FC Thun: Klare Reaktion gefordert

Fussball

Zum Schluss der «Tour de Suisse» mit dem vierten Auswärtsspiel in fünf Partien gastiert Thun am Samstag bei Luzern (Swisspor-Arena, 17.45 Uhr). Thomas Reinmann rechnet beim Schlusslicht mit einem ganz heissen Tanz.

Gutes Beispiel: Führungsspieler Thomas Reinmann (links, gegen St. Gallens Dzengis Cavusevic) kämpft um jeden Ball.

Gutes Beispiel: Führungsspieler Thomas Reinmann (links, gegen St. Gallens Dzengis Cavusevic) kämpft um jeden Ball.

(Bild: Keystone)

Führungsspieler sind immer gefragt. Ganz besonders aber, wenn es nicht läuft wie gewünscht. Dann sind sie in Ergänzung zum Trainerstab dazu angehalten, das Team wieder auf Kurs zu führen. Mit klaren, unaufgeregten Worten und natürlich noch mehr mit Taten.

In Thun ist Thomas Reinmann so ein Führungsspieler. Der Wert des Vizecaptains wurde erst unlängst verdeutlicht, durch eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2017. Die Woche mit den beiden verunglückten Trips nach St. Gallen war aber nicht einfach zu verarbeiten, weder für ihn noch für die ganze Equipe. Verständlicherweise beantwortet er die Frage nach seiner Befindlichkeit differenziert: «Körperlich geht es gut, aber im Kopf ist noch nicht ganz alles verdaut. Die beiden Partien haben Spuren hinterlassen.»

Zu beschönigen gibt es nichts, zu dramatisieren auch nicht. Das Cup-Out basierte auch auf einem fragwürdigen Penaltyentscheid, der die Spielphysiognomie früh nachhaltig veränderte. Das 0:1 in der Meisterschaft vier Tage später kann auch als Betriebsunfall abgehakt werden, wie er nach fünf Partien ohne Niederlage, auswärts, bei einem vor Selbstvertrauen strotzenden Gegner passieren kann. Reinmann sucht aber keine Entschuldigungen: «Wir wollen und müssen aber eine Reaktion zeigen.»

Bei der Ursachenforschung kommt man immer wieder auf den gleichen Punkt: Die offensive Produktion, zu Beginn der Saison das Prunkstück, hat eine Pause eingelegt. Nur ein Treffer in 442 Minuten ist nicht einfach mit mangelnder Réussite zu erklären und der Tatsache, dass Thun auswärts weniger dominant auftritt. Die Oberländer kreieren derzeit insgesamt zu wenig und dies nicht nur, weil Berat Sadik viel von seinem Schwung eingebüsst hat. «Wir alle sind gefordert», sagt Reinmann, «wir müssen auch mit Standardsituationen wieder gefährlicher werden.»

Mit der mangelnden Torproduktion ging dafür eine klare Reduktion der gegnerischen Torchancen einher. In den letzten vier Partien hat Thun nur drei Tore kassiert, zwei davon Elfmeter. «Darauf können wir aufbauen, jetzt brauchen wir eine bessere Mischung», meint Reinmann, der sich nach einem Muskelfaserriss sehr schnell wieder integriert hat.

Vor der Pause ist Thun heute nochmals gefordert. In Luzern tut sich der FCT traditionell schwer, in schlechter Erinnerung ist insbesondere noch der «Europa-League-Final» in der letzten Runde der Vorsaison, den der FCL mit 3:0 gewann. Es war der letzte Meisterschaftssieg des FCL bis am letzten Samstag und dem 3:2 bei Leader Zürich. «Ich erwarte ein noch schwierigeres Spiel als in St.Gallen», erklärt Reinmann, «alle denken, dass wir da etwas holen, weil Luzern Letzter ist. Sie sind aber im Aufwind, und wir müssen uns deutlich steigern. Wir wollen unbedingt gut Fussball spielen und Eins-gegen-eins-Situationen suchen.»

Spät entdecktes Stürmer-Gen

Wer weiss, vielleicht geht Thomas Reinmann auch offensiv mit gutem Beispiel voran. Mit 31 hat er doch noch das Stürmer-Gen entdeckt und 2014 schon dreimal getroffen. Dies, nachdem er vorher als der Super-League-Feldspieler notiert wurde, der am längsten ohne Torerfolg geblieben war.

«Dennis (Hediger, Red.) hat mich nach dem Treffer von Philippe Koch auf diese Statistik hingewiesen, und das hat mich schon gefuchst», blickt er lachend zurück, «ich bin froh, konnte ich seither auch mit dem einen oder anderen Tor helfen.» Ein Tipp an die Luzerner: Passt auf Thomas Reinmann auf! Der Führungsspieler will heute mit gutem Beispiel vorangehen.

Berner Zeitung

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