Hediger mit Kreuzbandriss – halbes Jahr Pause

Der böse Verdacht wird zur Gewissheit: Thuns Captain Dennis Hediger hat sich gegen YB einen Kreuz- und Innenbandriss zugezogen.

<b>Wurde am Sonntag verletzt vom Platz gefahren:</b> Thuns Captain Dennis Hediger.<p class='credit'>(Bild: Keystone Marcel Bieri)</p>

Wurde am Sonntag verletzt vom Platz gefahren: Thuns Captain Dennis Hediger.

(Bild: Keystone Marcel Bieri)

Dominic Wuillemin

Ist es professionell? Oder pietätlos? Seit sich Dennis Hediger im Derby gegen YB schwer am Knie verletzte, sind keine 24 Stunden vergangen, da hat Thuns Sportchef Andres Gerber bereits Offerten von Beratern für Ersatzkräfte vorliegen. Am Freitag um Mitternacht schliesst das Schweizer Transferfenster, bis dann könnten die Oberländer Akteure aus hiesigen Ligen verpflichten.

Wobei: Für Hediger, den unermüdlichen und zuverlässigen Anführer, gibt es keinen Realersatz. Schon gar keinen, den sich die Thuner leisten könnten.

Beim Derby in der Stockhorn-Arena lief am Sonntag die Schlussphase, als sich jene folgenschwere Szene ereignete, die das 1:1 gegen den souveränen Tabellenführer, ja den guten Rückrundenstart überschatten sollte. YB-Mittelfeldspieler Djibril Sow fällt unglücklich auf Hediger, die Reaktion des Thuners verrät, dass es sich um eine gröbere Blessur handeln muss, sein Knie, das blau anschwillt, ebenso. Gerber erzählt, wie in der Garderobe eine Betroffenheit zu spüren gewesen sei, wie er seither viele Reaktionen erhalten habe. «Man merkt, welche Bedeutung Dennis für diesen Club hat.»

Am Montagmittag wird der Captain untersucht, der böse Verdacht zur Gewissheit, ein Riss des Kreuz- sowie Innenbandes im rechten Knie festgestellt. Statt tatkräftig an der Fortsetzung des Höhenflugs zu arbeiten, der die Oberländer nach 20 Spieltagen auf den 3. Rang getragen hat, beginnt für den 32-Jährigen, der bis zum Sonntag von schweren Verletzungen verschont worden war, der lange und steinige Weg zurück. «Ich bin überzeugt, dass mir diese Pause die Gelegenheit gibt, mich mental, körperlich und auch fussballerisch weiterzuentwickeln, damit ich stärker denn je zurückkehren kann», lässt er sich gestern Abend in gewohnt kämpferischer Manier zitieren.

Seltene Persönlichkeit

In den nächsten Tagen wird Hediger operiert, er dürfte ein halbes Jahr nicht eingesetzt werden können. Der Ausfall tue enorm weh, sagt Trainer Marc Schneider. Persönlichkeiten wie Hediger gebe es selten. «Er schreitet immer voran, gibt uns viel Energie.» Schneider möchte, dass Hediger trotz Reha möglichst nahe beim Team bleibt.

Derweil geht Gerber nicht davon aus, auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Dem Sportchef gibt Hoffnung, dass man bewiesen habe, über ein stabiles Kollektiv zu verfügen. Er sagt: «Wir haben genügend Spieler, die sich nun beweisen können.»

Seit 2014 hat Hediger 152 von möglichen 164 Partien in der Super League absolviert. Thun ohne seinen Captain, es ist ein Bild, an das man sich wird gewöhnen müssen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt