«Dann kommen wir mit einem blauen Auge davon»

Das 1:0 bei Servette war für Vizemeister FC Zürich ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Mit einem Sieg gegen Sion könnten die Zürcher sogar wieder vom Europacup träumen. Sportchef Fredy Bickel nimmt gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz Stellung.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Und irgendwie schliesst sich der Kreis. Ausgerechnet Xavier Margairaz, der mit seinem grobfahrlässig vergebenen Elfmeter beim Saisonstart in Sion für den Anfang einer hausgemachten Krise gesorgt hatte, gibt dem FCZ jetzt die Hoffnung zurück. Sein goldenes Tor gegen Servette war vom Allerfeinsten. Mit diesem Treffer hat sich der Nationalspieler angesichts seiner schlechten Phasen in dieser Saison ein bisschen rehabilitiert. «Ja, er hatte einige unglückliche Situationen», sagt Sportchef Fredy Bickel gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz.

Margairaz habe mit dem fahrlässig verschossenen Elfmeter und der roten Karte gegen YB der Mannschaft geschadet. Margairaz hatte in Sion den Penalty nonchalant mitten aufs Tor gehoben und Torhüter Vanins die Sache sehr leicht gemacht. Gegen die Berner wurde er dann des Feldes verwiesen, weil er dem Schiedsrichter zigmal den Vogel gezeigt hatte. «Aber jetzt muss ich für Xavier mal eine Lanze brechen», sagt Bickel. Margairaz habe sich in den letzten Wochen für den FCZ mächtig ins Zeug gelegt. «Er war in den Spielen und in den Trainings ein echtes Vorbild», lobt Bickel. Margairaz habe als Routinier die Chefrolle übernommen und sei in jeder Hinsicht mit gutem Beispiel vorangegangen. Sein Tor in Genf sei deshalb kein Zufall gewesen. Bickel hebt auch eine taktische Meisterleistung von Trainer Urs Fischer in Genf hervor.

«Dann kommen wir mit einem blauen Auge davon»

«Weil wir einige Verletzte haben, wollte sich Urs in der Startformation entweder für Margairaz oder für Mehmedi entscheiden», sagt Bickel. Mit der Nomination von Margairaz habe Fischer die richtige Wahl getroffen. Der Sportchef, in den letzten Wochen einer der schärfsten Kritiker seiner Spieler, stellt der Mannschaft diesmal ein glänzendes Zeugnis aus. «Endlich haben sie wieder Herzblut und Leidenschaft auf den Platz gebracht», sagt Bickel. Auch wenn man in der zweiten Halbzeit spielerisch nicht mehr an die erste habe anknüpfen können. Wenn man im Heimspiel vor der Winterpause jetzt noch Sion schlage, komme man in der Vorrundenbilanz immerhin mit einem blauen Auge davon. «Mit einem Sieg könnten wir bis auf sieben Punkte auf das drittplatzierte Sion herankommen», sagt Bickel. Bei der Dreipunkteregelung könne man sich durchaus wieder berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im Europacup machen.

Bessere Karten für Margairaz im Vertragspoker

Nach der 0:2-Niederlage gegen Sporting Lissabon hatte sich Bickel die grössten Sorgen um den allgemeinen Zustand der Mannschaft gemacht. Die Spieler hätten jegliches Selbstvertrauen verloren. «Sie haben sich selbst aus der Misere und Negativspirale befreit», sagt Bickel. Und das gebe ihm auch die Zuversicht für die Zukunft zurück. Xavier Margairaz, der in Lissabon nicht dabei war, weil er zum zweiten Mal Vater wurde, kämpft beim FCZ um einen neuen Vertrag. Auch seine Zukunft in Zürich sieht wieder positiver aus. «In der Winterpause werden wir die Analyse der Vorrunde machen», sagt Bickel. Dann würden auch personelle Entscheidungen getroffen.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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