«Dann hast du keine Chance»

Dass ein Spieler wie Vero Salatic seinen Abgang erzwingt, ist kein Einzelfall. YB-Sportchef Fredy Bickel erzählt von einem Millionen-Fall und wie er dabei massiv unter Druck gesetzt wurde.

YB-Sportchef Fredy Bickel musste den Fall Frey lösen.

YB-Sportchef Fredy Bickel musste den Fall Frey lösen.

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Vero Salatic hat seinen Abgang bei GC richtiggehend provoziert und hatte mit seiner Zermürbungstaktik schliesslich auch noch Erfolg, wie sein Transfer zum FC Sion eindrücklich unter Beweis stellt.

«Wenn ein Spieler den Verein trotz eines laufenden Vertrages, mag er auch noch so lange dauern, unbedingt verlassen will, dann hast du keine Chance. Und in einem solchen Fall bringt es auch überhaupt nichts, wenn man als Club die sture Linie fährt. Ich habe dann einfach versucht, für den Verein die bestmögliche Lösung zu finden», sagt YB-Sportchef Fredy Bickel.

Der Fall Frey

Bickel erlebte nach seinem Abgang beim FC Zürich schon in seinem ersten Jahr in Bern zwei ähnliche Fälle wie derjenige von Salatic. Der Schwede Alexander Farnerud erzwang schliesslich seinen Wechsel zum FC Turin. Der Schweizer Stürmer Michael Frey zum französischen Club Lille.

«Frey hat uns an einem Samstagnachmittag wie aus heiterem Himmel mit seinem festen Willen konfrontiert, dass er den Verein, und zwar sofort, verlassen will. Er hat mich eigentlich schon vor so etwas wie vollendete Tatsachen gestellt und Druck ausgeübt.» Gespräche mit seinem Berater am Samstagabend hätten dann auch nicht zu einem Meinungsumschwung geführt.

«Am Sonntag wurde es dann happig »

«Am Sonntag wurde es dann happig. Ich habe mit ihm zweimal gesprochen. Und auch Bezugspersonen aus dem Verein haben es gleichentags ebenfalls mehrmals versucht», schildert Bickel. Doch der Stürmer habe sich nicht mehr umstimmen lassen. Am Montag habe es dann nichts mehr anderes gegeben, als den Transfer zu Lille für alle Seiten möglichst schnell und erfolgreich über die Bühne zu bringen. Dank einer cleveren Verhandlungstaktik hatte Bickel für YB schliesslich eine stattliche Transfersumme von vier Millionen Franken herausgeholt.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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