Hütters Mission in Bern

Adi Hütter verlängert seinen Vertrag bei YB bis 2019. Damit herrscht vorerst Ruhe um seine Person. Der Erfolgstrainer will in dieser Saison einen Titel gewinnen.

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Fabian Ruch

Plötzlich ging schnell, was vorher von erheblichen Verzögerungen begleitet war. Monatelang war darüber spekuliert worden, ob und wann Adi Hütter seinen Ende Saison auslaufenden Vertrag verlängern würde. Am Donnerstag endlich meldeten die Young Boys Vollzug – Trainer Hütter bindet sich um ein weiteres Jahr bis Sommer 2019 an den Klub.

«Wir sind sehr froh, dass es gelungen ist, den Vertrag zu verlängern. Adi Hütter passt mit seiner Art hervorragend zu YB und unserer Strategie, mit einer Mischung aus erfahrenen Leistungsträgern und jungen Spielern mitreissenden, erfolgreichen Fussball zu bieten», sagt Sportchef Christoph Spycher.

Auch Adi Hütter freut sich: «Ich habe immer betont, dass es mir bei YB und in Bern ausgezeichnet gefällt. Nach den unruhigen letzten Wochen mit den zahlreichen Medienberichten rund um meine Zukunft war es für mich wichtig, dieses Zeichen zu setzen und klar zu zeigen, dass ich mit YB noch grosse Ziele habe.» Und weiter: «Es ist toll, ­gemeinsam mit dem Staff und der Mannschaft bei diesem Traditionsverein tätig zu sein.»

Einer für die Bundesliga

Die beiden Parteien hatten in den letzten Wochen oft miteinander gesprochen. Noch letzte Woche meinte Spycher, er könne nicht nur das machen, was er wolle, sondern müsse an den Klub denken: «Es geht immer zuerst um YB.» Die Young Boys und Hütter hatten unterschiedliche Vorstellungen bezüglich Lohn, Vertragsdauer, Ausstiegsklauseln und Mitspracherecht.

Das ist normal, und sowohl Spycher als auch Hütter sind bekannt dafür, unnachgiebig verhandeln zu können, wenn es die Situation erfordert. Nun haben sich beide geeinigt, sie verfolgen ein gemeinsames Ziel: dass YB endlich wieder einen Titel gewinnt.

Das ist Hütters Mission in Bern. Und nun herrscht vorerst Ruhe um seine Person. Anfang Woche erst hatte Hütter dem interessierten Bundesliga-Klub Bremen abgesagt. Die nächsten Angebote für den erfolgreichen Trainer werden aber bald folgen. Klar ist, dass Hütter diese Saison bei YB beenden möchte.

In seiner Heimat ­Österreich hatte der 47-Jährige mit Red Bull Salzburg bereits das Double gewonnen. Holt er nun auch mit den Young Boys im Frühling einen (oder zwei) Titel, hätte er eine ausgezeichnete Position, um den nächsten Schritt in der Karriere zu realisieren.

Gute Trainer auf dem Markt

Es ist schwierig abzuschätzen, ob Adi Hütter bis Sommer 2019 in Bern arbeiten wird. Sollte er die Young Boys zum Meistertitel ­führen, könnte die Champions League eine interessante Herausforderung für ihn darstellen.

Als Champion würde YB in der Qualifikation erst in den Playoffs eingreifen müssen – vermutlich als gesetzte Mannschaft. Der Zweite der Super League muss derweil drei Qualifikationsrunden überstehen, um die Gruppenphase der Königsklasse zu erreichen.

Die Vertragsverlängerung erlaubt den Young Boys nun auch, in aller Ruhe nach einem Nachfolger Hütters Ausschau zu halten. Lausannes Fabio Celestini ist immer noch das grösste Trainertalent der Liga. Er lässt einen offensiven, attraktiven Fussball spielen, würde als Westschweizer zur starken Französisch sprechenden Fraktion bei YB passen – müsste aber sein Deutsch verbessern.

Auf dem Trainermarkt sind derzeit übrigens überraschend viele renommierte und arbeitslose Schweizer. Hätte sich Hütter für einen Wechsel nach Bremen entschieden, wären gleich drei Meistertrainer zur Verfügung gestanden: Marcel Koller, Titelgewinner mit St. Gallen und GC, der in Österreich als Nationalcoach aufhören muss – und mit Spycher freundschaftlich verbunden ist, sowie Urs Fischer, zuletzt zweimal Meister in Basel, und René Weiler, der mit Anderlecht die Meisterschaft gewonnen hatte, im Herbst aber entlassen wurde.

Nicht alle hätten zur YB-Philosophie gepasst – vorstellbar aber wären sie alle gewesen.

Berner Zeitung

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