Jordan fliegt

Bei YB brilliert der erst 18-jährige Jordan Lotomba. Und der FC Luzern schont in Bern wichtige Akteure.

Youngster mit Talent: Jordan Lotomba (rechts).

Youngster mit Talent: Jordan Lotomba (rechts).

(Bild: Raphael Moser)

Der Blick auf die Aufstellung des FC Luzern sorgt vor Spielbeginn für Stirnrunzeln. Mit Claudio Lustenberger, Christian Schneuwly und Tomi Juric sitzen drei Leistungsträger auf der Bank. Als ob sich die Gäste im Stade de Suisse gegen Leader YB wenig ausrechnen würden. Aufstellung und Auftreten des FCL wirkten denn auch teilweise recht behelfsmässig, nach der Pause brach er unter dem Ansturm der flinken, flotten Young Boys regelrecht ein. «In der ersten Halbzeit hat es uns Luzern schwer gemacht, wir trafen nach zwei Standards», sagt Jordan Lotomba nach dem 4:1-Heimsieg von YB, «danach lief es uns viel besser.»

«Selbstverständlich fühle ich mich auch hinten links wohl und bin froh, wenn ich spielen darf.»Jordan Lotomba

Jordan Lotomba ist in diesem Herbst der Überraschungsgast in der YB-Aufstellung. 18 Jahre ist der Romand erst, zumindest eine Woche noch. Seit Sommer ist er in Bern, vorgesehen als Perspektivspieler, versehen mit der vielversprechenden Einschätzung, ein riesiges Talent zu sein. Und das beweist der Youngster früher als erwartet, er wird in diesen intensiven Zeiten gebraucht, weil Linksverteidiger Loris Benito mal wieder verletzt ausfällt. «Das ist bitter für Loris», sagt Lotomba, «und für mich ist es eine Chance.» Die er konsequent nutzt. Mit Ballsicherheit, Dribbelstärke und Übersicht glänzte der Techniker auch gegen Luzern, vor der Pause war er sogar der auffälligste Akteur auf dem Kunstrasen.

Wieder ein Romand-Talent

Interessanterweise sagt Lotomba, er spiele am liebsten rechts – und im Mittelfeld. Auch links hinten ist der Jungspund bereits ein Gewinn für die Young Boys. «Selbstverständlich fühle ich mich auch dort wohl», sagt Lotomba, «und bin froh, spielen zu dürfen.» Wenn der Eindruck nicht täuscht, ist Lotomba ein weiterer hoffnungsvoller Akteur aus der Westschweiz, der wie Yvon Mvogo, Denis Zakaria und Kevin Mbabu bei YB durchstarten könnte. «Er ist ein vielseitiger Fussballer, der auf einem guten Weg ist», lobt ihn sein Trainer, wobei Adi Hütter natürlich nicht vergisst, das zarte Alter Lotombas zu erwähnen: «Er ist noch sehr jung und wird von uns nicht unter Druck gesetzt.»

Mit der Leistung seines Teams gegen das vor der Pause noch solid verteidigende Luzern ist Hütter zufrieden: «Wir haben Geduld bewiesen.» Auf Luzerner Seite interessiert derweil vor allem die seltsame Personalauswahl des Trainers. «Wir haben in Bern oft hoch verloren», sagt Markus Babbel, «und ich finde, unsere Jungen sollen auch zum Einsatz kommen.» Es ist eine eigenwillige Aussage, die zeigt, welchen Respekt Babbel vor YB hat. Das für den FCL wichtigere Spiel in dieser Woche findet am Samstag statt. Zu Hause gegen den Letzten Lausanne. Lotombas langjährigen Verein.

lsi/fdr

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