Meister der Geduld

Die Young Boys können sich schon am Sonntag gegen Lausanne den Titel holen. Die Meisterrechnung der Spieler selbst ist simpler.

<b>Unbeirrt Richtung Titel:</b> Die Young Boys halten Kurs.

Unbeirrt Richtung Titel: Die Young Boys halten Kurs. Bild: Raphael Moser

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Nicht mehr lange, und die Young Boys sind Champion. Meister sind sie sogar schon jetzt, zumindest was die Geduld anbetrifft. Auch nach dem 1:0 gegen Zürich am Sonntag, dem zehnten Sieg in den letzten elf Meisterschaftsspielen, liessen sie sich wenig Konkretes zu ihren Titelplänen entlocken. «Man merkt schon, dass da langsam etwas passiert», fasste sich Christian Fassnacht vorsichtig kurz.

Doch anstatt langsam könnte es für die Young Boys nach dem 21. Saisonsieg jetzt auch richtig schnell gehen. Ein Sieg in Thun am Mittwoch, ein weiterer gegen Lausanne, dazu eine Niederlage von Basel zu Hause gegen GC oder am Sonntag auswärts in Sion – und die Young Boys dürften feiern.

Eher früher, als später

Die offizielle YB-Meisterrechnung stellte Trainer Adi Hütter ja bereits nach dem Sieg in St. Gallen vor einer Woche vor: Vier Siege, dann sei der Titel im Trockenen, egal wie die Konkurrenz spielt. «Und das war jetzt der erste von vier», sagte ein entspannter Guillaume Hoarau am Sonntag. Komplizierter wird es, sollte YB mit seinem Siegeszug in den nächsten drei Partien einmal aussetzen und Basel jeweils erfolgreich sein.

Dann könnte YB auch an einem spielfreien Sonntag (nach dem Rencontre mit Sion am Vortag) Meister werden – oder etwa auch zuvor am Auffahrtsdonnerstag, beim Direktduell in Basel mit dem FCB.

Man merkt schon, dass da langsam etwas passiert.»Christian Fassnach

Vieles deutet indes auf eine weitaus frühere Entscheidung hin und es ist in all dem sich anbahnenden Trubel auch erstaunlich, mit welcher Ruhe und Routine die Young Boys nach wie vor zu Werke gehen. Dass die Planungen für eine Meisterfeier hinter den Kulissen sehr wohl angelaufen sind, merkt man ihnen nicht an. Auch wenn die Wege, auf denen Basel den riesigen Vorsprung noch aufholen könnte, bald nur noch mithilfe von fortgeschrittenen Mathematik-Künsten errechenbar sind – bei YB halten sie sich bedeckt. «Jeder hat die Ausgangslage im Kopf», sagte Verteidiger Loris Benito, «wenn wir jetzt zweimal siegen, sieht es schon sehr gut aus.»

Gelb-Sperren und Edelreservisten

Zu dieser YB-Ruhe vor dem Meistersturm zählt auch, wie die Berner die sich zuletzt wieder häufenden Ausfälle verkrafteten. Leonardo Bertone hat den verletzten Djibril Sow solide vertreten und die Partie gegen den FCZ über die volle Dauer bestritten. In fast allen anderen Super-League-Kader wäre der Edelreservist unbestrittener Stammspieler. Am Sonntag nach dem Spiel sagte er: «Ich bin dankbar für jede Partie, die ich vor dieser Kulisse von Anfang an bestreiten darf.»

Am Mittwoch in Thun fehlt nebst dem verletzten Sow auch Sékou Sanogo, der am Sonntag die 12. Gelbe Karte sah und eine Runde pausieren muss. Michel Aebischer dürfte ihn ersetzen.

Publikumsmässig sind die Festwochen bei YB ja endlich eingeläutet. An den letzten drei Heimspielen waren jeweils mindestens 23 000 Zuschauer im Stadion, und auch bei den nächsten Partien dürfte das Stade de Suisse (am Sonntag gegen Lausanne, am Samstag darauf gegen Luzern) sehr gut gefüllt sein.

Meisterduell? Abstiegskampf!

Hinter YB zeichnet sich in der Super League eine spannende Schlussphase ab. Ab Rang 5 und dem FC Zürich ist noch kein Team vor dem Abstieg gefeit, die Teams von Rang 6 bis 10 trennt sogar nur ein Punkt. Und: Aktuell haben ausser YB und Basel alle Teams eine negative Tordifferenz – auch das spricht für die Berner Dominanz. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.04.2018, 20:13 Uhr

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