1 Talent aus der RS und 25 Bewerber

YB setzt nach der Verletzung von Goalie Marco Wölfli auf Yvon Mvogo. Der 19-Jährige könnte auch in der Rückrunde im Berner Tor stehen. Bei den Young Boys melden sich unterdessen viele interessierte Torhüter.

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Fabian Ruch

Die schwere Verletzung von Marco Wölfli löste einen Medienhype aus. Die YB-Pressestelle war am Montag heftig gefordert, einige Journalisten forderten schier einen Operationsliveticker aus dem Spital, um über das Wohlergehen des Torhüters zu berichten.

Die Young Boys entschieden, Wölfli vorerst abzuschotten. Der Goalie muss den Achillessehnenriss am linken Fuss verarbeiten, der ihn zu einer monatelangen Pause zwingt. Am Montagabend wurde er erfolgreich operiert, nun bleibt er noch ein paar Tage im Spital.

Bürki für Wölfli an der WM?

Marco Wölfli verletzte sich am Sonntag bekanntlich bei der 0:1-Derbyniederlage in Thun kurz vor der Pause – und verpasst jetzt mit grösster Wahrscheinlichkeit die WM 2014, wo er als dritter Schweizer Keeper hinter Diego Benaglio (Wolfsburg) und Yann Sommer (Basel) dabei gewesen wäre. Nun könnte der 31-Jährige durch den Münsinger und früheren YB-Junior Roman Bürki von GC ersetzt werden.

Die Young Boys hatten Bürki Anfang dieses Jahres an die Grasshoppers verkauft, weil sie auf Wölfli setzen – und weil mit Yvon Mvogo die nächste Goaliebegabung auf seine Chance wartet.

Über diesen Yvon Mvogo hört man seit Jahren Wunderdinge, viele Beobachter adeln ihn als grösstes Schweizer Torhütertalent seit langem. Auch Pascal Zuberbühler, bei YB bis vor eineinhalb Jahren als Goalietrainer tätig, lobte Mvogo stets in den höchsten Tönen. Und beim Fussballverband geniesst der schweizerisch-kamerunische Doppelbürger enorme Wertschätzung: Mvogo ist mit 19 Jahren bereits U-21-Keeper. «Er ist beweglich, gross, kräftig und unbekümmert», sagt YB-Sportchef Fredy Bickel. Und: «Er ist ein Talent.»

Mvogo derzeit in Magglingen

Bei den Young Boys tritt man bezüglich Yvon Mvogo aktuell bewusst stark auf die Bremse, es wird in dieser Woche auch keine Medienkontakte zu ihm geben. «Mvogo soll sich in Ruhe auf das Heimspiel gegen St.Gallen am Sonntag vorbereiten», sagt Bickel. «Er spielte in Thun zum ersten Mal in der Super League.»

Am Sonntagabend sprach Yvon Mvogo nach dem Spiel in Thun mit den Medien, und als er gefragt wurde, wie er sich beschreiben würde, tat er dies lachend und durchaus humorvoll: «Ich würde sagen, dass ich cool bin. Und nett und lieb und freundlich.» Mvogos Vertrag bei YB läuft bis 2015, und angedacht ist, dass er noch einige Jahre in Bern bleibt. «Wir werden uns ausführlich mit ihm unterhalten», sagt Fredy Bickel, «und wir werden herausfinden, ob er bereit ist, in der Rückrunde die Nummer 1 bei uns zu sein.»

Yvon Mvogo absolviert seit Wochen die Sportler-RS in Magglingen, deshalb nahm er zuletzt nur sporadisch an den Übungseinheiten mit YB teil. «Aber er treibt in Magglingen viel Sport», sagt Bickel, «wobei das Torhütertraining derzeit natürlich nicht intensiv ist.» Nach dem Heimspiel gegen St. Gallen beginnt für die Young Boys die Winterpause, und die Verantwortlichen werden genügend Zeit haben, um mit Yvon Mvogo die Zukunft zu planen.

«Wenn wir spüren, dass Mvogo parat ist, gibt es für uns keinen Grund, einen anderen Torhüter zu verpflichten», sagt Sportchef Bickel. «Aber wichtig ist jetzt einzig das Spiel am Sonntag gegen St.Gallen.» Die Partie wird für YB zum Wegweiser im Winter. An personellen Alternativen übrigens würde es nicht mangeln. «Ich wusste gar nicht, dass es so viele freie Torhüter gibt», sagt Bickel schmunzelnd. Er erhielt am Montag bereits rund 25 Bewerbungen.

Berner Zeitung

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