Ein weiterer Schritt Richtung Europa

Der FC Thun steht mit einem Bein in der Europa League. Dank Glanzreflexen von Goalie Guillaume Faivre holten die Oberländer beim äusserst formstarken FC Luzern ein torloses Unentschieden.

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Noch einmal war die Null gefährdet. Die Luzerner, angetrieben von 12000 fantastischen Fans, mobilisierten die letzten Kräfte, und es bedurfte nach einem Kopfball von Remo Freuler einer erneuten Glanztat von Guillaume Faivre dafür, den Punkt zu retten. Es war die letzte Parade Faivres, der sich schon zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Privatfehde mit den FCL-Angreifern geliefert hatte.

Jakob Jantscher (49.), Dario Lezcano (52.) und wiederum der Österreicher Jantscher (53.) waren fast im Minutentakt am sicheren Rückhalt gescheitert. Es war dies die beste Phase der Gastgeber gewesen, eine Phase, in der sie andeuteten, wieso sie zuletzt die wohl landesweit gefährlichste Offensive gestellt und praktisch im 20-Minuten-Takt getroffen hatten. «Sie sind immer in Bewegung, provozieren gefährliche Aktionen», erklärte Urs Fischer das Gefahrenpotenzial der Luzerner Angriffsreihe.

«Ballert uns nach Europa», hatte die klare Forderung der FCL-Supporter auf einem Transparent gelautet. Verständlich, schlägt doch das Fussballherz kaum irgendwo sonst so stark wie in der Innerschweiz, der Kunst des Vergessens wird exzessiv gehuldigt. Die Bandbreite reicht zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. So hatte sich der 16-fache Saisontorschütze Marco Schneuwly noch vor drei Wochen verärgert darüber geäussert, dass seine Leistungen nicht genügend gewürdigt werden, wenn er in zwei, drei Partien nicht treffe.

Thuns kompakte Defensive

Es war dies vor dem Befreiungsschlag gewesen, dem 2:0 gegen GC. Seither hatte des Innerschweizers liebstes Sportkind viermal in Serie den Dreier eingefahren und dabei 16 Tore erzielt. Allein, gegen Thun wurde nicht «geballert» und somit Babbels Vorahnung bestätigt, wonach es – nach den beiden 6:2 gegen St.Gallen und in Aarau – nicht zu einem weiteren «Tennisresultat» komme. Der ehemalige Bayern-Star sinnierte auch, wie schnell es gehen kann. «Vor kurzem waren wir im Abstiegskampf, nun sind wir etwas enttäuscht, wenn gegen den Tabellendritten unsere Siegesserie reisst.»

Die Thuner waren von Anfang an sehr gut organisiert und harrten hinter Berat Sadik und Nicola Sutter in zwei Viererreihen der Dinge, die da zu erwarten waren. Und mit Ausnahme der Luzerner Sturm-und-Drang-Periode kontrollierten die Gäste das Geschehen mehrheitlich. Ein zu wenig dezidierter Schuss von Marco Rojas (27.), ein knapp am Pfosten vorbeigezogener Kopfball von Dennis Hediger (45.) und ein Distanzschuss von Alexander Gonzalez (66.) blieben die einzigen erwähnenswerten Abschlüsse.

Perfekte Ausgangslage

Auch aufgrund der Schützenhilfe von Basel und YB kann Thun wohl europäisch planen. Der Vorsprung auf das kriselnde St.Gallen beträgt satte neun Punkte, hinzu kommt ein Torverhältnis von plus 14. Und auch der FCZ liegt nach der Last-Second-Niederlage gegen Basel fünf Einheiten zurück.

Urs Fischer will sich aber nicht mit dem Konjunktiv beschäftigen: «Im letzten Jahr haben wir von Matchbällen gesprochen und standen am Schluss mit leeren Händen da. Jetzt sind wir auf gutem Weg, dürfen aber nicht vergessen, dass es noch ein langer Weg ist.»

Berner Zeitung

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