Forte – ist schon am 1. August alles aus?

YB wird seinen Ambitionen nicht gerecht. Zwei Remis zum Saisonstart genügen den Verantwortlichen nicht. Vor dem heutigen Spiel gegen Monaco steht der Trainer mächtig unter Druck.

Schaut bei seinem Trainer Uli Forte ab sofort noch genauer hin: YB-Sportchef Fredy Bickel.

Schaut bei seinem Trainer Uli Forte ab sofort noch genauer hin: YB-Sportchef Fredy Bickel.

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

YB hat sich hohe Ziele für die neue Saison gesteckt, doch nun büsste es schon in den ersten zwei Runden gegen den FC Zürich und Luzern vier Punkte auf Titelverteidiger FC Basel ein. Dieser hatte unter dem neuen Trainer Urs Fischer gegen Vaduz und GC das Punktemaximum geholt. Vor dem heutigen Qualifikationsspiel in der Champions League gegen Monaco macht sich in Bern bereits Unruhe breit.

«Wir sind nicht so nervös, dass wir nun gleich in Aktionismus verfallen, alles auf den Kopf stellen und infrage stellen», beschwichtigt YB-Sportchef Fredy Bickel. «Wir sind alle nicht zufrieden, das ist doch klar. Auch Trainer Uli Forte nicht. Wir wissen alle, welche Ziele wir haben. Und die Erwartungen in Bern sind dementsprechend auch hoch.»

Bickel muss sich auch selbst schützen

Bickel will sich indes nicht zu sehr auf die Äste hinauslassen. Doch er weiss, dass auch für ihn die Zeit gekommen ist, sich selbst zu schützen. Es sind nicht unbedingt die Resultate, die zu denken geben. Zu denken geben vielmehr die beiden Auftritte der Mannschaft gegen den FCZ und Luzern. Die Körpersprache der Spieler verheisst nicht unbedingt Gutes für die Zukunft. Und eine Handschrift des Trainers ist schon gar nicht zu erkennen.

Der Verwaltungsrat und der Sportchef von YB dürften mit Forte nicht noch einmal so viel Geduld aufbringen wie in der vergangenen Saison. Denn restlos überzeugt von seiner Arbeit ist man in Bern offenbar ohnehin nicht. Ein klares Indiz dafür ist zweifelsohne, dass man den Ende dieser Saison auslaufenden Vertrag mit dem Trainer nicht schon längst vorzeitig verlängert hat, obwohl Forte zuletzt Zweiter wurde und die Mannschaft an der Qualifikation für die Champions League berechtigt ist.

Dann wird Murat Yakin ein Thema

Ein Weiterkommen in der Königsklasse gegen diesen starken französischen Spitzenclub Monaco ist für Forte zwar nicht Pflicht. Doch das nächste Meisterschaftsspiel am kommenden Samstag, dem 1. August in St. Gallen, könnte bereits sein Schicksal besiegeln. Ironie der Geschichte: dort nämlich, wo Forte einst entlassen wurde.

Bickel beteuert hingegen, dass er noch mit keinem anderen Trainer Kontakt aufgenommen habe. Auch nicht zum ehemaligen Basler Meistermacher Murat Yakin, der nach seinem Engagement bei Spartak Moskau zurzeit ohne Club ist und deshalb kurzfristig verfügbar wäre. Bickel, der in seiner bisherigen Laufbahn als Sportchef bisher nur Schweizer Trainer engagiert hat, wird seiner Linie treu bleiben. Der nächste Trainer in Bern könnte also, wenn es schnell gehen muss, durchaus Murat Yakin heissen. Mittelfristig könnte der neue YB-Coach aber auch Ciriaco Sforza sein, der soeben beim FC Thun unterschrieben hat.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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