Ein Seeländer erobert das Oberland

Gian-Luca Privitelli heisst der neue Trainer von Thun II. Der 40-jährige See­länder wechselte von Breitenrain ins Oberland. Er blickt dem Saisonstart in der 1. Liga zuversichtlich entgegen.

Alle Neuen auf einen Blick: Yama Sherzad, Coach Gian-Luca Privitelli, Nicola Fankhauser, Uros Vasic (hinten von links), Zemerat Lekaj, Noël Wetz, Levin Wanner, Luca Schneeberger (vorne von links).

Alle Neuen auf einen Blick: Yama Sherzad, Coach Gian-Luca Privitelli, Nicola Fankhauser, Uros Vasic (hinten von links), Zemerat Lekaj, Noël Wetz, Levin Wanner, Luca Schneeberger (vorne von links).

(Bild: Beat Mathys)

35 Grad Celsius zeigt das Thermometer im Brutkessel Stockhorn-Arena. Dies hindert die Spieler von Thun II nicht daran, ihre Trainingseinheit zu absolvieren. Gian-Luca Privitelli lässt Ballstafetten und Angriffsauslösungen üben. «Qualität, Qualität will ich sehen.» Seine Anweisungen und Korrekturen kommen bei den Spielern an. Der 40-Jährige ist Respekt- und Vertrauensperson in einem.

Kein Zweifel, Privitelli ist in Thun angekommen. Fritz Binggeli, der in der Rückrunde noch Cheftrainer war, und Gerhard Krebs assistieren dem neuen Thuner Coach. Und abseits der Feldspieler ist es der Goalietrainer Hermann Haas, der die beiden Torhüter Marc Liechti und Nino Ziswiler zum Schwitzen bringt. Trotz der grossen Hitze ziehen alle Spieler voll mit.

«Es macht grossen Spass, mit dieser Truppe zusammenzuarbeiten.»Neo-Coach Gian-Luca Privitelli

«Es macht grossen Spass, mit dieser Truppe zusammenzuarbeiten», äussert sich der Chefcoach. Der in Diessbach wohnhafte Familienvater – er ist Vater zweier Mädchen (7 und 9 Jahre) – ist Inhaber der Uefa-A-Lizenz. Seine Trainerkarriere hatte er beim damaligen Drittligisten FC Diessbach begonnen. Via den SV Lyss und den FC Breitenrain ist er nun in Thun gelandet. «Über meine Trainerzukunft, respektive Erlangung höherer Diplome, mache ich mir noch keine Gedanken», sagt Privitelli.

Erstmals Profitrainer

Für ihn zählt nur die Gegenwart, die Arbeit mit den jungen Thunern. Daher gibt es für ihn auch keine rangmässige Vorstellung für die am Samstag beginnende 1.-Liga-Saison. «Natürlich wollen wir nicht absteigen, und natürlich wollen wir uns so weit vorne wie möglich klassieren», sagt der neue Thun-Coach. Primär aber zähle für ihn die Weiterentwicklung jedes einzelnen Spielers.

Für Privitelli ist Thun der erste Arbeitsort als hauptamtlicher Fussballtrainer. «Obwohl ich schon bei Breitenrain beinahe unter ähnlichen Bedingungen wie jetzt in Thun arbeitete, fällt der Vergleich trotzdem unterschiedlich aus», erklärt er.

Ein Beispiel, wie der Seeländer das letzte Wochenende vor Saisonbeginn bestreitet: Freitag, Training in der Stockhorn-Arena; Samstag um 11 Uhr, letzter Test mit Thun II in Naters gegen den dortigen Ligakonkurrenten; nach dem Match Fahrt nach Genf, um den Auftaktgegner Lancy FC, der gegen Veyrier (Cupgegner des FC Thun in der ersten Hauptrunde) testet, zu beobachten; Sonntag früh, Besammlung der ersten Mannschaft vor dem Super-League-Match gegen Luzern; am Nachmittag assistiert er bei diesem Spiel dem Teamchef Marc Schneider.

Montagabend, wie gewohnt Training mit den Spielern von Thun II. Eine derartige Beanspruchung hatte er vorher noch nicht. Eigentlich hatte der FC Breitenrain dem Seeländer im Frühling nach der erfolgreichen Saison einen neuen Vertrag unterbreitet.

Schnelle Einigung

Im Mai kam es zum ersten Kontakt mit dem Thuner Sportchef Andres Gerber. Beide Parteien waren sich schnell einig, und Breitenrain legte Privitelli keine Steine in den Weg. Der Wechsel zum FC Thun wurde Tatsache. «Ich bin sehr angetan von meinem neuen Arbeitgeber», sagt der 40-Jährige.

Dazu passe auch, dass ihm mit Fritz Binggeli ein Fussballkenner zur Seite stehe. Binggeli kenne die Gegner in dieser Gruppe 1 der 1. Liga aus der letzten Saison. Und auch mit dem Grossteil des Teams habe er schon zusammengearbeitet. Ein Team, das gegenüber der letzten Spielzeit stark verjüngt wurde.

Das ändere aber keineswegs, dass Thun II an Qualität eingebüsst habe, sagen beide Trainer unisono. Im Gegenteil, die nachgerückten Spieler aus der letztjährigen U-18-Mannschaft konnten die Teamverantwortlichen bisher überzeugen. Beste Voraussetzungen also für eine erfolgreiche Saison.

Berner Oberländer

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