«Mehr gewarnt könnten wir ja gar nicht sein»

Vor dem Spiel gegen Apollon Limassol lüftet FCZ-Trainer Urs Meier das Erfolgsgeheimnis des neuen Leaders, sagt, wo die Gefahren auf Zypern lauern und ob der bei GC aussortierte Vero Salatic ein Thema ist.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Urs Meier, der FCZ hat Meister Basel durch einen 4:1-Sieg von der Tabellenspitze verdrängt. Was zeichnet Ihre Mannschaft zurzeit aus?
Sie hat einen unglaublichen Teamspirit entwickelt. Die Solidarität untereinander ist gewaltig. Jeder ackert im Spiel für jeden. Und auch im zwischenmenschlichen Bereich stimmt es bei uns zurzeit perfekt.

Als Tabellenleader sind Sie jetzt der Gejagte. Wie gehen Sie mit dieser Rolle um?
Ich kann Ihnen versichern, dass wir viel lieber die Gejagten als der Jäger sind.

Weshalb?
Es ist doch ein riesiger Ansporn für uns alle, dass wir möglichst bis am Schluss der Meisterschaft dort oben bleiben. Das ist doch eine wunderbare Herausforderung.

Was bleibt zu tun, damit Ihre Mannschaft weiterhin dort oben bleibt?
Wichtig ist, dass sich jeder Spieler im Hinterkopf bewusst ist, wie viel er investiert hat, um überhaupt an die Tabellenspitze zu gelangen. Er muss sich auch bewusst sein, dass er keine Sekunde nachlassen darf, sonst verspielt er das Erarbeitete postwendend wieder. Dann kann es sehr schnell wieder in eine ganz andere Richtung gehen.

Auffallend ist das Aufblühen von Davide Chiumiento. Wie erklären Sie sich das?
Er hat seine physischen Defizite wettgemacht. Er ist sich heute bewusst, dass man nur mit Schönspielerei keinen Pokal gewinnen kann. In dieser Hinsicht hat er dazugelernt.

Mit dem albanischen Internationalen Armando Sadiku und dem Schweizer Nationalspieler Mario Gavranovic fehlen Ihnen zurzeit zwei hochkarätige Stürmer, die sich beide einen Kreuzbandriss zugezogen haben. Wann rechnen Sie mit deren Rückkehr?
Beide sind noch in der Rehabilitation und auf gutem Weg zurück. Bei Gavranovic wird es wohl noch etwas länger dauern, weil er sich später als Sadiku verletzt hat. Einen genauen Zeitpunkt ihrer Rückkehr kann ich Ihnen nicht nennen. Wir werden Geduld haben, nichts überstürzen und sie behutsam wieder an die Mannschaft heranführen.

Beim Stadtrivalen GC ist Captain und Leader Vero Salatic offenbar nicht mehr gefragt. Er hat sich mit Trainer Michael Skibbe überworfen. Könnte der Mittelfeldspieler ein Thema beim FCZ werden?
Wir haben uns nicht mit der Personalie Vero Salatic befasst.

Der erste Gegner in der Gruppenphase der Europa League heisst heute Abend Apollon Limassol. Die Mannschaft liegt in der Meisterschaft nach drei Runden mit sechs Punkten auf dem dritten Tabellenrang. Gegen AO Agia Napa gab es bei der Generalprobe zuletzt einen 1:0-Sieg. Was wissen Sie über diese Mannschaft?
Unser Staff ist schon länger damit beschäftigt, möglichst viel Material über dieses Team zu sammeln und es auszuwerten. Der Club beschäftigt viele Legionäre, die unter anderem in Frankreich, Holland und Spanien spielten und deshalb viel Erfahrung mitbringen. Und in der Europa League kann der Club alle Legionäre einsetzen. Da gibt es keine Beschränkungen wie in der Meisterschaft.

Was hat Sie an Apollon bisher am meisten beeindruckt?
In den Playoffs zur Gruppenphase der Europa League hat die Mannschaft in Russland gegen Lokomotive Moskau sage und schreibe mit 4:1 gewonnen. Das ist ein enormer Leistungsausweis. Mehr gewarnt könnten wir ja gar nicht sein.

Wo liegen die weiteren Gefahren?
Wenn wir heute Abend um 20 Uhr Ortszeit hier antreten, wird es noch sehr warm sein. Das Thermometer dürfte dann immer noch zwischen 25 bis 30 Grad Celsius anzeigen. Wir haben am Mittwoch wie zur Anspielzeit noch einmal das Abschlusstraining absolviert.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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