Lia Wältis neue Welt

Die Langnauerin Lia Wälti wechselte auf diese Saison hin von YB zum Bundesligaklub Turbine Potsdam.

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Lia Wälti schreibt ein Autogramm auf eine Fahne. Die Freude beim Ehepaar aus Potsdam ist gross, denn genau jenes von Lia Wälti hat ihnen für eine komplette Sammlung noch gefehlt. Dafür sind die beiden nach Berlin gefahren, um ein Spiel des 1.FFC Turbine Potsdam anzusehen. Lia Wälti erfüllt diesen Wunsch gerne, auch wenn das für sie alles noch ungewohnt ist. Denn es ist eine neue Welt, in der die Fussballerin seit Anfang Juli lebt. Nach drei Jahren bei den Berner Young Boys hat sie den Schritt ins Ausland gewagt und zu einem der erfolgreichsten Vereine im europäischen Frauenfussball gewechselt. «Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen. Für mich war der Wechsel der richtige nächste Schritt», findet die Mittelfeldspielerin, die einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat.

Geglückter Einstand

Mit einem 1:1-Unentschieden gegen Jena ist Potsdam in die neue Saison gestartet. Bei ihrem ersten Bundesliga-Einsatz spielte Wälti gleich durch. 2780 Zuschauer verfolgten die Partie im Karl-Liebknecht-Stadion. Das sind weitaus mehr, als sich Lia Wälti aus der Vergangenheit in der Schweiz gewohnt ist. «In Potsdam kommen sogar bei Testspielen mehr Leute, als wir je an einem NLA-Heimspiel hatten. Ich muss hier viel mehr Autogramme geben. Das ist schon speziell», erzählt sie und schmunzelt. Das Bundesliga-Spiel Nummer zwei endete am Sonntag mit einem 7:0-Kantersieg für Potsdam beim VfL Sindelfingen.

Gross ist auch die Anzahl der Einheiten, die die 20-Jährige seit Anfang Juli hatte. Absolvierte sie bei YB maximal sieben Trainings pro Woche, sind es bei Turbine Potsdam doppelt so viele. «Vor allem in der Sommerhitze war das schon happig. Bis jetzt habe ich keine Beschwerden und ich hoffe, das bleibt so», sagt Wälti. Ihr Trainer Bernd Schröder steht schon seit über vierzig Jahren an Potsdams Seitenlinie. Der 71-Jährige ist zufrieden mit seinem neuen Schützling: «Lia ist eine Spielerin mit Zukunft. Sie hat eine gute Spielintelligenz, aber man muss ihr noch Zeit geben, damit sie sich an die hohen Belastungen gewöhnen kann», sagt Schröder.

Namen bereitet Probleme

Die Schweizer Nationalspielerin hat sich in ihrer neuen Heimat gut eingelebt. «Natürlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde. Und es tönt vielleicht komisch, aber vor allem fehlt es mir, hin und wieder einmal Schweizerdeutsch zu sprechen.» Von den Mitspielerinnen sei sie jedoch gut aufgenommen worden. Einzig die Aussprache ihres Nachnamens bereitet den deutschen Teamkolleginnen manchmal noch Probleme, erzählt Wälti schmunzelnd. Von Potsdam und Berlin hat sie noch nicht viel gesehen. Dafür fehlte ihr schlicht die Zeit. Wälti hat eine KV-Lehre abgeschlossen, lebt aber momentan alleine vom und für den Fussball. Am Abend erholt sie sich am liebsten zu Hause in ihrer eigenen 2-Zimmer-Wohnung. Ausser am Donnerstag, an diesem Tag treffen sich die Spielerinnen zum gemeinsamen Fernsehabend und schauen sich TV-Serien an.

Für ihr junges Alter ist Lia Wälti bereits sehr erfahren und nahm mit den Schweizer U-Nationalteams an diversen Endrunden teil. Was ihr aber noch fehlt, sind Einsätze in der Champions League. Nebst dem obligaten Ziel, die Meisterschaft und den Pokal zu gewinnen, möchte Turbine Potsdam auch in der Champions League wieder für Furore sorgen. Nach dem Sieg 2010 soll der Pokal wieder nach Potsdam geholt werden. Wenn nicht diese, dann spätestens in der nächsten Saison. Denn 2015 findet der Final im Berliner Olympiastadion statt. Und da hätte Lia Wälti mit Turbine Potsdam Heimvorteil. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.09.2013, 13:06 Uhr

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