«Challandes könnte mich noch in einen Gewissenskonflikt bringen»

YB hat immer noch keinen Trainer für die kommende Saison verpflichtet. Sportchef Fredy Bickel sagt, weshalb und wie er die Prioritäten setzt.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Fredy Bickel, wie gehen Sie in der Trainerfrage vor?
Ich habe mal eine Liste mit 25 Namen zusammengestellt. Diese wird jetzt auf fünf Namen reduziert und dem Verwaltungsrat vorgelegt.

Unter den Trainerkandidaten sollen unter anderen Österreichs Nationalcoach Marcel Koller, Ex-GC-Trainer Ciriaco Sforza und Aaraus Coach René Weiler sein. Können Sie das bestätigen?
Es wird jetzt natürlich sehr viel spekuliert. Aber an Spekulationen habe ich mich noch nie beteiligt. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.

Haben Sie schon mit einem Trainer gesprochen?
Ich war schon mit verschiedenen Trainern in Kontakt. Doch ich habe noch mit keinem konkret verhandelt.

Steht mit einem Trainer schon ein Datum für konkrete Verhandlungen fest?
Nein.

Obwohl Sie noch keinen Cheftrainer haben, verpflichteten Sie mit Harald Gämperle bereits einen Assistenztrainer. Muss der neue Trainer Gämperle akzeptieren?
Ja, das muss er. Und er wird es bestimmt mit grosser Freude tun. Jeder Trainer kennt die Qualitäten von Gämperle.

Das ist aber nicht üblich in der Branche. Neue Trainer bringen meistens ihren eigenen Staff mit. Weshalb haben Sie sich trotzdem für Gämperle entschieden?
Ich arbeitete damals während meiner ersten Zeit bei YB und nachher beim FCZ mit ihm zusammen. Harry ist für mich der beste Assistenzcoach, den ich mir vorstellen kann. Und er war jetzt auf dem Markt.

Weshalb?
Dies muss man den FCZ fragen. Ich habe damals in der ersten Saisonhälfte ständig darauf hingewiesen, dass die Verträge mit dem Assistenztrainer verlängert werden sollten. Nun hat Gämperle mehrere Angebote erhalten. Er hätte den FCZ so oder so verlassen. Wahrscheinlich sogar Richtung Deutschland – wir mussten sofort handeln.

Weshalb lassen Sie es in Sachen Cheftrainer eher ruhig angehen?
Ich habe zurzeit wichtigere Dinge zu klären.

Und die wären?
Es ist nicht mein grösstes Problem, den neuen Trainer zu finden. Unser akutes Problem ist die Mannschaft.

Wie muss man das verstehen?
Unsere Mannschaft braucht dringend und zwingend eine Blutauffrischung. Aber mit der momentanen Anzahl an Kaderspielern kann und will ich keine neuen Spieler verpflichten. Also muss ich zuerst eine Struktur in die Teamzusammenstellung bringen, die personellen Weichen für die Zukunft jetzt stellen und nicht erst im Juli oder August. Aber ein neuer Trainer wird uns auch in ein paar Wochen noch zusagen.

Sie stehen also in ständigen Verhandlungen mit anderen Clubs, um Spieler abgeben zu können.
Ich arbeite an Lösungen. Rund um die Uhr und mit Hochdruck.

Dass Sie die Trainerfrage nicht vorantreiben, hängt das möglicherweise auch mit Bernard Challandes zusammen, der den unglücklichen Martin Rueda abgelöst hat?
Challandes macht einen sehr guten Job. Obwohl die Resultate eine andere Sprache sprechen. Aber es ist auch keine einfache Aufgabe, die er vorgefunden hat. Daher könnte er mich vielleicht noch in einen Gewissenskonflikt bringen.

Weil Sie einmal erklärt haben, Challandes sei nur eine reine Übergangslösung?
Davon sind wir ausgegangen, davon gehen wir noch immer aus.

Demnach hat aber auch Challandes noch eine kleine Chance.
Alles ist möglich.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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