Immer am Ball

Seit gut 13 Jahren steht Julia Schassberger fast jede freie Minute auf dem ­Rasen. Der Weg der 17-Jährigen führte vom FC Aarwangen bis in die höchste Liga der Schweiz. Was der junge Erfolg beim BSC YB mit sich bringt, und welche Ziele sie hat.

<b>Die Verteidigerin Julia Schassberger</b> spielt beim BSC YB für das NLA-Team der Frauen.

Die Verteidigerin Julia Schassberger spielt beim BSC YB für das NLA-Team der Frauen. Bild: Raphael Moser

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Mit vier Jahren stand Julia Schassberger zum ersten Mal auf dem Fussballfeld. Sie erwies sich als grosses Talent; heute spielt die 17-jährige Gymnasiastin aus Aarwangen in der ersten Equipe des BSC YB.Mit elf Jahren wechselte sie vom FC Aarwangen zum Team Oberaargau Emmental (Tobe) und spielte dort bis 2016 in einer Männermannschaft.

Mit 13 Jahren erspielte sich die Verteidigerin einen Ausbildungsplatz an der nationalen Football Academy in Biel. Nur rund zehn Spielerinnen werden pro Jahrgang ausgewählt, die während zweier oder dreier Jahre gezielt auf ihre spätere Karriere vorbereitet werden.

«Ihr Pech war mein Glück»

Sechsmal wöchentlich trainierte Julia Schassberger an der Fussballschule. Für ihr Hobby, das sie dank der Fussballschule in Biel immer intensiver betreiben konnte, musste sie schnell erwachsen werden: Die Verteidigerin zog mit 13 Jahren von zu Hause aus und lebte danach bei einer Bieler Gastfamilie.

«Mit den ­U-15-Junioren vom Tobe trainierte ich jeweils am Freitagabend und bestritt samstags die Matchs», sagt sie. Tobe ist ein regionaler Partnerverein des BSC YB. So führte im Sommer 2016 auch der Weg von Julia Schassberger in die Bundesstadt.

Dort hatte sie in der Vorrunde bei den U-17-Juniorinnen gespielt, bevor sie in der Rückrunde im U-19-Team eingesetzt wurde. Im Sommer 2016 verletzten sich mehrere Spielerinnen der ersten Equipe. Julia Schassberger, die deswegen nachrückte, ist sich bewusst: «Ihr Pech war mein Glück.»

Alles unter einen Hut bringen

Seither ist sie immer am Ball geblieben, spielt in der höchsten Liga der Schweiz und erfüllt gleichzeitig alle Voraussetzungen, im U-19-Nationalteam regelmässig spielen zu können.

Inzwischen trainiert sie sechsmal pro Woche beim BSC YB, davon einmal mit den U-16-Junioren. «Ich spiele gerne mit den Jungs, denn das Tempo dort ist höher.» Das verbessere auch die Qualität im NLA-Team der Frauen, mit dem sie samstags Meisterschaftspartien bestreitet.

In ihrer fussballfreien Zeit besucht Julia Schassberger das Berner Sportgymnasium Neufeld. Obwohl die Ausbildung fünf statt vier Jahre dauere, sei es für sie schwierig, alles unter einen Hut zu bringen.

«Ich fehle oft ganze Wochen wegen Trainingslagern mit dem U-19-Nationalteam und muss viel Stoff aufholen», erklärt sie. Doch die Ausbildung sei ihr wichtig. «Man muss immer einen Plan B haben.» Denn speziell im Frauenfussball sei es schwierig, vom Sport leben zu können.

Grosse Zukunftspläne

«Unterstützung erhalte ich von Familie und Freunden», sagt Julia Schassberger. Diese müssten allerdings viel auf sie verzichten. Denn die junge Fussballerin hat neben dem Sport nur wenig Freizeit.

«Als ich damals zum BSC YB ging, entschied ich mich bewusst für den Fussball – ich verzichte für mein Hobby gerne auf anderes.» Klar gebe es Tage, an denen die Motivation fehle. «Doch sobald ich wieder auf dem Spielfeld stehe, ist alles vergessen.»

Fussball, das sei ihre grosse Leidenschaft. Julia Schassberger ist ambitioniert und hat hohe ­Ziele: In einigen Jahren will sie im Frauen-A-Nationalteam spielen und später ins Ausland gehen. Doch zuerst gilt es im Sommer an der U-19-EM zu brillieren: «Wir sind Gastgeberinnen, daher wäre es besonders schön, zu ­siegen.» (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 28.11.2017, 09:51 Uhr

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