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0:0, was sonst?

Trostlos und torlos verläuft die letzte Begegnung der Young Boys 2019. Einen Sieger hat das sehr schwache Spiel nicht verdient.

YB und Lugano trennen sich nach einer mit wenig Aktionen geprägten Partie 0:0.
YB und Lugano trennen sich nach einer mit wenig Aktionen geprägten Partie 0:0.
freshfocus/Marusca Rezzonico
In der ersten Halbzeit ist es einzig Carlinhos, der mit einem Distanzschuss aus etwa 20 Metern, am 1:0 schnuppert. Sein Schuss verfehlt knapp das Tor von Von Ballmoos.
In der ersten Halbzeit ist es einzig Carlinhos, der mit einem Distanzschuss aus etwa 20 Metern, am 1:0 schnuppert. Sein Schuss verfehlt knapp das Tor von Von Ballmoos.
freshfocus/Daniela Frutiger
Aus dem Nichts gleicht Xamax aus. Seydoux spielt einen Traumpass zu Seferi, welcher den Ball in der linken Ecke versenkt und somit den Anschlusstreffer zum Endresultat erzielt.
Aus dem Nichts gleicht Xamax aus. Seydoux spielt einen Traumpass zu Seferi, welcher den Ball in der linken Ecke versenkt und somit den Anschlusstreffer zum Endresultat erzielt.
freshfocus/Claudio de Capitani
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Und dann ist kurz vor 18 Uhr am Sonntagabend endlich Schluss. Im Tessin. Und mit diesem Fussballjahr. Keine Sekunde zu früh endet die Vorrunde für die Young Boys mit einem 0:0 in Lugano in einer ausgesprochen schwachen Begegnung. Es ist ein Treffen zweier Teams, die zwar willig agieren und kampfbereit, aber mit derart leerem Akku unterwegs sind, dass man zuweilen Mitleid mit den Spielern empfindet.

In Gedanken weilen sie vielleicht schon in den Ferien am Strand, müde und ausgelaugt wie sie sind, physisch aber gehen sie im Cornaredo vor knapp 3000 Zuschauern noch einmal an und teilweise über die Grenzen. Das zuweilen quälend langweilige Geschehen jedoch verdient nichts anderes als dieses Resultat – und ganz bestimmt keinen Sieger. Es ist eine Nullnummer im ehrlichsten Sinn des Wortes. «Es war das erwartet schwierige Spiel», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane. «Und es war kampfbetont, beide Teams waren gut organisiert, legten den Fokus auf die Defensive, neutralisierten sich gegenseitig.»

Das seit Monaten stark verletzungsgeplagte YB muss in Lugano auf sieben wichtige Akteure verzichten, den gesperrten Michel Aebischer ersetzt der 19-jährige Esteban Petignat im zentralen Mittelfeld. Er ist das Sinnbild der sehr jungen Young Boys. Vorne stürmt Grosstalent Felix Mambimbi, die Innenverteidigung bilden Nicolas Bürgy und Cédric Zesiger, auf der Bank sitzt der zuletzt sehr ungenügende Frederik Sörensen wie das afrikanische Offensivtrio Jean-Pierre Nsame, Nicolas Ngamaleu und Roger Assalé.

YB ohne gute Torchance

Rotation ist Trumpf beim Meister, platt aber sind alle Akteure. In der Startviertelstunde wirbelt immerhin Mambimbi ein wenig, bald aber passt sich der Youngster dem behäbigen Niveau an.

Keine 72 Stunden zuvor standen beide Teams schliesslich noch weit von der Schweiz entfernt im Einsatz: Die Young Boys schieden mit einem 1:1 bei den Glasgow Rangers in der Europa League aus, Lugano verabschiedete sich mit dem gleichen Resultat bei Dynamo Kiew aus dem Europacup.

YB operiert lange in einer 4-2-3-1-Ausrichtung, doch Coach Seoane benutzt das letzte Spiel 2019 zu einer kleinen Systemlehre. Nach der Einwechslung Ngamaleus ist es ein 4-4-2, gegen Spielende und mit dem erneut unsicheren Sörensen ein 3-4-3. Wirklich gefährlich werden die Gäste nie, Torjäger Nsame wird nicht mehr eingewechselt, Altmeister Guillaume Hoarau müht sich vorne harmlos ab, er hat diese Saison auch verletzungsbedingt noch kein Tor geschossen.

Die beste und im Prinzip einzige ernsthafte Torchance von YB vergibt Linksverteidiger Jordan Lotomba kurz nach der Pause, als er aus spitzem Winkel an Goalie Noam Baumann scheitert. Die beste und im Prinzip einzige gefährliche Torchance der Begegnung bietet sich Luganos Filip Holender Mitte der zweiten Hälfte, der Abschluss aus wenigen Metern fliegt aber weit übers Tor.

Das passt perfekt zu einem Spiel, das niemand in Erinnerung behalten wird. «Das Trainerauge sieht es gerne, wenn man kein Gegentor erhält», sagt Seoane noch. «Aber natürlich hätten wir offensiv gerne mehr gezeigt. Uns gingen die Kräfte aus, es fehlte vor allem an Kreativität.»

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