkeit, «Schwalbe»). 81. Abrashi (Foul).

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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