Ende der Leidenszeit

In kürzester Zeit ist Sid-Ahmed Bouziane beim FC Thun zu einem Schlüsselspieler geworden. In den zwei letzten Jahren hat der Franzose wegen einer Knieverletzung kaum gespielt. Heute will er gegen Lausanne überzeugen.

Neue Schlüsselfigur: Sid-Ahmed Bouziane.

Patric Spahni

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Das Training des FC Thun ist vorbei. Sportchef Andres Gerber, der Trainer Murat Yakin in dessen Abwesenheit für die Trainerausbildung vertritt, lässt die Techniker aber noch einige Freistösse treten. Sid-Ahmed Bouziane gilt nicht erst seit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 im ersten Rückrundenspiel gegen Wil als Freistossspezialist. Trotzdem macht er die Übung nicht mit. Der Verzicht ist eine reine Vorsichtsmassnahme, der 26-Jährige litt zuletzt unter einer Verhärtung im Oberschenkel, die ihn auch am Montag, beim 4:0 gegen Winterthur zum Aussetzen zwang. Heute, wenn Thun auf Lausanne trifft (18 Uhr, Lachen), steht dem Einsatz Bouzianes nichts im Weg. Yakin ist zufrieden: «Mit ihm verfügen wir im Mittelfeld über noch mehr Qualität», hatte der Coach schon nach der Verpflichtung Bouzianes in der Winterpause gesagt. Die ersten Auftritte des Linksfüssers im Thun-Dress bestätigten die Einschätzung. In kurzer Zeit avancierte er zu einem Schlüsselspieler. Zwei Treffer erzielte er in drei Spielen, dazu kommt eine Torvorlage.

Im Sampdoria-Nachwuchs

«Zidou» wird Bouziane von seinen Teamkollegen genannt. Der Spitzname erinnert an den grossen Zinedine Zidane, der «Zizou» gerufen wurde. Von den Erfolgen des Welt- und Europameisters Zidane ist Bouziane zwar weit entfernt. Gemeinsam haben sie aber die feine Technik und den Überblick auf dem Spielfeld. Und da ist die gleiche Herkunft. Wie Zidane ist Bouziane als Sohn algerischer Immigranten in Frankreich aufgewachsen. Und wie Zidane wirkt Bouziane neben dem Spielfeld zurückhaltend. Mit leiser Stimme spricht er über seine Profikarriere, die vor gut zehn Jahren begann. Im Alter von 15 Jahren verliess er sein Elternhaus in Dijon und ging nach Italien, in die Nachwuchsabteilung von Sampdoria Genua. Eine Partie sollte er schliesslich für die erste Mannschaft bestreiten, die damals in die Serie B spielte. 2003 wurde Bouziane in die Serie D, nach Solbiatese, ausgeliehen, von dort führte sein Weg in die Challenge League. Nach Chiasso wechselte er zunächst, dann für drei Jahre nach La Chaux-de-Fonds. Bei den Neuenburgern machte der offensive Mittelfeldspieler in der Saison 2006/2007 mit 16 Treffern auf sich aufmerksam. Bouziane unterschrieb bei Servette. Was er in den nächsten zwei Jahren in Genf erlebte, war eine einzige Verletzungsgeschichte: «Gleich im ersten Einsatz verletzte ich mich am Meniskus und musste operiert werden.» Es kam zu Komplikationen, einer weiteren Operation und einer langen Leidenszeit.

Sechs Monate Einzeltraining

Nur 17 Partien bestritt er in zwei Saisons für Servette. Die Genfer verlängerten den auslaufenden Vertrag nicht, im Sommer 2009 stand Bouziane ohne Verein da. «Sechs Monate musste ich alleine trainieren. Die Motivation, oder gar die Hoffnung, habe ich aber nie verloren», sagt er. Sein Berater vermittelte Bouziane im November einige Trainings in Thun. Im Februar unterschrieb er einen Vertrag bis Ende Saison. Wie so viele vor ihm wurde er beim FC Thun rasch heimisch. Mit seiner Freundin hat er in der Stadt eine Wohnung bezogen. Die beiden belegen einen Deutschkurs, «die Verständigung stellt für uns dennoch die grösste Herausforderung dar».

Seine Erfahrung in der Challenge League prädestiniert Bouziane dazu, die Aussichten Thuns in dieser Saison einzuschätzen. «Wir werden weiter eine Hauptrolle spielen», sagt er. Die Perspektive Thuns hat sich unter der Woche erneut verbessert: Nach der Niederlage von Lugano in Biel liegen die Oberländer nach Verlustpunkten noch zwei Zähler hinter dem Leader. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.03.2010, 14:25 Uhr

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