«Ich war am Boden»

Eren Derdiyok ist dank Ottmar Hitzfeld für die Spiele gegen Albanien und Slowenien nominiert. Der Leverkusen-Stürmer erklärt, warum das Aufgebot trotz mangelnder Spielpraxis verdient ist.

«Ottmar Hitzfeld hat mich durch die schwere Zeit begleitet»: Eren Derdiyok im Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnetz.
Sebastian Rieder@RiederSebastian

Es ist kurz nach Mittag, die Wolken hängen tief und grau an diesem Montag in Feusisberg. Vor dem Hotel wimmelt es von Reportern, im Fokus: Eren Derdiyok. Der Stürmer von Bayer Leverkusen ist trotz des schlechten Wetters bester Laune. «Ich fühle mich körperlich sehr, sehr fit. Auch psychisch geht es mir gut.» Dass Derdiyok wieder Lachen kann, ist nicht selbstverständlich.

Um seine Situation zu beschreiben, muss Derdiyok zuerst einmal Luft holen. «Ich war am Boden und bin wieder aufgestanden», sagt er und beschreibt die dunkle Vergangenheit in Hoffenheim, wo er vergangene Saison als teurer Transfer grandios scheiterte und am Ende gar aus dem Kader gestrichen wurde. «Sehr viele Leute haben mir in dieser schweren Zeit geholfen», sagt Derdiyok.

«Eine grosse Chance»

Durch seine Rückkehr diesen Sommer zu Bayer Leverkusen hat er sich und dem Schweizer Nationalteam einen grossen Gefallen getan. «Der Wechsel zu Leverkusen war enorm wichtig und ist eine grosse Chance für mich.» Zwar ist er bei der Werkself nicht erste Wahl, als Joker kommt er jedoch zu kleinen Einsätzen. «Man hat gemerkt, dass ich keine Spielpraxis hatte, aber die konnte ich jetzt mehr oder weniger wieder sammeln.»

Weniger erfreulich war das vergangene Wochenende, als Derdiyok gegen Bayern München (1:1) von Coach Sami Hyypiä nicht einmal für die Reserve aufgeboten wurde. Er sagt dazu nur so viel: «Der Trainer hat so entschieden. Gegen die Bayern ist es immer schwierig als Stürmer.»

Der Dank an Hitzfeld

Diese Vorzeichen sprechen nicht gerade für eine Selektion für die Nationalmannschaft. Dennoch ist Derdiyok überzeugt, in den WM-Qualifikationsspielen gegen Albanien und Slowenien seinen Beitrag zu leisten. «Ich spüre das Vertrauen von Ottmar Hitzfeld», sagt er fast demütig und bedankt sich beim Nationaltrainer. «Er hat mich durch die schwere Zeit begleitet und viele Tipps gegeben. Vielleicht kann ich etwas zurückgeben.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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