Der gestohlene Sieg im Stade de Suisse

Vor genau zehn Jahren empfing der FC Thun das grosse Arsenal London zum letzten Champions-League-Gruppenspiel. An jenem 22. November 2005 verloren die Thuner äusserst unglücklich 0:1 im Stade de Suisse.

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Stephan Dietrich

Es war sehr kalt am 22. November 2005 im Stade de Suisse. Der FC Thun empfing in Bern Arsenal, es war das letzte Heimspiel im Champions-League-Märchen der Berner Oberländer. Entschieden wurde die Partie von einem Mann namens Januar.

Vor dem Spiel waren die Thuner bei guter Laune. Man freute sich auf den prominenten Gast aus London. José Gonçalves erzählte, dass die Matchvorbereitung wie üblich verlaufen sei. Jeder Spieler wisse, was er zu tun habe, «schliesslich sind wir keine Kinder mehr, denen man vorschreiben muss, was sie zu tun haben».

Thun spielte gegen Arsenal gut, obwohl Armand Deumi bereits in der 35. Minute nach einem Notbremsefoul vom Platz flog. Das Team von Trainer Urs Schönenberger steckte auch weg, dass nach der Pause ein reguläres Tor Nelson Ferreiras nicht anerkannt wurde. Der portugiesische Schiedsrichter Lucilio Batista wollte eine Offsideposition von Mauro Lustrinelli gesehen haben.

Richtig bitter wurde es für die Thuner erst in der 88. Minute. Es war ein Strafraum-Zweikampf zwischen Selver Hodzic und Robin van Persie. Schiedsrichter Batista erkannte nichts Regelwidriges, Paulo Januário hingegen schon. Der Linienrichter schwenkte die Fahne und rannte schliesslich sogar aufs Spielfeld, um seinem «Chef» ein penaltywürdiges Vergehen von Hodzic zu signalisieren. Der Referee hatte keine andere Wahl, als auf den Punkt zu zeigen – Robert Pires verwandelte den Strafstoss sicher zum 1:0-Sieg Arsenals.

Die Thuner Wut auf die Schiedsrichter war gross, und Gonçalves liess nicht zu Unrecht verlauten: «Uns wurde der Sieg gestohlen.»

Arsenal holte sich mit geringem Aufwand die angestrebten Punkte. Vielleicht lag es ja an der Matchvorbereitung. Auf Geheiss der Klubverantwortlichen wurden nämlich im Teamhotel der Londoner in sämtlichen Zimmern die Minibars vorsorglich geräumt. Auf dass kein Spieler auf dumme Gedanken kommen konnte. Wie ging das genau mit den kleinen Kindern?

Die europäischen Stationen des FC Thun 2005 sehen Sie hier:

Thuner Tagblatt

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