Meisterliches auf dem «Spitz»

Die Young Boys lassen beim Burkhalter-Cup auf dem Spitalacker Xamax und Breitenrain hinter sich. Der neue Trainer Gerardo Seoane setzt auf Bewährtes.

Gerardo Seoane: Der YB-Coach beobachtet das Geschehen.

Gerardo Seoane: Der YB-Coach beobachtet das Geschehen. Bild: Raphael Moser

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Geduld ist gefragt, meterlang ist die Schlange: Frau und Mann, alt und jung, klein und gross, dick und dünn – alle wollen ein Foto mit ihm. Gemeint ist nicht der neue YB-Trainer Gerardo Seoane, der kann sich nach den ersten 45 Minuten an der Seitenlinie ungestört vom Spitalacker machen.

Die Schreibe ist vom Meisterpokal, der, auf einem Podest vor schwarzer Leinwand platziert, die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Er wird gehoben, geküsst und geknipst, er ist der Star der Veranstaltung. So einen wie ihn gab es bei den mittlerweile 15 Austragungen des Burkhalter-Cups ja auch noch nie zu sehen.

Fast wie Hütter

Derweil machen sich die Young Boys nebenan auf dem Platz ans erste Kapitel der neuen Geschichte, der erste Meistertitel nach 32 Jahren ist eine wunderbare Erinnerung, Punkte wird er künftig keine einbringen.

Seoane setzt gegen Breitenrain aus der Promotion League auf Altbewährtes, er stellt sein Team im vom Vorgänger Adi Hütter bevorzugten 4-4-2-System auf. Im Tor steht Meisterheld Marco Wölfli, im Mittelfeld zieht Sékou Sanogo die Fäden, vorne stürmt Guillaume Hoarau.

«Ich werde nicht alles auf den Kopf stellen.»YB-Trainer Gerardo Seoane

Neben ihnen erhalten die jungen Pedro Teixeira und Léo Seydoux eine Bewährungschance, der knapp 18-jährige ins Fanionteam beförderte Innenverteidiger Jan Kronig ist das einzige neue Gesicht im YB-Trikot. «Ich werde nicht alles auf den Kopf stellen», meint Seoane. Zumal die Mannschaft für diese Art von Fussball zusammengestellt worden sei. «Ob 4-4-2 oder 4-3-3 – das System ist zweitrangig. Wichtiger ist die Art und Weise, wie wir agieren.» Dynamisch und offensiv solle dies sein, sagt der 39-Jährige.

Davon ist in der ersten Partie gegen den FC Breitenrain noch relativ wenig zu sehen. Der Quartierclub aus der Promotion League, der ebenfalls mit einen neuen Trainer antritt – dem früheren YB-Spieler Martin Lengen –, agiert furchtlos und geht in Führung, Thorsten Schick kann kurz darauf für YB ausgleichen, der erste Vergleich endet Unentschieden.

Er habe einige schöne Spielzüge gesehen, aber nach nur drei Trainingstagen fehle es natürlich noch an Fitness und Spritzigkeit, sagt Seoane. Miralem Sulejmani formuliert es so: «Wir stehen ganz am Anfang.» Der Arbeitstag des Serben ist nach den 45 Minuten beendet.

Schlechtes Omen?

Im zweiten Spiel gegen Aufsteiger Xamax schickt Seoane elf ­andere Akteure aufs Feld, der wieder genesene Stammgoalie David von Ballmoos spielt erstmals wieder, die Zugänge Ulisses Garcia und Sandro Lauper kommen zu ihrer Premiere im YB-Trikot.

Lauper agiert nicht auf bevorzugter Position im zentralen Mittelfeld, sondern an der Seite von Captain Steve von Bergen in der Innenverteidigung. Ansonsten ist vieles altbekannt: Meisterschütze Jean-Pierre Nsame trifft nach Vorarbeit von Roger Assalé zum 1:0. Dabei bleibt es, die Young Boys gewinnen mit vier Punkten den Burkhalter-Cup.

Bleibt die Frage, ob das ein gutes Omen ist: Vor einem Jahr war YB mit dem letzten Platz auf dem «Spitz» in die Meistersaison gestartet.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 22.06.2018, 22:07 Uhr

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