«Dank Schneuwly haben wir plötzlich ein Luxusproblem»

Thuns Sportchef Andres Gerber äussert sich im Interview hocherfreut über die Verpflichtung von Marco Schneuwly. Nach dem Zuzug des Freiburgers haben die Thuner im Angriff nun beinahe ein Überangebot.

Sportchef Andres Gerber freut sich, dass Marco Schneuwly ab sofort für den FC Thun auf Torjagd gehen wird.

Sportchef Andres Gerber freut sich, dass Marco Schneuwly ab sofort für den FC Thun auf Torjagd gehen wird.

(Bild: Andreas Blatter)

Der Transfer Marco Schneuwlys von den Young Boys zum FC Thun wurde endlich Tatsache. Warum hat es so lange gedauert? Andres Gerber: Das Problem war, dass Marco bei YB noch einen Vertrag bis im Sommer 2012 hatte. Solange die Young Boys ihn nicht freigaben, waren uns die Hände gebunden. Wir waren schon lange an seiner Verpflichtung interessiert, und auch der Spieler wollte zu uns. Wir sind froh, dass es nun geklappt hat.

Sie haben den 26-Jährigen als Wunschspieler bezeichnet. Zuletzt hat er aber bei YB nicht mehr allzu oft gespielt. Wie kann er Ihrem Team helfen? Marco ist nicht nur ein guter Fussballer, sondern er passt auch menschlich gut zu uns. Wir wollen beim FC Thun keine Stars; es ist das Kollektiv, das uns auszeichnet. Klar sind die fussballerischen Fähigkeiten wichtig, entscheidender für mich ist aber, dass ein Spieler gut ins Team passt. Ich bin mir sicher, dass er sich rasch integrieren und uns mit Toren weiterhelfen wird.

Mit Christian Schneuwly spielt bereits Marcos Bruder beim FC Thun: Denken Sie, dass die Wiedervereinigung der beiden Brüder Christian beflügeln wird? Dass «Chrigu» bei uns im Kader ist, ist dabei sicherlich kein Nachteil. Schlechter spielen wird er nach der Verpflichtung seines Bruders vermutlich nicht (schmunzelt). Dass Christian allerdings noch dominanter auftreten wird als in der Hinrunde, glaube ich kaum. Das ist nämlich fast nicht möglich.

Was bedeutet der Zuzug Schneuwlys für die anderen Stürmer? Wer muss nun in den sauren Apfel beissen? Der Konkurrenzkampf im Angriff ist jetzt in der Tat enorm gross. Mit Lustrinelli und Rama haben wir zwei arrivierte Stürmer, bei denen wir wissen, was wir an ihnen haben. Und mit Neuzugang Fabiano und Lezcano, der auch als Stürmer eingesetzt werden kann, haben wir verschiedene Optionen. Wir haben plötzlich ein Luxusproblem. Schneuwly hat allerdings keine Stammplatzgarantie, auch er wird sich erst beweisen müssen. Allerdings wird er bei uns etwas länger Zeit dazu haben, als er dies in Bern hatte.

Was ist für den FC Thun möglich in dieser turbulenten Spielzeit? Mit dem Abstieg wird man ja jetzt wohl nichts mehr zu tun haben… Es ist tatsächlich so, dass wir nach vorne schauen, uns nach oben orientieren wollen. Vor Saisonbeginn hätte ich nicht damit gerechnet, dass wir in der Winterpause auf dem 5. Tabellenrang stehen. Trotzdem dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir das zweitkleinste Budget der Liga haben. Wenn sich zwei, drei wichtige Spieler verletzen, haben wir nicht immer die Möglichkeit, diese adäquat zu ersetzen. Wir dürfen optimistisch, müssen aber auch realistisch sein.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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