Die dritte bittere Pille für den FC Thun

Zum dritten Mal in Serie ging der FC Thun ohne Erfolgserlebnis vom Platz. Für den FC Thun ging mit der 1:3-Heimniederlage gegen Meisterkandidat GC die wohl schwierigste Woche der Saison zu Ende.

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Unter den beiden Trainern herrschte nach dem 3:1-Sieg von GC Einigkeit. Einigkeit darüber, dass im Duell zweitbestes Heim- gegen bestes Auswärtsteam der Liga die Vorentscheidung in der 63.Minute gefallen war, in einer Phase, in der nach den in rascher Abfolge gefallenen ersten beiden Treffer wieder Ruhe eingekehrt zu sein schien. «Es war eine gute Situation für uns», beschrieb Skibbe jenen Moment beim Stande von 1:1, «alle im Stadion hörten, dass der Torhüter rief ‹mein Ball›, ausser dem Thuner Abwehrspieler.»

Als unfreiwilliger «Unruhestifter» erwies sich ausgerechnet Fulvio Sulmoni. Der vor der Saison aus den Challenge League zugezogene Tessiner, der Aufsteiger der letzten Monate, spedierte den Ball trotz Faivres Schrei weg, genau auf den Fuss von Munas Dabbur. Der Israeli bedankte sich und erzielte sein siebtes Tor im siebten Meisterschaftsspiel für den Rekordmeister. Im Gegensatz zur ersten Führung konnten die disziplinierten und abgeklärten Gäste den Vorsprung nun verwalten, ihre Konterstärke und ein weiteres Mal ihre Effizienz ausspielen. Das dritte Tor fiel durch Jungnationalspieler Michael Lang, den die komplette Thuner Hintermannschaft nach einem Corner von Shkelzen Gashi ungehindert gewähren liess. «Da hat die Zuteilung nicht gestimmt», erklärte Urs Fischer. Für GC war es der 13.Treffer in den letzten vier Partien, was man gewiss auch in Basel zur Kenntnis genommen hat. Angesichts der Dreifachbelastung des FCB und der Fortschritte der Zürcher scheint das Meisterrennen offen.

Ferreira im Aufwind

Die Thuner steckten auch in der Folge nicht auf, Nelson Ferreiras Schuss prallte aber von der Lattenunterkante ins Feld zurück, und Marco Schneuwly verpasste den Anschlusstreffer ebenfalls zweimal. Damit war die zweite Meisterschaftsheimniederlage der Saison Tatsache, sechs Monate nach dem 0:2 gegen Basel. Für Ferreira wäre es beinahe der zweite Treffer gewesen. Der einstige Champions-League-Held, der im zentralen Mittelfeld aufzublühen schien, hatte bereits den Ausgleich erzielt, unmittelbar nach der GC-Führung. Dieser war aus Thuner Sicht unglücklich gefallen, durch Gashi per Foulpenalty, über dessen Berechtigung auch die TV-Bilder keine endgültige Klarheit gaben. Benjamin Lüthi hatte Daniel Pavlovic touchiert, vor oder an der Strafraumgrenze. Aus Thuner Sicht war es ausgleichende Gerechtigkeit, dass derselbe Pavlovic wenige Sekunden später bei Ferreiras Tor «assistierte».

Die erste Halbzeit war defensiv geprägt und hatte nur Emotionen mit dem Tropfenzähler gebracht. «Für uns ging es darum, gut ins Spiel zu kommen», sagte Fischer zur Anfangstaktik. Die ersten Möglichkeiten boten sich dennoch seinen Spielern: In der 22. Minute rutschte Ferreira knapp an einer Flanke von Christian Schneuwly vorbei, wenige Sekunden später zeigte sich Roman Bürki bei einer Direktabnahme von Marco Schneuwly reflexschnell. Kurz vor der Pause blieb der stärkste Schlussmann aus dem Kanton Bern auch bei einem Solovorstoss Ferreiras Sieger.

Immerhin hat sich punkto Ausgangslage wenig verändert. Von den vier vor Thun klassierten Teams, die ebenfalls noch um einen Europacupplatz kämpfen, hat einzig St.Gallen einen Punkt gewonnen. Am nächsten Sonntag wird die Äufnung des Kontos in Basel allerdings schwierig. «Wir haben in allen drei Partien vieles richtig gemacht und stehen dreimal mit leeren Händen da. Wir haben nun eine Woche Zeit, diese Partien zu verdauen», blickte Fischer voraus. Dass Thun dieses Vorhaben gelingt, hofft sicherlich auch Michael Skibbe.

Berner Zeitung

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