«Chikhaoui würde ich mit Handkuss nehmen»

Hintergrund

Überlegt sich der FCZ nun doch, den Vertrag mit Yassine Chikhaoui zu verlängern, weil dieser plötzlich wieder in Topform ist? Oder schlägt die Konkurrenz beim ablösefreien Tunesier zu? Die Antworten dazu.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Diese Fragen stellen sich jedenfalls vor dem brisanten Spitzenkampf am Sonntag zwischen YB und dem FCZ. Während sich die Berner in der letzten Runde in einem vorgezogenen Spiel vor neun Tagen im Titelrennen gegen den bisherigen Serienverlierer Sion bis auf die Knochen blamierten (0:3), blieb der FCZ am Samstag auch im Derby gegen GC (3:1) auf der Siegerstrasse und fuhr den fünften Erfolg in Serie ein. Mit einem Sieg könnte das Team von Urs Meier punktemässig zu YB aufschliessen und dürfte plötzlich wieder vom Millionenspiel Champions League träumen.

«Wer hätte das gedacht, als wir im November noch auf dem 9. Tabellenplatz standen?», blickt Meier gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz zurück. Massgeblich am Zürcher Aufschwung beteiligt ist der Tunesier Yassine Chikhaoui, der im Spiel gegen GC der beste Spieler auf dem Feld gewesen war. Jener Mann also, mit dem der FCZ den Vertrag Ende Saison nach sieben Jahren nicht mehr verlängern will.

So denkt der FCZ

Kommt es jetzt in der Zürcher Chefetage gar zu einem Sinneswandel, weil Chikhaoui plötzlich wieder in Topform ist? «Nein, das denke ich eher nicht. Das ist wohl beschlossene Sache», sagt Meier und macht Chikhaoui umgehend ein grosses Kompliment. «Es ist grandios, wie er sich für unseren Club noch einmal ins Zeug legt. Er ist ein grosser Spieler mit einem feinen Charakter. Der FCZ wird ihm immer in bester Erinnerung bleiben und umgekehrt auch.» Der Zürcher traut dem Tunesier absolut zu, dass er noch einen grossen Transfer machen kann.

«In den letzten Jahren wurde er von einem grausamen Verletzungspech verfolgt. Ich denke aber, dass er sich heute wieder sehr nahe an der Bundesliga bewegt. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Chikhaoui auch in der Schweiz ein interessantes Thema wird. Er befindet sich mit 28 Jahren im besten Fussballalter. Und YB-Sportchef Fredy Bickel kennt ihn aus seiner Zürcher Zeit ja bestens.»

So denkt YB

Vor sieben Jahren hatte Bickel Chikhaoui vom tunesischen Club Étoile Sportive du Sahel geholt. Jetzt könnte er ihn sogar ablösefrei engagieren. «Er ist nach wie vor einer der besten Ausländer, die je in der Schweiz gespielt haben. Ohne dieses unglaubliche Verletzungspech hätte er die ganz grosse Karriere machen und durchaus bei einem Club wie Real Madrid oder Barcelona spielen können. Ich würde ihn liebend gerne und mit Handkuss nehmen, aber das ist leider nicht möglich», sagt Bickel gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz und erklärt auch sogleich weshalb. «Chikhaoui ist in der Zentrale hinter der Sturmspitze der ideale Mann. Aber auf dieser Position haben wir mit Afum, Costanzo, Kubo und Martinez genügend Alternativen. Deshalb wird Yassine wohl leider kaum ein Thema bei uns werden.»

So denkt GC

Auch GC-Sportchef Dragan Rapic hält sehr viel von Chikhaoui. «Ich weiss es zurzeit aber wirklich nicht, ob er bei uns tatsächlich zum Thema wird. Aber wenn Chikhaoui weiterhin eine so grandiose Form ausspielt und sie auch konservieren kann, dann kann sich jeder Super-League-Club glücklich schätzen, wenn er einen so herausragenden Fussballer in seinen Reihen hat», sagt Rapic gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Rapic weiss, wovon er spricht. Chikhaoui war beim 3:1-Derbysieg des FCZ gegen die Grasshoppers überragend und der beste Mann auf dem Platz gewesen.

So denkt Basel

Basels Sportdirektor Georg Heitz sagt gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz: «Sicher ist Yassine Chikhaoui ein fantastischer Spieler. Ansonsten spreche ich jedoch nicht in der Öffentlichkeit über Spieler anderer Clubs.» Vermutlich ist der Tunesier bei Meister Basel eher kein Thema.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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