«Die Serie ist dazu da, beendet zu werden»

Der FC Thun verabschiedet sich am Sonntag mit dem Spitzenkampf gegen den FC Zürich (13.45 Uhr, Stockhorn-Arena) in die Winterpause. Nelson Ferreira glaubt nicht, dass die Oberländer ein Offensivproblem haben.

Wieder ein Leistungsträger: Thuns Urgestein Nelson Ferreira hat sich bei Urs Fischer nach einer schwierigen Saison einen Stammplatz erkämpft.

Wieder ein Leistungsträger: Thuns Urgestein Nelson Ferreira hat sich bei Urs Fischer nach einer schwierigen Saison einen Stammplatz erkämpft.

(Bild: Patric Spahni)

Der Torjubel blieb ihm buchstäblich im Hals stecken. Nelson Ferreira hatte am vergangenen Sonntag in Vaduz auf einen Abpraller am schnellsten reagiert und sicher zum 2:0 eingeschoben. Zum vermeintlichen 2:0, muss man anfügen, hob doch der Linienrichter zum Entsetzen der Thuner und Erstaunen der neutralen Fans die Fahne.

«Ich hatte das Gefühl, ich sei nicht im Offside gestanden, war aber nicht sicher», blickt Ferreira auf die strittige Szene zurück, «als ich die Bilder dann aber am TV sah, regte ich mich wohl nur deswegen nicht auf, weil wir gewonnen hatten.»

Lange aufhalten mit dem zu Unrecht verwehrten persönlichen Erfolgserlebnis mochten sich weder Ferreira noch seine Mitspieler. Alle Thuner wussten, dass sie im Fürstentum mit einem dunkelblauen Auge davongekommen waren, ein Punktgewinn für Vaduz verdient gewesen wäre. «Es gibt ja auch Spiele, wo man nach guten Leistungen verliert. Wie man eine solche Partie gewinnt wie wir in Vaduz, fragt nachher auch niemand mehr», sagt Ferreira lapidar.

Klar besser als im Vorjahr

Die Offensivproduktion hapert indes weiter. Durch das Eigentor von Simone Grippo konnte der FCT nach 505 Minuten wieder jubeln, der letzte selber erzielte Treffer liegt nun aber schon fast 600 Minuten zurück. Ferreira vertritt allerdings eine etwas andere Sichtweise: «Ich sehe das Problem nicht. Wir kommen ja zu Chancen, das Tor war eigentlich herausgespielt, und wenn es kein Eigentor gewesen wäre, hätte es vielleicht Chrigel (Christian Schneuwly, Red.) gemacht.» Fast trotzig fügt er an: «Die Serie ist dazu da, beendet zu werden.»

Nelson Ferreira will seinen Beitrag dazu leisten. Ihm selber läuft es gut. Mit einem Tor und drei Assists belegt er in der internen Skorerliste ex aequo den 3. Platz, dazu hat er am fünftmeisten Einsatzminuten absolviert. Eine deutliche Steigerung gegenüber der Vorsaison, wo er, behindert durch langwierige Verletzungsprobleme, nie richtig den Sprung zum Stammspieler geschafft hatte. «Es war eine schwierige Zeit, die Erwartungen waren sehr hoch, von aussen, aber auch von mir selber. Zum Glück sind Mitspieler und Staff stets hinter mir gestanden.»

Jetzt ist die Verletzungsunbill abgestreift und der Interlakner wieder voll fit. Aber mit der Leistungssteigerung noch nicht zufrieden: «Das darf man nie sein. Es ist noch lange nicht das, was ich mir vorstelle. Da ist schon noch Steigerungspotenzial vorhanden.»

Dauerläufer

Am Einsatz fehlt es nicht, Ferreira spult Kilometer um Kilometer ab, verrichtet auch viel Defensivarbeit. Gerade vor dem Tor fehlt es aber noch an der nötigen Kaltblütigkeit, und auch er selber weiss um dieses Defizit: «Ich will dem Team vor allem mit Toren und Assists helfen, und da erwarte ich schon noch mehr von mir.»

Die letzte Gelegenheit des Jahres, die Statistikwerte nach oben zu treiben, bietet sich dem 32-Jährigen morgen Sonntag. Im Duell mit Cupsieger Zürich will der FCT noch einmal die letzten Kräfte mobilisieren, sich vom Heimpublikum mit einem Sieg in die zweimonatige Winterpause verabschieden.

Mit einem Sieg könnte Thun zudem den Rückstand auf den formstarken Tabellenzweiten auf vier Punkte verringern. Ferreira hofft auf ein Spektakel: «Ich erwarte gegen einen spielstarken Gegner eine attraktive, intensive Partie. Wir wollen in unserem Heimstadion das Spiel machen.» Und Nelson Ferreira hätte noch einen Torjubel übrig.

Thuner Tagblatt

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