Keine Panik bei YB

33 Pflichtspiele bestreitet YB zwischen Ende Juli und Weihnachten. Nach dem 1:3 am Sonntag beimSaisonangstgegner Thun ­bleiben die Young Boys ruhig.

Getrübte Stimmung: Die Young Boys mussten in Thun einen Rückschlag hinnehmen.

Getrübte Stimmung: Die Young Boys mussten in Thun einen Rückschlag hinnehmen. Bild: Keystone

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Es ist eine zu verrückte Geschichte, als dass sie an dieser Stelle nicht noch mal erwähnt wird. YB absolviert also eine überragende Saison, reiht Sieg an Sieg an Sieg, führt die Tabelle Anfang Dezember mit immer noch respektablen 4 Punkten Vorsprung auf den wieder erstarkten Serienmeister Basel an.

Aber: Zwei der drei Niederlagen in 17 Runden erlitten die Young Boys gegen den kleinen Kantonsrivalen Thun. Beide Male als Leader. Beide Male gegen den Letzten. Und beide Male deutlich (0:4 zu Hause, 1:3 in Thun).

7 von erst 17 Gegentoren kassierte YB gegen den krassen Aussenseiter, in den restlichen 15 Begegnungen waren es nur 10! Dabei sind die Young Boys aussichtsreicher Titelkandidat, während Thun allergrösste Abstiegssorgen plagen. «Fussball ist manchmal nicht erklärbar», sagt Adi Hütter.

Der YB-Trainer blieb in der Euphorie rund um den Verein konzentriert und ruhig, und auch nach Rückschlägen verliert er nicht die Kontrolle. «Das ist ein Prozess», sagt Hütter. «Niemand hat erwartet, dass wir jede Begegnung bis Saisonende gewinnen werden.»

Der Österreicher weist auf das enorm strenge Programm hin – und auf die sehr junge Belegschaft. «Die Spieler dürfen stolz sein, was sie erreicht haben. Manchmal gibt es aber halt Spiele, in denen es nicht läuft.»

Einige Akteure sind müde

33 Pflichtpartien bestreiten die Young Boys zwischen Ende Juli und Weihnachten, in dieser Saison kommen im Vergleich zur letzten der Cupviertelfinal sowie der 19. Spieltag hinzu. Im Frühling gibt es weniger Terminmöglichkeiten, weil die Spielzeit wegen der WM 2018 früher beendet sein muss.

«Fussball ist manchmal nicht erklärbar.»YB-Trainer Adi Hütter

Bis zur Winterpause folgen für YB drei Begegnungen, am Donnerstag der bedeutungslose Europa-League-Auftritt gegen Skenderbeu, drei Tage später das Heimspiel gegen GC, am 17. Dezember der Auftritt in Luzern. «Die letzten Monate haben viel Kraft gekostet», sagt Sportchef Christoph Spycher. «Das merkt man einigen Akteuren an.»

Besonders augenfällig ist das bei Jean-Pierre Nsame, dem Torjäger im Sturm, der seit Wochen ziemlich kraftlos wirkt. «Er hat im Sommer keine richtige Vorbereitung bestritten», sagt Spycher, «wechselte dann im August von Servette zu uns und war wegen der Verletzung von Guillaume Hoarau sofort intensiv gefordert.» Nsames Leistungseinbruch ist verständlich. Spycher ist überzeugt, dass der kräftige Angreifer nach der Winterpause und mit richtiger Vorbereitung im Frühling in Bestform sein wird.

Krasses Leistungsgefälle

Und im Grunde genommen kam die ungenügende Leistung in Thun ja keineswegs überraschend. Bereits eine Woche zuvor, beim sehr glückhaften 2:1-Sieg in Lugano, hatten die Young Boys über weite Strecken schwach und harmlos agiert.

Erstaunlicherweise zeigten die Young Boys zwischen den Partien in Lugano und Thun am Donnerstag im Cupviertelfinal gegen St. Gallen (2:1) vor der Pause die wohl beste von bisher 60 Halbzeiten in dieser Saison. Vielleicht lag der Fokus in der letzten Woche stärker auf dem Cup, wo der Weg zum Titel kürzer ist als in der Liga.

«Kein Team kann alle drei, vier Tage Topleistungen abliefern.»YB-Sportchef Christoph Spycher

«Kein Team kann alle drei, vier Tage Topleistungen abliefern», sagt Spycher. Derzeit stecken Weltklubs wie Arsenal, Real Madrid, Milan oder Dortmund in Ergebniskrisen. Und die YB-Welt sieht ja immer noch rosig aus – als Leader der Super League und Cup­halbfinalist.

Für diese Bilanz hätte Christoph Spycher Anfang Saison sofort unterschrieben. «Aber in der Europa League wurden wir für unsere guten Darbietungen leider unter Wert geschlagen», sagt der Sportchef. In den ausstehenden Partien im Jahr 2017 geht es für YB nun darum, das ausgezeichnete Halbjahr angemessen zu beenden – mit dem Gewinn der Wintermeisterschaft als ­Krönung. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.12.2017, 09:21 Uhr

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