Die Ambitionen des Jüngsten

Mit 18 Jahren und 2 Monaten ist Taulant Sulejmanov der Mann, der den Klubnamen bei den «Young Boys» derzeit am Stärksten verkörpert. Der letzte Neuzugang der Stadtberner hat sich bestens eingelebt.

Taulant Sulejmanov (rechts), mit seinem Übersetzer und Teamkollegen Florent Hadergjonaj.

Taulant Sulejmanov (rechts), mit seinem Übersetzer und Teamkollegen Florent Hadergjonaj.

(Bild: Marco Keller)

Im Testspiel gegen Hertha Berlin wusste Taulant Sulejmanov am Dienstag durchaus zu überzeugen. In der zweiten Halbzeit eingewechselt, machte Taulant Sulejmanov im linken Mittelfeld viel Druck und ging immer wieder in die Offensive. «Das ist meine Lieblingsposition, da fühle ich mich am Wohlsten», sagt das im November 18 Jahre alt gewordene neuste Mitglied des YB-Fanionteams, das im Dezember von Rabotnicki Skopje nach Bern wechselte.

Auf dem Rasen weiss er sich bereits auszudrücken, auf Deutsch gelingt ihm dies noch weniger gut. Er versteht zwar schon einiges, mit dem Sprechen hapert es aber noch und so begleitet ihn Teamkollege Florent Hadergjonaj zum Interview im Teamhotel in Belek und steht ihm als Dolmetscher bei. Der Aussenverteidiger aus dem Emmental ist als Einziger im Team des Albanischen mächtig, Sulejmanovs Muttersprache.

Ziel: ein Stammplatz

Bis auf die Sprache hat sich Taulant Sulejmani Seferi, wie er mit vollem Namen heisst, schon gut eingelebt. Es gefällt ihm in der Bundesstadt, wo er bei seiner Schwester lebt, die seit neun Jahren in Bern lebt und mit einem Mazedonier verheiratet ist. «Ich in im Team und im Klub sehr gut empfangen worden und mir gefällt vor allem der respektvolle Umgang.»

Im gut bestückten YB-Kader wird es für den Mann, der Cristiano Ronaldo als sein Vorbild bezeichnet, natürlich nicht einfach, sich durchzusetzen, aber Sulejmanov hat einen klaren Plan: «Ich will im Training Vollgas geben und dem Trainer zeigen, dass er sich jederzeit auf mich verlassen kann. Natürlich hoffe ich, dass ich mich langfristig für einen Stammplatz empfehlen kann.»

Jüngster Nationalspieler Mazedoniens

In Bern ist er vorerst einer von vielen, in Mazedonien hingegen schon eine grosse Nummer. Sulejmanov spielt regelmässig für die U21-Nati und hat bereits zwei A-Länderspiele absolviert. Beim Debüt im vergangenen Mai, als er beim 2:0 gegen Kamerun eingewechselt wurde, war er 17 Jahre, 6 Monate und 10 Tage alt und avancierte so zum jüngsten Nationalspieler in der Geschichte Mazedoniens. Der vorherige Rekordhalter war mit Goran Pandev ein Spieler von respektabler internationaler Strahlkraft. «Das war ein grossartiger Moment und hat mich sehr stolz gemacht», sagt Sulejmanov.

Das Jungtalent hatte auch zahlreiche andere Offerten, für ihn stand aber schon früh fest, dass er nach Bern wechseln will. «Der Klub hat sich sehr um mich bemüht und gibt vielen jungen Spielern eine Chance. Ich habe auch viele YB-Partien gesehen, speziell auch im Internet. Ich freue mich sehr auf die Zeit in Bern.»

Trotz des Eintrags in Mazedoniens Fussball-Geschichtsbücher ist noch nicht klar, ob Sulejmanov dereinst auch in Wettbewerbsspielen für sein Land auflaufen wird, möglich wären auch Einsätze für Albanien. «Ich lasse das auf mich zukommen, vorerst will ich mich auf die Arbeit mit YB konzentrieren», sagt er.

Berner Zeitung

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