Die Premiere des Herrn Frey

Ohne die letzten Register ziehen zu müssen, hat YB den FC Sion kontrolliert und 3:0 besiegt. In seinem zweiten Super-League-Einsatz gelang Michael Frey das erste Tor.

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Nach dem Tor folgten die Ehrungen. Gut 10 Minuten nach seinem ersten Treffer in der Super League bekommt Michael Frey sein Strahlen noch immer nicht aus dem Gesicht, der 17-Jährige ist überglücklich und gibt bereitwillig Auskunft über seinen grossen Moment. «Herrn Häberli kenne ich schon aus der U-18, schön, setzte er auch heute auf mich», meint der Junior respektvoll und freut sich über das Vertrauen des Interimsassistenten Thomas Häberli. Kaltblütig hatte Frey zuvor den letzten YB-Angriff im Spiel gegen Sion abgeschlossen und das 3:0 erzielt. Kaum 4 Minuten zuvor war er ins Spiel gekommen, ähnlich wie vor einer Woche, beim 2:2 in Thun, als er dann Sekunden vor dem Schlusspfiff knapp am Tor vorbeiköpfelte. Mit dem Fuss klappte es nun besser, Frey traf nach Vorarbeit Emmanuel Mayukas im Stile eines Topskorers an Sion-Goalie Andris Vanins vorbei und liess sich dann vor der YB-Fankurve feiern. «Das war ein Wahnsinnsgefühl, mir kamen fast die Tränen», sagte Frey.

Zu Tränen der Enttäuschung hätte gestern die Darbietung der Walliser rühren können. Sie schienen nur physisch im Stade de Suisse anwesend und beschränkten sich grösstenteils aufs Spazierenführen der Trikotsponsoren. Dem Team von Ex-YB-Trainer Vladimir Petkovic gelang wenig Zusammenhängendes, für den Rückkehrer Petkovic waren die Autogrammwünsche der YB-Fans wohl das Erbaulichste an diesem Nachmittag.

Die Antwort auf die Lethargie

Den ideenlosen Walliser standen die Young Boys in den ersten 20 Minuten in nichts nach. Ob die schwüle Witterung hemmte, wie Moreno Costanzo andeutete («es war sehr warm»), bleibt unklar. Jedoch fand YB nach der flauen Startphase besser ins Spiel und ging in der 31.Minute verdient in Führung: Alexander Farnerud bewies nach Raúl Bobadillas Vorarbeit Mut und zog direkt ab, sein Schuss überraschte Vanins – es stand 1:0. «Dass YB starke Einzelspieler hat, weiss man nicht erst seit heute», sagte Petkovic später anerkennend. Von diesen tat sich auch im zweiten Durchgang insbesondere Bobadilla hervor, der nur dank aufschiebender Wirkung seiner Sperre zum Einsatz kam. Minutenlang zirkulierte der Ball vor dem Walliser Strafraum, Sion konzentrierte sich nach dem Platzverweis gegen Goran Obradovic (57.) ausschliesslich aufs Verteidigen, und Bobadilla machte in der 61.Minute mit einem Flachschuss klar, was längst alle erwartet hatten: den YB-Sieg über Sion, das gedanklich wohl bereits in der Barrage weilte.

Und eben, abgerundet hatte die Veranstaltung der Youngster Frey. Ihm gebührte nicht nur auf dem Platz die Ehre einer Premiere: Sprach er im Kabinengang noch von «Herrn Häberli», bekam er später von ihm das Du angeboten – die Torpremiere des Herrn Frey hat sich also in doppelter Hinsicht gelohnt.

Berner Zeitung

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