Albanische Flagge mit Drohne über Stadion – Spielabbruch

Eklat und Tumulte in Belgrad: Der Bruder des albanischen Regierungschefs soll vom VIP-Bereich aus eine Drohne gesteuert haben.

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Nach den Zusammenstössen beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien am Dienstagabend in Belgrad ist der Bruder des albanischen Regierungschefs Edi Rama im Stadion festgenommen worden. Das berichtete der serbische Fernsehsender RTS unter Berufung auf die Polizei.

Auslöser der Krawalle war ein Zwischenfall in der 42. Minute, als eine Drohne mit einer grossalbanischen Flagge über das Stadion in Belgrad hinwegflog.

Wie die Flagge über das Stadion geflogen kommt. (Quelle: Youtube)

Olsi Rama soll die Drohne vom VIP-Bereich aus per Fernbedienung gesteuert haben.

Zuerst wurde noch weitergespielt. (Quelle: Youtube)

Dann unterbrach der englische Unparteiische Martin Atkinson kurz vor der Halbzeit beim Stand von 0:0 zunächst die Partie. Der serbische Bundesliga-Profi Stefan Mitrovic vom SC Freiburg riss die Fahne an sich, woraufhin albanische Spieler auf ihn losgingen. Aufgebrachte serbische Zuschauer stürmten aufs Spielfeld und attackierten albanische Spieler, die sich in die Umkleideräume retten wollten. Die Partie wurde nach dem politischen Eklat nicht wieder angepfiffen.

«Die genauen Umstände» würden nun der Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der Uefa gemeldet, teilte die Europäische Fussball-Union noch am Dienstagabend auf ihrer Internetseite mit.

Video: Youtube/acascentrala

Nach einer einstündigen Unterbrechung kehrten die serbischen Fussballer noch einmal kurz auf den Rasen zurück, um sich von ihren Fans zu verabschieden. Nach serbischen Berichten sollen sich die albanischen Spieler geweigert haben, den Match fortzusetzen. Sie hätten als Bedingung verlangt, dass alle Zuschauer das Stadion verlassen.

Mit Ausschluss gedroht

Auf Empfehlung der Uefa waren keine albanischen Anhänger zu dem Länderspiel gereist, hatte der albanische Verband am Montag mitgeteilt. Im Gegenzug würden auch keine serbischen Fans zum Rückspiel im nächsten Jahr nach Tirana reisen. Darauf hätten sich die nationalen Verbände geeinigt. Allerdings waren einige wenige albanische Fans privat nach Belgrad gereist.

Es waren nicht die ersten gewalttätigen Ausschreitungen mit Beteiligung Serbiens. Kurz vor Ende und nach dem Schlusspfiff der U-21-Partie gegen England am 16. Oktober 2012 in Belgrad war es zu Randalen auf den Rängen sowie handgreiflichen Auseinandersetzungen auf dem Rasen gekommen. Die englischen Spieler beklagten dabei, auch rassistisch beleidigt worden zu sein.

Schon im Februar 2011 hatte Uefa-Präsident Michel Platini Serbien bei weiteren Krawallen mit dem Ausschluss von kontinentalen Wettbewerben gedroht. Im Oktober 2010 war das EM-Qualifikationsspiel gegen Italien in Genua wegen der Randale serbischer Anhänger abgebrochen worden.

chk/sda

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