Adi Hütters Bekenntnis auf Zeit

Sportredaktor Dominic Wuillemin zur Vertragsverlängerung von YB-Trainer Adi Hütter.

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Dominic Wuillemin

Die Meldung passt zum Höhenflug der Young Boys: Trainer Adi Hütter verlängert seinen Kontrakt um eine Saison bis 2019. Die ungeklärte Zukunft des Österreichers war der Makel in der Berner Erfolgsgeschichte, die mit dem 1:1 am Sonntag beim grossen Verfolger FC Basel um ein Kapitel länger geworden ist.

Die Vertragssituation Hütters barg ­Konfliktpotenzial. Und sie sorgte in den ­vergangenen Wochen für Unruhe. Letztes Beispiel: Werder Bremen sucht derzeit einen neuen Trainer, Hütter soll der Wunsch­kandidat gewesen sein. Der 47-Jährige sagte dem Bundesligisten offenbar erst kürzlich ab.

Bald schon könnte es zwar neue Gerüchte geben – beim 1. FC Köln ­etwa wird der Druck auf Landsmann Peter Stöger nach elf ­sieglosen Bundesligapartien immer grösser –, der Störfaktor ist dank Hütters ­Bekenntnis aber deutlich kleiner geworden.

Es wäre absurd gewesen, hätte Adi Hütter YB während der Saison verlassen. Just in dem Moment, in dem seine Arbeit so grosse Früchte trägt wie nie seit seiner Ankunft im September 2015. Es hätte zudem nicht von grossem Selbstvertrauen gezeugt: Warum bei der erstbesten Gelegenheit versuchen, die Chance in der Bundesliga zu packen?

Setzt Hütter seine erfolgreiche Arbeit fort, werden sich früher oder später weitere Gelegenheiten ergeben. Und zwar bessere, als sie das strukturschwache Bremen bieten kann.Werder zählt in der deutschen Eliteliga längst zu den Kleinen.

Die Bundesliga bleibt Hütters grosses Ziel. Das verdeutlicht nicht zuletzt die Vertragsverlängerung bis 2019. Denn für ein echtes Bekenntnis zu YB wäre ein Arbeitspapier mit längerer Laufzeitvonnöten gewesen.

Dennoch setzen die Young Boys rechtzeitig ein Zeichen. Nach dem verzögerten Abgang von Leistungsträger Yoric Ravet Ende ­August zum SC Freiburg ist es YB-Sportchef Christoph Spycher erneut gelungen, eine heikle Personalie relativ geräuschlos zu ­erledigen.

Es ist ein weiteres Indiz dafür, dass der «BSC Hollywood», der in den ­letzten Jahren abseits des Platzes regel­mässig für Spektakel gesorgt hat, der Ver­gangenheit angehört.

Adi Hütter kann sich mit den Young Boys nun darauf fokussieren, an der Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Ein Happy End, also der erste Meistertitel seit 32 Jahren, ist mit seiner Vertragsverlängerung ein klein wenig wahrscheinlicher geworden.

dominic.wuillemin@bernerzeitung.ch

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