Das Interesse ist nicht kleiner geworden

Kevin Mbabu zeigt in Lugano einen starken Match – und steht bei kaufkräftigen Clubs weiter hoch im Kurs.

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Er kann gar nicht aufhören zu schwitzen. Das Spiel ist aus, seit zehn, fünfzehn Minuten, Kevin Mbabu hat hier ein Interview und dort ein Autogramm gegeben, und dennoch läuft ihm der Schweiss nach wie vor wie ­Was­ser aus den Poren. «Das war nicht einfach heute», sagt der Aussenläufer nach dem Kraftakt in Lugano. «Aber wir haben das gut bewältigt.»

Es ist ja für die Young Boys in diesen ersten Saisonwochen wie immer ein Zusammenspiel auf Zeit. Nicht dass die sport­liche Leitung darauf nicht vorbereitet wäre. Umsichtig hat Sportchef Christoph Spycher etwa den Transfer von Kasim Nuhu zu Hoffenheim bereits kompensiert, bevor er überhaupt feststand – vorausgesetzt, Ersatz Gregory Wüthrich und Back-up Mohamed Ali ­Camara bewähren sich in ­glei­chem Masse.

Wertvoll im doppelten Sinne

Nach der WM kommt das ­Trans­ferkarussell langsam in Schwung, die Clubs in den grossen Ligen rüsten sich für den Saisonstart. Für die Young Boys ist das je nach Sichtweise verhängnisvoll oder interessant. Teamstützen wie Mbabu sind wertvoll – im doppelten Sinne. Einerseits sportlich, das machte der Genfer mit der starken Leistung gestern einmal mehr klar. Und dann vor allem wirtschaftlich.

Gemäss der französischen Sportzeitung «L’Equipe» bekundet Girondins Bordeaux Interesse, ebenso der FC Fulham. In der Premier League sind die Ablösen so oder so verlockend, und auch die Franzosen brächten ordentlich Kaufkraft in die Verhandlungen. Sie haben den Brasilianer Malcom für 45 Millionen Euro an Barcelona veräussert, möglicherweise geht noch der Ivorer Youssouf Sabaly für 15 Millionen zu Napoli.

«Bezüglich Ablöse bestehen wir auf einer gewissen Höhe.»YB-Sportchef Christoph Spycher

«Wir kommentieren weiterhin nichts, was nicht ­de­finitiv ist», sagt Sportchef Christoph Spycher, bestätigt aber, dass man bezüglich Ablösen «auf einer gewissen Höhe besteht». Die Leistungsträger aus der Meistersaison sollen ihren Preis haben, das hat er von Anfang an durchblicken lassen. Nuhu verliess Bern erst nach zähen, wochenlangen Verhandlungen mit Hoffenheim. Beim Auftakt gegen GC verzichtete Trainer Gerardo Seoane auf den Verteidiger. Er setze nur Spieler ein, die «physisch und mental vollumfänglich bei unserer Mannschaft sind».

In Lugano spielte Mbabu, er spielte gut und über die volle Dauer und sagte hinterher: «Das ist meine grosse Stärke: Ich kann mich enorm gut fokussieren.» Auch er mochte nicht weiter über Verhandlungen sprechen. Sein Vertrag läuft bis 2020, für Spycher im womöglich nächsten zähen Märten ein Vorteil. «Mich ehrt das Interesse», sagt Mbabu, «aber aktuell gebe ich alles für YB.»

Affaire à suivre. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.07.2018, 21:28 Uhr

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