Doppelte Verstärkung für YB

Die Lissabon-Reisen von YB-Sportchef Fredy Bickel haben sich gelohnt: Neben Miralem Sulejmani hat YB auch dessen Teamkollege Loris Benito verpflichtet. Am Dienstag trainierten die beiden erstmals in Bern.

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Michael Bucher@MichuBucher

Eigentlich hätten am Dienstagmorgen im YB-Training alle Augen auf Miralem Sulejmani gerichtet sein sollen. Die neue Offensivkraft aus Serbien bestritt sein erstes Training bei den Bernern. Doch kurz vor Trainingsbeginn teilten die Young Boys mit, dass auch Sulejmanis letztjähriger Teamkollege bei Benfica Lissabon, Loris Benito, verpflichtet werden konnte. So mussten sich die beiden das Rampenlicht teilen.

Dass neben dem spielstarken 26-jährigen Serben auch noch Loris Benito zu YB wechselt, war schon seit einer Weile ein Gerücht auf dem Transfermarkt. Nun ist der Wechsel fix. Der 23-jährige Aargauer hat einen Vertrag über vier Jahre bis im Sommer 2019 unterschrieben.

Fredy Bickel ist froh, hat der Doppel-Transfer mit Benfica Lissabon geklappt. Der YB-Sportchef hat viel Zeit in Lissabon verbracht und um die beiden gebuhlt. «Ich kenne jetzt viele Restaurants in Lissabon», witzelte er am Dienstagmorgen. Loris Benito bestätigt nach dem Training, dass die intensiven Bemühungen der Young Boys mit ein Grund waren nach Bern zu wechseln. Ein anderer könnte sein, dass sich der noch junge Verteidiger in Lissabon nicht richtig durchsetzen konnte. Der ehemalige Schweizer U21-Nationalspieler wurde letzte Saison nur sechs Mal eingesetzt.

Lobende Worte von Uli Forte

Dass sein Wechsel vor einem Jahr vom FC Zürich ins Ausland zu früh gewesen sei, sieht Benito nicht so. «Ich bereue den Schritt keinesfalls», sagt er. Er habe viele Erfahrungen sammeln können, gerade, was den erbitterten Kampf um einen Stammplatz angeht. Bei YB sorgt der Linksfuss nun auf der Position des linken Verteidigers, namentlich auf Jan Lecjaks, Druck aus. Doch das sei nicht die einzige Option. «Benito ist sehr variabel einsetzbar», meint Coach Uli Forte. Man könne ihn auch in der Innenverteidigung oder gar im defensiven Mittelfeld einsetzen.

Uli Forte nennt ihn einen «Top-Spieler», der in seinen jungen Jahren bereits zu einer reifen Persönlichkeit herangewachsen sei. Er begrüsst die neue Konkurrenzsituation sehr. «Das gibt einen Ruck durch die Mannschaft», sagt Forte. Das habe man bereits im ersten Training gemerkt, die Stammspieler würden sich so noch mehr ins Zeug legen. Dass das Kader momentan 27 Spielern umfasst, findet Forte jedoch etwas aufgebläht. Gut möglich also, dass es noch zu Abgängen kommen wird.

Wann fällt das M-Wort?

YB will nächste Saison ja Basel ernsthaft fordern, die Erwartungen in Bern werden wieder etwas in die Höhe geschraubt. Das M-Wort haben die Verantwortlichen zwar noch nicht gebraucht, aber es dürfte früher oder später fallen.

Loris Benito will noch nicht vom Meister-Ziel sprechen, hat aber gleichwohl hohe Ansprüche: «YB ist ein ambitionierter Verein, das passt mir sehr gut.» Er halte nichts vom olympischen Gedanken: Dabei sein ist alles. «Wer Profifussballer ist, der muss Ambitionen haben.»

Diese hat zweifellos auch Miralem Sulejmani. Wer weiss, vielleicht bringt der spielstarke Mittelfeldspieler ja endlich das Gewinner-Gen nach Bern? Er gewann zumindest seit 2010 stets mindestens einen Titel (mit Ajax Amsterdam 2010 Cupsieger und 2011 bis 2013 Meister, mit Benfica Lissabon 2014 das Double und zuletzt Meister).

Auch Sulejmani gelang es nicht ganz, die gewaltigen Erwartungen in Lissabon zu erfüllen. Er kann seine Karriere nun in Bern neu lancieren. Nebst Benfica-Teamkollege Loris Benito traf er am Dienstag auch auf einen weiteren Bekannten: Milan Vilotic. Den Innenverteidiger kennt er aus dem serbischen Nationalteam.

«Noch nicht bei 100 Prozent»

«Ich war etwas aufgeregt vor dem ersten Training» sagt Sulejmani nach der morgendlichen Einheit. Dass er zwei Kollegen bereits kenne, helfe aber bei der Integration. Für das serbische Talent wurden rund drei Millionen Franken Ablöse hingeblättert. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch.

Uli Forte ist nach dem ersten Training mit Sulejmani im Grossen und Ganzen zufrieden, schiebt aber nach: «Er ist noch nicht 100-prozentig durchtrainiert, er kann noch mehr rausholen.»

Ob die neue Offensiv-Hoffnung einschlägt wie etwa Guillaume Hoarau, oder ob Sulejmani die hohen Erwartungen nicht erfüllen kann, wird sich in den ersten Ernstkämpfen zeigen. Ein erstes Mal in Szene setzten können sich er und sein neuer alter Teamkollege Benito am kommenden Freitag am Burkhaltercup auf dem Berner Spitalacker.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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