Er nennt sich HRH

Seine Mutter starb bei einem Heli-Absturz, er selber ist mit einer CNN-Frau verheiratet und seine Ziele setzt er hoch an: Wie Blatter-Herausforderer Ali bin al-Hussein den Fifa-Thron erklimmen will.

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Ueli Kägi@ukaegi

His Royal Highness Prince Ali bin al-Hussein. Der Mann aus dem jordanischen Königshaus will am 29. Mai Fifa-Präsident werden – «weil ich glaube, dass die Zeit gekommen ist, um den Fokus weg von Verwaltungsstreitigkeiten zurück auf den Sport zu lenken».

Der Entscheid zur Kandidatur war für ihn «nicht einfach», er fällte ihn «nach reiflicher Überlegung und vielen Diskussionen mit geschätzten Fifa-Kollegen während der vergangenen Monate». Die Botschaft, die er dabei immer wieder gehört habe: «Dass es Zeit ist für einen Wechsel. Das Spiel der Welt verdient eine Führung von Weltklasse.» Die Fifa muss nach Hussein ein «Modell für Ethik, Transparenz und gute Führung» sein. Die Schlagzeilen sollen sich wieder um den Fussball und nicht mehr um den zuletzt immer wieder von internen Krisen und Korruption geschüttelten Weltverband drehen.

Seine königliche Hoheit ist dritter Kandidat neben dem amtierenden Präsidenten Sepp Blatter und dem als chancenlos geltenden Franzosen Jérôme Champagne. Als Präsident des jordanischen Fussballverbandes und Mitglied des Exekutivkomitees des Asiatischen Fussball-Verbandes wird er die nötigen fünf Fifa-Mitgliedsländer haben, die ihn bis zum 29. Januar für die Wahl portieren müssen, das ist Champagne noch nicht gelungen.

Ein Freund des Frauenfussballs

Der 39-jährige Ali bin al-Hussein, verheiratet mit einer ehemaligen CNN-Korrespondentin aus Ägypten und zweifacher Vater, ist der vierte Sohn des verstorbenen Königs Hussein I., Mutter Alia starb 1977 bei einem Helikopterabsturz. Er verbrachte Teile seiner jungen Jahre an Eliteschulen in den USA und England und ist schon seit mehr als 15 Jahren Fussballfunktionär auf nationaler und internationaler Ebene, aufgefallen ist er insbesondere mit seinem Einsatz für Kinder- und Frauenfussball sowie sozialem Engagement.

Das Leben mit dem Sport gehört zur Familie. Seine Schwester, Prinzessin Haya bint al-Hussein, war acht Jahre Präsidentin des internationalen Reitverbandes. Halbbruder Prince Faisal ist Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Ali bin al-Hussein stieg 2011 nach gewonnener Kampfwahl zum Fifa-Vizepräsidenten auf.

Asien als Schlüssel zum Sieg

Um die Mehrheit der 209 Fifa-Mitglieder zu gewinnen, wäre es für ihn schon einmal ein guter Anfang, neben einigen von Uefa-Präsident Platini angeführten Blatter-feindlichen Europäern die 46 asiatischen Fifa-Mitglieder hinter sich zu wissen. Nur ist schon das unsicher bis unmöglich. Blatters Netz, vor der ersten Wahl des Schweizers 1998 ausgeworfen, ist gross. Es schwimmen viele kleine (Verbands-)Fische darin, die von der Führung des Schweizers profitieren.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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