«Faye gehört nach wie vor zu unserer Thuner Familie»

Von Bekannten wird Pape Omar Faye, der in den Wettskandal verwickelt sein soll, als unkompliziert, doch auch als naiv beschrieben.

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Pape Omar Faye vom FC Thun ist ein fröhlicher Mensch. Der Senegalese hat gewöhnlich ein breites Lächeln im Gesicht. Bei den Mitspielern ist er wegen seiner unkomplizierten Art beliebt, im Lachenstadion gehört er zu den Lieblingen der Fans. Ausserdem überzeugt er in dieser Saison auf dem Platz. Mit 13 Toren führt Faye die Torschützenliste der Challenge League an. Vorläufig kommen aber keine Treffer dazu. Der 22-Jährige wurde vom Klub bis Saisonende suspendiert, nachdem er von der Polizei zu seiner Rolle bei den offenbar manipulierten Partien der Oberländer gegen Gossau (3:4) und Yverdon (1:5) im letzten April befragt worden war.

Das Lachen ist Faye vergangen. Nach der Befragung am Freitag habe er psychisch angeschlagen gewirkt, sagte Thuns Präsident Markus Stähli am Wochenende. Stähli gegenüber gab Faye an, ihm sei Geld angeboten worden, damit er in den Spielen nicht alles gebe. In verschiedenen Medien kursierte der Betrag von 15'000 Euro. «Faye ist sich bewusst, in welche Schwierigkeiten er geraten ist», meint Werner Gerber. Der ehemalige Thuner Sportchef verpflichtete Faye 2004 vom senegalesischen Klub CSS aus der Stadt Richard Toll im Norden des Landes. Weil die Fifa-Regeln den Transfer nach Europa erst nach Fayes 18.Geburtstag erlaubten, wurde er bis Sommer 2005 bei Cotton Sport in Kamerun abgestellt. Bis auf die Saison 06/07, für die er nach Vaduz ausgeliehen wurde, spielt er seither für Thun. «Wie viele junge Fussballer aus Afrika tut er sich manchmal schwer, die Dinge richtig einzuschätzen. «Er ist ein guter, aber leider auch ein gutgläubiger Kerl», sagt Gerber.

Teurer Heimatbesuch

Es ist nicht das erste Mal, dass Faye in polizeiliche Ermittlungen involviert ist: 2007 war der Stürmer mit einigen Teamkollegen in den Thuner Sexskandal verwickelt und wurde zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. «Damals wurde er vom Klub völlig im Stich gelassen», sagt Werner Gerber, der seinem Schützling damals einen Anwalt vermittelte, nachdem dieser seine Verteidigung unbedarft und auf sich allein gestellt in Angriff genommen hatte. Gerber steht auch jetzt ständig in Kontakt mit Faye. Der 58-Jährige hofft, der junge Spieler komme möglichst glimpflich davon und erhalte diesmal Hilfe vom Verein.

Von möglichen finanziellen Problemen, die für Faye einen Anreiz dargestellt haben könnten, hat von den Kollegen niemand Kenntnis. Ein Mitspieler sagt einzig, Faye habe berichtet, dass ihn ein Heimatbesuch jeweils 2000 bis 3000 Franken koste. «Die Verwandten und Bekannten erwarten offenbar, dass er sie unterstützt.» Noch glaubt das Team an die Unschuld Fayes. Die Solidarität mit dem Teamkollegen ist gross. Trainer Murat Yakin und die Mitspieler sehen den Stürmer noch immer als «Teil der Familie». Von den Ergebnissen der Untersuchungen hängt ab, ob das so bleibt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.11.2009, 08:40 Uhr

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