Benjamin Lüthi trumpft in der Rückrunde auf

Benjamin Lüthi bestreitet eine starke Rückrunde. Die Grundlage dafür habe er im Winter gelegt, sagt der Thun-Verteidiger.

Die Bilanz ist beeindruckend: Sieben Mal in Folge hat der FC Thun zuletzt gewonnen. Die Erfolgsserie hat die Oberländer an die Spitze der Challenge League und damit auf den direkten Aufstiegsplatz geführt. «Aber mit jedem Spiel wird es schwieriger, die Serie fortzusetzen», sagt Benjamin Lüthi vor der Partie heute beim Tabellensiebten Schaffhausen. Thuns rechter Aussenverteidiger kann sich zwar daran erinnern, mit seinem Team auf dem Weg zum U19-Meistertitel 2004/2005 eine ähnliche Serie hingelegt zu haben. «Als Profi habe ich das aber noch nie erlebt.» Die Gründe, mit denen Lüthi die Erfolgssträhne erklärt, klingen so einfach wie plausibel: «Gegen die starken Gegner gelang es uns, die Bestleistung abzurufen. Gegen schwächere Teams waren wir nicht immer souverän, letztlich haben wir uns jedoch immer durchgesetzt.» Lüthi ist nicht der erste Spieler, der in diesem Zusammenhang die Siegermentalität erwähnt, die in Thun Einzug gehalten habe, seit Murat Yakin die Mannschaft trainiert.

Hilfe vom Mentaltrainer

Nach den schwierigen letzten Jahren haben die Oberländer in dieser Saison auf den richtigen Weg zurückgefunden. Das Gleiche gilt für Benjamin Lüthi. Er sagt, er fühle sich als Fussballer so stark wie noch nie in seiner Karriere. Erst 21 Jahre alt ist der Abwehrspieler, trotzdem gehört er bereits seit vier Jahren zum Kader der ersten Mannschaft – «eine halbe Ewigkeit», sagt er selber. Unter dem damaligen Trainer Heinz Peischl bestritt Lüthi 2006 seine ersten Partien in der Super League. Unter Peischls Nachfolger René van Eck tat er sich dann aber schwer. «Nachdem ich die Schule abgeschlossen hatte, fiel ich in ein Loch. Ich wusste nicht, wie ich die trainingsfreie Zeit sinnvoll nutzen sollte.» Seine Familie habe ihm in dieser Zeit stets den Spiegel vorgehalten, sagt er. Trotzdem suchte er die Unterstützung eines Mentaltrainers. Lüthi begann auch ein Betriebswirtschaftsstudium, wegen Koordinationsproblemen brach er dieses aber wieder ab. «Es machte mir grossen Spass, an die Universität zu gehen. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, das Studium dereinst fortzusetzen.» Bis es so weit ist, versucht er sich auf andere Art und Weise geistig fit zu halten. Zuletzt besuchte Lüthi einen Englischkurs. Und auch beim Mentaltrainer schaut er noch regelmässig vorbei.

Die Massnahmen zeigen Erfolg. 18 von 22 Saisonspielen hat Lüthi bestritten. In der Rückrunde gehört er gar zu den Leistungsträgern. Grund sei die Vorbereitung im Winter, die er im Unterschied zum Sommer verletzungsfrei bestreiten konnte. «Ich habe den Wert der optimalen Vorbereitung lange unterschätzt. Nun erfahre ich, was es bedeutet, in bester Verfassung auf den Platz zu gehen.»

Abkommen mit dem Vater

Nach der Partie bespricht sich Lüthi oft mit seinem Vater Markus. Dieser ist seit 2008 Vizepräsident des FC Thun. Zu Beginn musste sich Benjamin Lüthi auf Grund dieser Konstellation den einen oder anderen Spruch gefallen lassen. Das habe sich aber rasch gelegt. «Mein Vater kam zum FC Thun, weil ich bereits da war. Nicht umgekehrt», sagt er selbstbewusst. Vater und Sohn haben ausserdem ein Abkommen vereinbart: «Ich will nicht wissen, was im Verwaltungsrat besprochen wird. Auf der anderen Seite erfährt mein Vater nicht, worüber sich die Mannschaft in der Kabine unterhält.»

Berner Zeitung

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